ULMIA Gehrungssäge - modifiziert
ULMIA Gehrungssäge - modifiziert
Hallo Holzwerker*innen,
nach langem Mitlesen im Forum hier mal ein Beitrag von mir.
Ich habe mir vor Kurzem eine ULMIA-Gehrungssäge (Modell 352) über das bekannte Kleinanzeigenportal gekauft. Mein Ziel war es, eine möglichst gut erhaltene (nicht so verrostete) Säge zu bekommen. Das ist gar nicht so einfach, die meisten angebotenen Exemplare lebten wohl eher lange in feuchter Umgebung und sehen entsprechend aus (funktionieren wohl aber trotzdem noch). Der erste Vesuch zum Kauf eines rostmäßig guten Exemplars schlug leider fehl. Die Vorortbegutachtung (Verkäufer wohnte über 100 km weit weg) erbrachte leider eine verbogenen Spannsäge. Der Verkäufer hatte das in der Anzeige nicht erwähnt und auf den Bildern war es nicht eindeutig zu sehen. Da die Säge wohl mal abgestürzt war (nur Spannsäge oder komplett war nicht zu erfahren), habe ich sie auch nach angebotenem Nachlass lieber nicht gekauft. Am gleichen Tag gab es dann ein Angebot (mit eindeutigen Bildern) einer praktisch neuen Säge zu einem höheren aber noch akzeptablen Preis. Die habe ich nun per Versand bekommen und bin froh und zufrieden damit.
Meine Modifikation (Verbesserung aus meiner Sicht) meines Säge-Setups möchte ich hier gerne mal vorstellen (siehe Bilder):
1. Die vorhandene Bodenplatte habe ich gegen eine etawas tiefere und breitere (520 x 160 mm) aus doppelt verleimten Multiplexholz ausgetauscht (2 x 23 mm).
2. Vier T-Nutschienen (17x11x8) wurden quer in eingefräste Nuten eingesetzt, um Spannwerkzeuge darin befestigen zu können.
3. Eine "Ruhehalterung" für die Spannsäge wurde im hinteren Teil in den beiden äußeren T-Nutschienen installiert (mit jeweile zwei M8-Muttern), bestehend aus M8-Gewindestangen mit Schrumpfschlauchummantelung. Das Verbindunsstück aus Kunsstoff sichert den 40 mm-Anstand und hat eine kleine aufgeklebte Gummiauflage als Puffer für die Sägeführungen.
4. Die Mutiplexplatte bekam auf der Unterseite vier 50 mm große Gummiauflagen (ca. 2,8 mm dick), die in ca. 1,5 mm tiefen 50 mm (Forstner-)Bohrungen eingeklebt sind.
Somit hat das Ganze, einschließlich zweier Einhandzwingen, ca. 14,5 kg Masse und rührt sich wegen der Gummiplatten beim Sägen nicht mehr von Fleck. Auf eine weitere Fixierung auf der Werkbank kann damit im Normalfall verzichtet werden.
Gruß
Werner
nach langem Mitlesen im Forum hier mal ein Beitrag von mir.
Ich habe mir vor Kurzem eine ULMIA-Gehrungssäge (Modell 352) über das bekannte Kleinanzeigenportal gekauft. Mein Ziel war es, eine möglichst gut erhaltene (nicht so verrostete) Säge zu bekommen. Das ist gar nicht so einfach, die meisten angebotenen Exemplare lebten wohl eher lange in feuchter Umgebung und sehen entsprechend aus (funktionieren wohl aber trotzdem noch). Der erste Vesuch zum Kauf eines rostmäßig guten Exemplars schlug leider fehl. Die Vorortbegutachtung (Verkäufer wohnte über 100 km weit weg) erbrachte leider eine verbogenen Spannsäge. Der Verkäufer hatte das in der Anzeige nicht erwähnt und auf den Bildern war es nicht eindeutig zu sehen. Da die Säge wohl mal abgestürzt war (nur Spannsäge oder komplett war nicht zu erfahren), habe ich sie auch nach angebotenem Nachlass lieber nicht gekauft. Am gleichen Tag gab es dann ein Angebot (mit eindeutigen Bildern) einer praktisch neuen Säge zu einem höheren aber noch akzeptablen Preis. Die habe ich nun per Versand bekommen und bin froh und zufrieden damit.
Meine Modifikation (Verbesserung aus meiner Sicht) meines Säge-Setups möchte ich hier gerne mal vorstellen (siehe Bilder):
1. Die vorhandene Bodenplatte habe ich gegen eine etawas tiefere und breitere (520 x 160 mm) aus doppelt verleimten Multiplexholz ausgetauscht (2 x 23 mm).
2. Vier T-Nutschienen (17x11x8) wurden quer in eingefräste Nuten eingesetzt, um Spannwerkzeuge darin befestigen zu können.
3. Eine "Ruhehalterung" für die Spannsäge wurde im hinteren Teil in den beiden äußeren T-Nutschienen installiert (mit jeweile zwei M8-Muttern), bestehend aus M8-Gewindestangen mit Schrumpfschlauchummantelung. Das Verbindunsstück aus Kunsstoff sichert den 40 mm-Anstand und hat eine kleine aufgeklebte Gummiauflage als Puffer für die Sägeführungen.
4. Die Mutiplexplatte bekam auf der Unterseite vier 50 mm große Gummiauflagen (ca. 2,8 mm dick), die in ca. 1,5 mm tiefen 50 mm (Forstner-)Bohrungen eingeklebt sind.
Somit hat das Ganze, einschließlich zweier Einhandzwingen, ca. 14,5 kg Masse und rührt sich wegen der Gummiplatten beim Sägen nicht mehr von Fleck. Auf eine weitere Fixierung auf der Werkbank kann damit im Normalfall verzichtet werden.
Gruß
Werner
- Dateianhänge
-
- ULMIA_modifiziert_1.jpg (1.28 MiB) 297 mal betrachtet
-
- ULMIA_modifiziert_2.jpg (1.13 MiB) 297 mal betrachtet
-
- ULMIA_modifiziert_3.jpg (1.19 MiB) 297 mal betrachtet
-
- ULMIA_modifiziert_4.jpg (1.76 MiB) 297 mal betrachtet
-
- ULMIA_modifiziert_7.jpg (1.23 MiB) 297 mal betrachtet
Re: ULMIA Gehrungssäge - modifiziert
Hallo Werner,
sehr schön erhaltene Säge, eher ein neueres Modell.
Jeweils rechts und links im Grundgestell befinden sich zwei 10mm Bohrungen, in denen man einen Anschlag befestigen konnte. Von unten waren dann Vierkantschrauben zum befestigen.
Gruß
martin
sehr schön erhaltene Säge, eher ein neueres Modell.
Jeweils rechts und links im Grundgestell befinden sich zwei 10mm Bohrungen, in denen man einen Anschlag befestigen konnte. Von unten waren dann Vierkantschrauben zum befestigen.
Gruß
martin
Re: ULMIA Gehrungssäge - modifiziert
hallo Werner, das sind einige wirklich gute Modifikationen. Sind die mittigen T-Nuten nicht zu nahe an der Absenkung?
Ich würde auch immer lieber eine alte leicht rostige Ulmia 352i nehmen. Diesen plastikhalter scheinen mir bruchgefährdet und lange nicht so stabil und genau wie die alten aus Aluminium.
Liebe Grüße
Pedder
Ich würde auch immer lieber eine alte leicht rostige Ulmia 352i nehmen. Diesen plastikhalter scheinen mir bruchgefährdet und lange nicht so stabil und genau wie die alten aus Aluminium.
Liebe Grüße
Pedder
Re: ULMIA Gehrungssäge - modifiziert
Korrektur zur neuen Brettgröße:
Das neuen Bodenbrett ist 230 mm tief/breit (nicht 160 mm) wegen des Platzes für die Sägenhalterung. Das Orignalbrett ist 160 mm breit.
Werner
Das neuen Bodenbrett ist 230 mm tief/breit (nicht 160 mm) wegen des Platzes für die Sägenhalterung. Das Orignalbrett ist 160 mm breit.
Werner
Re: ULMIA Gehrungssäge - modifiziert
Hallo Pedder,
die inneren Schienen sind ok für gerade Schnitte und für schräge Schnitte die jeweils "abgewandte" Schiene. Ich wollte die Klemmung möglichst dicht am Schnitt. Wie es sich langfristig in der Parxis ergibt, muss ich aber noch sehen.
Ja, die Plastikführungen sind sicher anfälliger. Aber wie in meinem ersten Post beschrieben, ich wollte nicht eine so verrostete Säge (bei einigen dieser Exemplare sind allerdings die "robusten" Metallführungen auch schon durchgesägt, Ersatz ist dann immer in Plastik).
Gruß
Werner
die inneren Schienen sind ok für gerade Schnitte und für schräge Schnitte die jeweils "abgewandte" Schiene. Ich wollte die Klemmung möglichst dicht am Schnitt. Wie es sich langfristig in der Parxis ergibt, muss ich aber noch sehen.
Ja, die Plastikführungen sind sicher anfälliger. Aber wie in meinem ersten Post beschrieben, ich wollte nicht eine so verrostete Säge (bei einigen dieser Exemplare sind allerdings die "robusten" Metallführungen auch schon durchgesägt, Ersatz ist dann immer in Plastik).
Gruß
Werner
Re: ULMIA Gehrungssäge - modifiziert
Hallo Pedder,
ich habe nochmal über deine Bemerkung nachgedacht und glaube erst jetzt zu verstehen, was du (wahrscheinlich) meinst. Du siehst offenbar das Problem darin, dass bei Klemmung an einer "inneren" Schiene die Absenkung "unter die Klemme gerät". Das wird aber praktisch kaum der Fall sein, weil
- über 60% der Fläche über einer inneren Schiene nicht abgesenkt ist und
- die Klemmung ohnehinh möglichst im "hinteren", d.h. der dem Rückenanschlag zugewandten Seite, erfolgt.
Ich habe den Fall mal fotografiert.
Gruß
Werner
ich habe nochmal über deine Bemerkung nachgedacht und glaube erst jetzt zu verstehen, was du (wahrscheinlich) meinst. Du siehst offenbar das Problem darin, dass bei Klemmung an einer "inneren" Schiene die Absenkung "unter die Klemme gerät". Das wird aber praktisch kaum der Fall sein, weil
- über 60% der Fläche über einer inneren Schiene nicht abgesenkt ist und
- die Klemmung ohnehinh möglichst im "hinteren", d.h. der dem Rückenanschlag zugewandten Seite, erfolgt.
Ich habe den Fall mal fotografiert.
Gruß
Werner
- Dateianhänge
-
- ULMIA_modifiziert_innere_Klemmung.jpg (1.45 MiB) 148 mal betrachtet
-
Martin Graf
- Beiträge: 220
- Registriert: Mo 15. Feb 2021, 20:33
Re: ULMIA Gehrungssäge - modifiziert
Hallo Werner,
das ist wirklich schön geworden und Du hast gute Ideen einfließen lassen. Ich hoffe sehr, dass es sich bei Dir bewährt. Die Ablage für die Säge gefällt mir besonders gut.
Eine deutliche Verbesserung lässt sich mMn durch ein nicht gehärtetes und ordentlich geschärftes Sägeblatt erreichen, manche schwören auch auf die Japan-Sägeblätter.
Gruß
Martin
das ist wirklich schön geworden und Du hast gute Ideen einfließen lassen. Ich hoffe sehr, dass es sich bei Dir bewährt. Die Ablage für die Säge gefällt mir besonders gut.
Eine deutliche Verbesserung lässt sich mMn durch ein nicht gehärtetes und ordentlich geschärftes Sägeblatt erreichen, manche schwören auch auf die Japan-Sägeblätter.
Gruß
Martin
Re: ULMIA Gehrungssäge - modifiziert
Hallo Martin,
freut mich, dass es dir gefällt. Und richtig, ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich was mache.
So ein Japanblatt habe ich schon auf dem Zettel. Bisher ist das jetzige Sägeblatt auch nicht so schlecht. Deshalb möchte ich erstmal noch mehr Erfahrungen mit der bestehenden Konfiguration sammeln.
Gruß
Werner
freut mich, dass es dir gefällt. Und richtig, ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich was mache.
So ein Japanblatt habe ich schon auf dem Zettel. Bisher ist das jetzige Sägeblatt auch nicht so schlecht. Deshalb möchte ich erstmal noch mehr Erfahrungen mit der bestehenden Konfiguration sammeln.
Gruß
Werner
-
Martin Graf
- Beiträge: 220
- Registriert: Mo 15. Feb 2021, 20:33
Re: ULMIA Gehrungssäge - modifiziert
Ja, das ist sicherlich nicht verkehrt und besser, als zu schnell unnötig Geld auszugeben.
Ich hatte mal ein Japan-Blatt auf der 352, aber ich bin damit nicht so gut zurecht gekommen. Es war mir zu aggressiv. Nachdem ich irgendwann in der Lage war, Sägen selbst zu schärfen, habe ich das originale verwendet und das Japan-Blatt wieder verkauft. Mit dem selbst geschärften Blatt läuft die Säge wunderbar glatt und sägt schnell und sauber.
Ich hatte mal ein Japan-Blatt auf der 352, aber ich bin damit nicht so gut zurecht gekommen. Es war mir zu aggressiv. Nachdem ich irgendwann in der Lage war, Sägen selbst zu schärfen, habe ich das originale verwendet und das Japan-Blatt wieder verkauft. Mit dem selbst geschärften Blatt läuft die Säge wunderbar glatt und sägt schnell und sauber.