Eichentisch mit pigmentiertem Öl behandeln
Eichentisch mit pigmentiertem Öl behandeln
Guten Tag in die Runde,
folgendes Problem:
Seit 15 Jahren lebe ich mit einem Ikea Tisch und habe immer von einem massiven Holztisch geträumt, dann entdeckte ich online einen schönen Tisch, den es in zwei Hölzern zu bestellen (aber nicht ausgestellt betrachtbar) gab: Eiche oder Walnuss. Da wir ein Eichenparkett haben, bestellte ich den Tisch in Eiche, aber der Farbunterschied war krass. Also dachte ich an ein "Miniprojekt" für mich, den Tisch anschleifen (mit 180er Körnung, weil er mit Öl vorbeihandelt war) und dann neu ölen.
Was soll ich sagen, das Miniprojekt mutierte in einen Albtraum. Ich weiß nicht, wie oft ich die Kufen abgeschliffen habe und letztendlich einen Farbton erreicht habe (durch zu viel Ölauftrag), der für mich akzeptabel ist. Die Tischplatte habe ich "richtig" nach und nach aufgebaut, aber im Vergleich ist sie heller und an zwei Stellen nicht okay.
Ich weiß nicht mehr weiter. Sollte ich von pigmentiertem Leinöl auf Hartwachsöl umschwenken? Und dann alles "resetten"?
Vielleicht findet sich hier eine Seele, die genügend Mitleid hat und antwortet.
Herzliche Grüße,
Annette
folgendes Problem:
Seit 15 Jahren lebe ich mit einem Ikea Tisch und habe immer von einem massiven Holztisch geträumt, dann entdeckte ich online einen schönen Tisch, den es in zwei Hölzern zu bestellen (aber nicht ausgestellt betrachtbar) gab: Eiche oder Walnuss. Da wir ein Eichenparkett haben, bestellte ich den Tisch in Eiche, aber der Farbunterschied war krass. Also dachte ich an ein "Miniprojekt" für mich, den Tisch anschleifen (mit 180er Körnung, weil er mit Öl vorbeihandelt war) und dann neu ölen.
Was soll ich sagen, das Miniprojekt mutierte in einen Albtraum. Ich weiß nicht, wie oft ich die Kufen abgeschliffen habe und letztendlich einen Farbton erreicht habe (durch zu viel Ölauftrag), der für mich akzeptabel ist. Die Tischplatte habe ich "richtig" nach und nach aufgebaut, aber im Vergleich ist sie heller und an zwei Stellen nicht okay.
Ich weiß nicht mehr weiter. Sollte ich von pigmentiertem Leinöl auf Hartwachsöl umschwenken? Und dann alles "resetten"?
Vielleicht findet sich hier eine Seele, die genügend Mitleid hat und antwortet.
Herzliche Grüße,
Annette
Re: Eichentisch mit pigmentiertem Öl behandeln
Guten Abend Annette,
es wäre vermutlich sehr hilfreich, wenn Du ein paar Fotos einstellen würdest. Dann werden die Farbunterschiede und Fehlstellen klarer und es wird damit einfacher, dir einer gezielte Empfehlung zu geben.
Es wäre außerdem gut, wenn Du auflisten würdest, welches Produkte Du verwendet hast, ggf. welche Pigmente, und wie die Schichten aufgetragen wurden.
Ich würde in jedem Fall empfehlen, nicht in Panik zu verfallen, sondern erst Informationen zu sammeln und dann "nur" noch einmal tätig zu werden, anstatt mit Versuch und Irrtum ggf. einen langen Weg zu beschreiten.
Gruß
Max
es wäre vermutlich sehr hilfreich, wenn Du ein paar Fotos einstellen würdest. Dann werden die Farbunterschiede und Fehlstellen klarer und es wird damit einfacher, dir einer gezielte Empfehlung zu geben.
Es wäre außerdem gut, wenn Du auflisten würdest, welches Produkte Du verwendet hast, ggf. welche Pigmente, und wie die Schichten aufgetragen wurden.
Ich würde in jedem Fall empfehlen, nicht in Panik zu verfallen, sondern erst Informationen zu sammeln und dann "nur" noch einmal tätig zu werden, anstatt mit Versuch und Irrtum ggf. einen langen Weg zu beschreiten.
Gruß
Max
Re: Eichentisch mit pigmentiertem Öl behandeln
Lieber Max,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich hänge dann mal 2 Bilder an, damit man weiß, worum es genau geht....
Ich habe ein pigmentiertes Leinöl von Hornbach genommen. Auf die Kufen habe ich es mit einem Pinsel aufgetragen (das ist nicht an allen Stellen sehr gut geworden), außerdem habe ich zu viel Öl stehen lassen, aber zumindest ist es dunkler geworden. Die Tischplatte wollte ich dann richtig "aufbauen", es sind jetzt 3 Schichten, aber es ist zu hell....
Sollte ich versuchen, das Öl mit Aceton aus dem Holz zu bekommen?
vielen Dank für Deine Antwort. Ich hänge dann mal 2 Bilder an, damit man weiß, worum es genau geht....
Ich habe ein pigmentiertes Leinöl von Hornbach genommen. Auf die Kufen habe ich es mit einem Pinsel aufgetragen (das ist nicht an allen Stellen sehr gut geworden), außerdem habe ich zu viel Öl stehen lassen, aber zumindest ist es dunkler geworden. Die Tischplatte wollte ich dann richtig "aufbauen", es sind jetzt 3 Schichten, aber es ist zu hell....
Sollte ich versuchen, das Öl mit Aceton aus dem Holz zu bekommen?
- Dateianhänge
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- IMG-20260423-WA0013.jpeg (1.05 MiB) 508 mal betrachtet
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- IMG-20260423-WA0011.jpeg (1.44 MiB) 508 mal betrachtet
Re: Eichentisch mit pigmentiertem Öl behandeln
Liebe Annette,
das hilft doch schon mal etwas weiter, auch wenn ich das Produkt von Hornbach noch nie verarbeitet habe - dafür aber einen Haufen verschiedene andere Öle und Ölfarben.
Wenn der "Zielton" dieser warme, eher in Richtung Bernstein oder Honig gehende Farbton ist, dann brauchst Du eigentlich gar kein Pigment, sondern nur ein Öl, das auf Leinöl basiert. Aufgrund der Verwendung als Gebrauchsmöbel wäre eine gute Belastbarkeit der Oberfläche ja wünschenswert - ich würde also zu einem entsprechenden Produkt raten. Solche "honigtönenden" (Hart)Öle habe ich schon von einigen Herstellern verarbeitet - zu nennen wären da z.B. Kreidezeit, Natural, Naturhaus oder Leinos.
Falls das Holz doch mit Pigmenten oder Farbstoffen getönt werden soll, wäre zu überlegen, ob Beizen oder eine Öl-Lasur (also Öl + eine geringe nicht deckende Menge Pigment) sinnvoller ist. Bei Ölfarben kann ich reine-leinölfarben.de sehr empfehlen - Herr Krumnow und Frau Bauer kennen sich wirklich aus und haben sehr hochwertige, extrem farbstarke Produkte.
Auf Deiner Platte scheint ein Produkt aufgetragen zu sein, das die "Rohholzoptik" bewahren soll - das funktioniert meist über geringe Mengen Weißpigment. Industriell verarbeitete "Öle" sind z.T. von den Eigenschaften her eher Lacken zuzuordnen und erschweren deshalb das Eindringen anderer Öle ins Holz (dafür haben es auch Flecken schwer).
Ich kann Dir in Deinem Fall aus der Ferne nur raten, den Tisch bis aufs rohe Holz abzuschleifen/abzuziehen (Ziehklinge) und dann die gewünschte Oberfläche aufzutragen. Bei den ganzen unpigmentierten Ölen heißt das: nach Anleitung arbeiten, also in der Regel: auftragen mit Pinsel/Lappen/Schwamm, einziehen lassen und dann sorgfältigst(!) mit einem sauberen hellen Lappen oder Küchenkrepp alle Reste aufnehmen und verteilen bzw. abnehmen. Diese Lappen und Tücher sind dann unbedingt vernünftig zu behandeln/entsorgen wegen der Gefahr der Selbstentzündung durch trocknende Pflanzenöle - z.B. an risikoarmem Platz zum Trocknen aufhängen und nach einiger Zeit (die Lappen werden fest) dann in die Mülltonne.
Das ist sicher nicht das, was Du hören/lesen wolltest, aber alles andere wäre vermutlich nicht zielführend für ein Möbelstück in der gewünschten Optik.
Viele Grüße
Max
das hilft doch schon mal etwas weiter, auch wenn ich das Produkt von Hornbach noch nie verarbeitet habe - dafür aber einen Haufen verschiedene andere Öle und Ölfarben.
Wenn der "Zielton" dieser warme, eher in Richtung Bernstein oder Honig gehende Farbton ist, dann brauchst Du eigentlich gar kein Pigment, sondern nur ein Öl, das auf Leinöl basiert. Aufgrund der Verwendung als Gebrauchsmöbel wäre eine gute Belastbarkeit der Oberfläche ja wünschenswert - ich würde also zu einem entsprechenden Produkt raten. Solche "honigtönenden" (Hart)Öle habe ich schon von einigen Herstellern verarbeitet - zu nennen wären da z.B. Kreidezeit, Natural, Naturhaus oder Leinos.
Falls das Holz doch mit Pigmenten oder Farbstoffen getönt werden soll, wäre zu überlegen, ob Beizen oder eine Öl-Lasur (also Öl + eine geringe nicht deckende Menge Pigment) sinnvoller ist. Bei Ölfarben kann ich reine-leinölfarben.de sehr empfehlen - Herr Krumnow und Frau Bauer kennen sich wirklich aus und haben sehr hochwertige, extrem farbstarke Produkte.
Auf Deiner Platte scheint ein Produkt aufgetragen zu sein, das die "Rohholzoptik" bewahren soll - das funktioniert meist über geringe Mengen Weißpigment. Industriell verarbeitete "Öle" sind z.T. von den Eigenschaften her eher Lacken zuzuordnen und erschweren deshalb das Eindringen anderer Öle ins Holz (dafür haben es auch Flecken schwer).
Ich kann Dir in Deinem Fall aus der Ferne nur raten, den Tisch bis aufs rohe Holz abzuschleifen/abzuziehen (Ziehklinge) und dann die gewünschte Oberfläche aufzutragen. Bei den ganzen unpigmentierten Ölen heißt das: nach Anleitung arbeiten, also in der Regel: auftragen mit Pinsel/Lappen/Schwamm, einziehen lassen und dann sorgfältigst(!) mit einem sauberen hellen Lappen oder Küchenkrepp alle Reste aufnehmen und verteilen bzw. abnehmen. Diese Lappen und Tücher sind dann unbedingt vernünftig zu behandeln/entsorgen wegen der Gefahr der Selbstentzündung durch trocknende Pflanzenöle - z.B. an risikoarmem Platz zum Trocknen aufhängen und nach einiger Zeit (die Lappen werden fest) dann in die Mülltonne.
Das ist sicher nicht das, was Du hören/lesen wolltest, aber alles andere wäre vermutlich nicht zielführend für ein Möbelstück in der gewünschten Optik.
Viele Grüße
Max
Re: Eichentisch mit pigmentiertem Öl behandeln
Lieber Max,
vielen Dank für Deine wirklich sehr lange - und ehrliche - Antwort.
Es ist doch unerheblich, was ich gerne hören würde, denn das Ergebnis zählt, und ich "taste" mich heran, weil mein Aufgabenfeld sonst ein anderes ist und ich es aber schaffen möchte
Ich möchte gerne die sichtbare Holzstruktur erhalten und eine Oberfläche schaffen, die dunkler als honigfarben ist (Richtung Nussbaum). Da es sich um einen Esstisch handelt, soll er auch nicht zu anfällig sein, aber eine vollständige Versiegelung wollte ich eigentlich nicht.
Du scheinst sehr viel Erfahrung mit Produkten aller Art gemacht zu haben, deshalb würde ich Dich bitten, mir aufgrund Deines Wissens (auch um meiner Wünsche) etwas zu empfehlen. Es sollte sich gut und (einigermaßen problemlos) auftragen lassen.
Ich hoffe, Du denkst jetzt nicht: Mein Gott, das Produkt für dieses Weib muss erst noch erfunden werden....
Ein Problem war auch, dass, obwohl ich das Öl abgenommen hatte (Exzenter), immer noch ein Wassertropfen abperlte und nicht vollständig einzog.....
Ich weiß es zu schätzen, dass Du schon so viel Zeit in mein Projekt gesteckt hast und wäre Dir für eine weitere Antwort sehr dankbar.
Herzliche Grüße
Annette
P. S. Ich habe eben zwei 50ml Farbmuster Lasur auf Ölbasis bei reine-leinoel.de bestellt und bin gespannt.
Mit welcher Körnung sollte ich das Öl abschleifen?
vielen Dank für Deine wirklich sehr lange - und ehrliche - Antwort.
Es ist doch unerheblich, was ich gerne hören würde, denn das Ergebnis zählt, und ich "taste" mich heran, weil mein Aufgabenfeld sonst ein anderes ist und ich es aber schaffen möchte
Ich möchte gerne die sichtbare Holzstruktur erhalten und eine Oberfläche schaffen, die dunkler als honigfarben ist (Richtung Nussbaum). Da es sich um einen Esstisch handelt, soll er auch nicht zu anfällig sein, aber eine vollständige Versiegelung wollte ich eigentlich nicht.
Du scheinst sehr viel Erfahrung mit Produkten aller Art gemacht zu haben, deshalb würde ich Dich bitten, mir aufgrund Deines Wissens (auch um meiner Wünsche) etwas zu empfehlen. Es sollte sich gut und (einigermaßen problemlos) auftragen lassen.
Ich hoffe, Du denkst jetzt nicht: Mein Gott, das Produkt für dieses Weib muss erst noch erfunden werden....
Ein Problem war auch, dass, obwohl ich das Öl abgenommen hatte (Exzenter), immer noch ein Wassertropfen abperlte und nicht vollständig einzog.....
Ich weiß es zu schätzen, dass Du schon so viel Zeit in mein Projekt gesteckt hast und wäre Dir für eine weitere Antwort sehr dankbar.
Herzliche Grüße
Annette
P. S. Ich habe eben zwei 50ml Farbmuster Lasur auf Ölbasis bei reine-leinoel.de bestellt und bin gespannt.
Mit welcher Körnung sollte ich das Öl abschleifen?
Re: Eichentisch mit pigmentiertem Öl behandeln
Hallo Annette,
Ich habe auch eine Vorliebe für's Ölen von Holzoberflächen, bin allerdings nie in den "Genuss" gekommen, diese wieder abschleifen zu müssen. Mein Gefühl sagt mir 80er und 120er Körnung. Dass das ganz viel sein muss, was du abschleifst, glaube ich gar nicht mal. Die Farbe wird ja an der Oberfläche bestimmt und nicht in den Schichten darunter. Daher denke ich auch nicht, dass es schlimm ist, wenn nach dem Schleifen noch Wasser abperlt. Das Öl zieht eben tief ein und das Holz ist schon zu einem gewissen Teil gesättigt. Du wirst für die nächsten Schichten dann vielleicht nicht mehr so viel Öl benötigen, mutmaße ich mal.
Ich würde hinsichtlich des Farbtons mal noch einen Aspekt ins Spiel bringen: Der Tisch ist noch recht neu. Helles Holz dunkel durch UV-Strahlen nach, dunkleres Holz wird heller - so sagt man jedenfalls. Die tägliche Pflege des Tisches durch Abwischen und Pflegemittel wird sich auch mit der Zeit bemerkbar machen. Die Veränderung der Farbe durch UV-Strahlen soll durch Pigmente im Öl verhindert/verlangsamt werden können. Ich habe keine Erfahrung damit - glaube nicht so recht, dass man es aufhalten kann. Daher verändert sich die Oberfläche mit der Zeit sowieso.
Kurzum: Mit persönlich wäre die ganze Hexerei mit den pigmentierten Ölen wahrscheinlich zu aufwendig und ungewiss, ob das wirklich 100% funktioniert, weil sich das Holz eh verändert. Wir haben Buche-Fischgrätparkett geölt bei uns und keilgezinkte Buche Leimholzplatten als Fensterbänke, Küchenarbeitsplatten und Esstisch. Da war mir die Holzcharakteristik in Maserung und Grundton wichtig. 100% passt das glaube ich auch nicht zusammen, aber ich finde auch, dass es das nicht muss. Im Parkett hat man ja auch unterschiedliche Töne. Bei Naturprodukten darf das - finde ich - auch etwas "ungenau" sein.
Vielleicht kann Max mehr zum UV-Schutz schreiben und wie das funktioniert.
Ich will dich - Annette - gar nicht überzeugen und habe Verständnis, wenn du andere Ansprüche hast. Aber vielleicht ist es ein Gedankenanstoß
Viele Grüße
Thomas
Ich habe auch eine Vorliebe für's Ölen von Holzoberflächen, bin allerdings nie in den "Genuss" gekommen, diese wieder abschleifen zu müssen. Mein Gefühl sagt mir 80er und 120er Körnung. Dass das ganz viel sein muss, was du abschleifst, glaube ich gar nicht mal. Die Farbe wird ja an der Oberfläche bestimmt und nicht in den Schichten darunter. Daher denke ich auch nicht, dass es schlimm ist, wenn nach dem Schleifen noch Wasser abperlt. Das Öl zieht eben tief ein und das Holz ist schon zu einem gewissen Teil gesättigt. Du wirst für die nächsten Schichten dann vielleicht nicht mehr so viel Öl benötigen, mutmaße ich mal.
Ich würde hinsichtlich des Farbtons mal noch einen Aspekt ins Spiel bringen: Der Tisch ist noch recht neu. Helles Holz dunkel durch UV-Strahlen nach, dunkleres Holz wird heller - so sagt man jedenfalls. Die tägliche Pflege des Tisches durch Abwischen und Pflegemittel wird sich auch mit der Zeit bemerkbar machen. Die Veränderung der Farbe durch UV-Strahlen soll durch Pigmente im Öl verhindert/verlangsamt werden können. Ich habe keine Erfahrung damit - glaube nicht so recht, dass man es aufhalten kann. Daher verändert sich die Oberfläche mit der Zeit sowieso.
Kurzum: Mit persönlich wäre die ganze Hexerei mit den pigmentierten Ölen wahrscheinlich zu aufwendig und ungewiss, ob das wirklich 100% funktioniert, weil sich das Holz eh verändert. Wir haben Buche-Fischgrätparkett geölt bei uns und keilgezinkte Buche Leimholzplatten als Fensterbänke, Küchenarbeitsplatten und Esstisch. Da war mir die Holzcharakteristik in Maserung und Grundton wichtig. 100% passt das glaube ich auch nicht zusammen, aber ich finde auch, dass es das nicht muss. Im Parkett hat man ja auch unterschiedliche Töne. Bei Naturprodukten darf das - finde ich - auch etwas "ungenau" sein.
Vielleicht kann Max mehr zum UV-Schutz schreiben und wie das funktioniert.
Ich will dich - Annette - gar nicht überzeugen und habe Verständnis, wenn du andere Ansprüche hast. Aber vielleicht ist es ein Gedankenanstoß
Viele Grüße
Thomas
Re: Eichentisch mit pigmentiertem Öl behandeln
Guten Abend,
eines vorab: ich bin kein Farbchemiker oder Malermeister, sondern "nur" interessierter Anwender mit einigen m² Erfahrung (auch gewerblich).
Der UV-Schutz funktioniert meines Wissens in der Regel sehr einfach: Es wird eine geringe Menge Titandioxidpigment (weiß) in das Bindemittel (Öl. Lack) gegeben. Das Pigment sorgt dafür, dass ein Großteil der UV-Strahlung reflektiert wird, ohne die Oberfläche milchig werden zu lassen. Bei den "Rohholzeffekt"-Ölen ist die Pigmentmenge so dosiert, dass die Farbwirkung/Gelbtönung einigermaßen ausgeglichen/aufgehoben wird.
Es gibt allerdings auch Öle, die viel weniger tönend wirken, ohne Pigmentierung.
Zum Abschleifen der alten Fläche würde ich wohl vorsichtig anfangen und mal testen, ob 120er Körnung vielleicht schon reicht. Je nach Exzenter und Schleifmittel kann da schon ziemlich Abtrag stattfinden (z.B. smirdex 750 Netzschleifmittel oder eines von 3M mit Keramikkorn + Absaugung + mind. 5mm Schwingkreis) - ansonsten eben doch auf 80er Körnung gehen und alle Flächen zweimal schleifen. Zum Handschliff eher eine Stufe feiner verwenden, also ggf. 150er oder 180er Papier, falls mit 120er Kratzer entstehen.
Bei der Eiche würde ich bis mind. 120er Körnung schleifen; ob man dann noch auf 180er wechselt, ist wohl eine Frage des Ziels. Ausreichend dürfte bei dieser Holzart 120er Körnung sein, wenn das Papier von guter Qualität ist. 180er ist dann eher zur eigenen Befriedigung, denn der Tisch wird durch die Nutzung Spuren erhalten.
In jedem Fall solltest Du da sorgfältig arbeiten, d.h. lückenlos alle Flächen bearbeiten, die die neue Farbe erhalten sollten. Unbedingt mit scharfem Papier schleifen, die Oberfläche soll nach dem Schleifen matt sein, nicht wie poliert erscheinen.
Du kannst die Flächen vor dem Endschliff auch einmal komplett wässern (mit einem Sprüher anfeuchten oder einem feuchten Lappen abwischen), dann stellen sich u.A. gequetschte, verdrückte Fasern auf. Dann noch einmal die komplette Fläche homogen überschleifen und sorgfältig entstauben (z.B. Saugpinsel).
Die Saugfähigkeit spielt für die Farbe durchaus eine Rolle, denn die Pigmente und Farbstoffe ziehen beim Färben und Lasieren z.T. in die Poren ein. Bei geringer Saugfähigkeit fällt der Ton entsprechend heller/blasser aus. Buche ist deshalb auch so problematisch - dieses Holz saugt extrem und je nach Faserrichtung extrem unterschiedlich. Deshalb ist da großes Potential für Fleckenbildung, Ansätze und ähnliches. Keilgezinkte Buche gilt beim Ölen als ein sehr schwieriges Material, wenn man eine homogene Fläche haben möchte. Je nach Material sind da gerne drei oder vier Arbeitsgänge nötig. Eiche ist bei weitem nicht so "gierig" wie die besagte Buche und nimmt die Öle auch etwas langsamer auf.
Die Materialien, die Du bestellt hast, solltest Du nach Anleitung verarbeiten (Sollte auf der Webseite stehen, vielleicht wird auch noch eine Info mitgeliefert). Teste die Sachen unbedingt an einer nicht einsehbaren Stelle (Unterseite etc.). Zum Färben sind die wirklich gut; als Deckschicht würde ich wohl eine oder eher zwei Schichten ungefärbtes Fußbodenöl auftragen (aus der gleichen Quelle, sollte dann zusammenpassen).
Es dürfen keine nassen Stellen bleiben, eine ein wenig (!) feuchte Oberfläche ist aber meist in Ordnung. Abwischen und Auftragen so gut es geht in Faserrichtung vornehmen. Unbedingt in Ruhe trocknen lassen und die Oberfläche nicht vor der Aushärtung mit Wasser belasten (gilt für jedes Öl).
Ich hoffe, Dich bringen die Infos weiter zum Ziel. Aber nachdem Du den Aufwand nicht scheust, sehe ich da gute Chancen!
Weitere Bilder vom Tisch sind übrigens immer gerne gesehen.
Viel Erfolg
Max
eines vorab: ich bin kein Farbchemiker oder Malermeister, sondern "nur" interessierter Anwender mit einigen m² Erfahrung (auch gewerblich).
Der UV-Schutz funktioniert meines Wissens in der Regel sehr einfach: Es wird eine geringe Menge Titandioxidpigment (weiß) in das Bindemittel (Öl. Lack) gegeben. Das Pigment sorgt dafür, dass ein Großteil der UV-Strahlung reflektiert wird, ohne die Oberfläche milchig werden zu lassen. Bei den "Rohholzeffekt"-Ölen ist die Pigmentmenge so dosiert, dass die Farbwirkung/Gelbtönung einigermaßen ausgeglichen/aufgehoben wird.
Es gibt allerdings auch Öle, die viel weniger tönend wirken, ohne Pigmentierung.
Zum Abschleifen der alten Fläche würde ich wohl vorsichtig anfangen und mal testen, ob 120er Körnung vielleicht schon reicht. Je nach Exzenter und Schleifmittel kann da schon ziemlich Abtrag stattfinden (z.B. smirdex 750 Netzschleifmittel oder eines von 3M mit Keramikkorn + Absaugung + mind. 5mm Schwingkreis) - ansonsten eben doch auf 80er Körnung gehen und alle Flächen zweimal schleifen. Zum Handschliff eher eine Stufe feiner verwenden, also ggf. 150er oder 180er Papier, falls mit 120er Kratzer entstehen.
Bei der Eiche würde ich bis mind. 120er Körnung schleifen; ob man dann noch auf 180er wechselt, ist wohl eine Frage des Ziels. Ausreichend dürfte bei dieser Holzart 120er Körnung sein, wenn das Papier von guter Qualität ist. 180er ist dann eher zur eigenen Befriedigung, denn der Tisch wird durch die Nutzung Spuren erhalten.
In jedem Fall solltest Du da sorgfältig arbeiten, d.h. lückenlos alle Flächen bearbeiten, die die neue Farbe erhalten sollten. Unbedingt mit scharfem Papier schleifen, die Oberfläche soll nach dem Schleifen matt sein, nicht wie poliert erscheinen.
Du kannst die Flächen vor dem Endschliff auch einmal komplett wässern (mit einem Sprüher anfeuchten oder einem feuchten Lappen abwischen), dann stellen sich u.A. gequetschte, verdrückte Fasern auf. Dann noch einmal die komplette Fläche homogen überschleifen und sorgfältig entstauben (z.B. Saugpinsel).
Die Saugfähigkeit spielt für die Farbe durchaus eine Rolle, denn die Pigmente und Farbstoffe ziehen beim Färben und Lasieren z.T. in die Poren ein. Bei geringer Saugfähigkeit fällt der Ton entsprechend heller/blasser aus. Buche ist deshalb auch so problematisch - dieses Holz saugt extrem und je nach Faserrichtung extrem unterschiedlich. Deshalb ist da großes Potential für Fleckenbildung, Ansätze und ähnliches. Keilgezinkte Buche gilt beim Ölen als ein sehr schwieriges Material, wenn man eine homogene Fläche haben möchte. Je nach Material sind da gerne drei oder vier Arbeitsgänge nötig. Eiche ist bei weitem nicht so "gierig" wie die besagte Buche und nimmt die Öle auch etwas langsamer auf.
Die Materialien, die Du bestellt hast, solltest Du nach Anleitung verarbeiten (Sollte auf der Webseite stehen, vielleicht wird auch noch eine Info mitgeliefert). Teste die Sachen unbedingt an einer nicht einsehbaren Stelle (Unterseite etc.). Zum Färben sind die wirklich gut; als Deckschicht würde ich wohl eine oder eher zwei Schichten ungefärbtes Fußbodenöl auftragen (aus der gleichen Quelle, sollte dann zusammenpassen).
Es dürfen keine nassen Stellen bleiben, eine ein wenig (!) feuchte Oberfläche ist aber meist in Ordnung. Abwischen und Auftragen so gut es geht in Faserrichtung vornehmen. Unbedingt in Ruhe trocknen lassen und die Oberfläche nicht vor der Aushärtung mit Wasser belasten (gilt für jedes Öl).
Ich hoffe, Dich bringen die Infos weiter zum Ziel. Aber nachdem Du den Aufwand nicht scheust, sehe ich da gute Chancen!
Weitere Bilder vom Tisch sind übrigens immer gerne gesehen.
Viel Erfolg
Max
Re: Eichentisch mit pigmentiertem Öl behandeln
Lieber Thomas und lieber Max,
danke für Eure Antworten.
Ich bin ein eher ungeduldiger Zeitgenosse. Ein Bekannter riet mir auch zu "wait and see", aber so hell wie dieser Tisch in der Ausgangssituation ist, stellt das für mich keine Option dar.
Ich habe zu Euren Ausführungen wieder Fragen und entschuldige mich für mein Unwissen:
1. Es fängt schon mit dem Gerät an: Mein Bruder hat einen Exzenter von Bosch, sicher kein Megagerät, aber zumindest hier im Haus. Ich habe aber auch schon gehört:"Bloß nicht Exzenter, lieber Schwing- oder Bandschleifer."
2. Dann ginge es - nach der richtigen Wahl des Werkzeugs - zur Wahl der Körnung. Ihr schreibt beide 80er oder 120er. Woran " sehe" ich, dass ich die richtige Körnung habe? Auch "Keramikkorn" sagt mir gar nichts, außer dass ich mir ungefähr vorstellen kann, dass die Körnung dieses Schleifpapiers vermutlich grober als normal ist?
3. Und danach feiner Schleifen (180er), dieses dann mit der Hand und Klotz oder auch Schleifmaschine?
4. Wässern und dann mit der Hand und 180er oder wieder Exzenter?
5. Wenn ich dann an dem Punkt angelangt bin, dass das rohe Holz vorliegt, 2 Probedurchgänge mit meinen " Farbmuster" auf einer unauffälligen Stelle. Wenn ich dann den Farbton gewählt habe, trage ich diesen auf. Und hier die nächste Unklarheit:
6. Du schreibst von "lückenlos". Bezieht sich das auf die Zeit? Ich werde zwar natürlich anhand der Färbung sehen, wo eventuell Lücken sind. Würdest Du übrigens an meiner Stelle mit Pinsel oder Lappen arbeiten?
Aber: Ich habe bei den letzten Ölaufträgen draußen gesehen, dass es ruckzuck trocknete. Sollte ich die Platte in verschiedene Segmente (der kompletten Länge nach) einteilen? Und wie mache ich das - falls ja - mit den Kufen? Ich habe mittlerweile einen Heidenrespekt vor diesem Arbeitsschritt!!!
6. Das mit den 2 Deckschichten Fußbodenöl habe ich wenigstens verstanden
Viele Grüße
Annette
danke für Eure Antworten.
Ich bin ein eher ungeduldiger Zeitgenosse. Ein Bekannter riet mir auch zu "wait and see", aber so hell wie dieser Tisch in der Ausgangssituation ist, stellt das für mich keine Option dar.
Ich habe zu Euren Ausführungen wieder Fragen und entschuldige mich für mein Unwissen:
1. Es fängt schon mit dem Gerät an: Mein Bruder hat einen Exzenter von Bosch, sicher kein Megagerät, aber zumindest hier im Haus. Ich habe aber auch schon gehört:"Bloß nicht Exzenter, lieber Schwing- oder Bandschleifer."
2. Dann ginge es - nach der richtigen Wahl des Werkzeugs - zur Wahl der Körnung. Ihr schreibt beide 80er oder 120er. Woran " sehe" ich, dass ich die richtige Körnung habe? Auch "Keramikkorn" sagt mir gar nichts, außer dass ich mir ungefähr vorstellen kann, dass die Körnung dieses Schleifpapiers vermutlich grober als normal ist?
3. Und danach feiner Schleifen (180er), dieses dann mit der Hand und Klotz oder auch Schleifmaschine?
4. Wässern und dann mit der Hand und 180er oder wieder Exzenter?
5. Wenn ich dann an dem Punkt angelangt bin, dass das rohe Holz vorliegt, 2 Probedurchgänge mit meinen " Farbmuster" auf einer unauffälligen Stelle. Wenn ich dann den Farbton gewählt habe, trage ich diesen auf. Und hier die nächste Unklarheit:
6. Du schreibst von "lückenlos". Bezieht sich das auf die Zeit? Ich werde zwar natürlich anhand der Färbung sehen, wo eventuell Lücken sind. Würdest Du übrigens an meiner Stelle mit Pinsel oder Lappen arbeiten?
Aber: Ich habe bei den letzten Ölaufträgen draußen gesehen, dass es ruckzuck trocknete. Sollte ich die Platte in verschiedene Segmente (der kompletten Länge nach) einteilen? Und wie mache ich das - falls ja - mit den Kufen? Ich habe mittlerweile einen Heidenrespekt vor diesem Arbeitsschritt!!!
6. Das mit den 2 Deckschichten Fußbodenöl habe ich wenigstens verstanden
Viele Grüße
Annette
