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Re: Fragen zu Rahmen/Füllung und Plattbank

Hallo Johannes,

zu Deiner Frage zum Unterschied von Rahmenbau und Stollenbau:
Von der Bauweise trifft Deine Feststellung

Hauptunterschied ist somit die Verbindung des Längsholz über Eck bspw. Seite - Front und dass man keine zusätzlichen Füße oder Sockelgestell braucht.

m.E. auf den Kopf.
Allerdings würde ich zum Unterschied in der Bauweise noch einen erheblichen optischen Unterschied anmerken. Ein Typisches Rahmenbau-Möbel wirkt auf mich trotz Rahmen-und-Füllung und meinetwegen Sockel zum unteren Abschluß und Kranz zum Abschluß nach oben hin eher "flächig". Optisch schon fast Richtung Plattenbau.Während ein typisches Stollenmöbel weniger ebenflächig, sondern durch seine (im Normalfall) stärker und weniger breit, als die Rahmen ausgeführten Stollen, strukturierter wirkt.
Weiterhin kommen noch die oft als Füße genutzten Stollen, die das Möbelstück "anheben", dazu. Also auch hier eine andere optische Wirkung als beim typischen Rahmenmöbel, das eher "wie ein Baum" auf dem Boden steht.
Will sagen - sowohl Stollen- als auch Rahmenbau nutzen beide das Prinzip Rahmen-und-Füllung, allerdings mit anderem optischen Effekt für das Möbel.

Zu Deiner Frage zur Stärke der Füllung:
der wichtigste Vorteil von Rahmen-und-Füllung war nicht die Holzersparnis oder die Optik, sondern der, daß man im Vergleich zum Brettbau Quellen und Schwinden von größeren Werkstückbreiten in den Griff bekommt (Pedder hat das ja schon sehr treffend geschrieben).
Baust Du einen z.B. 2,4 cm dicken Rahmen mit Schlitz-und-Zapfen und Füllung, drittelst Du klassischerweise Schlitz und Zapfen. Das wären dann dreimal 8 mm. Der "Schule folgend" auch 8 mm für die Nut der Füllung.
Deine Füllung kannst Du nach eigenem Gusto anfertigen, also holzsparend und arbeitsaufwendig oder auch holz-prassend.

- nur so stark wie die Nut, also 8 mm. Wie Du schreibst, bei Massivholz normalerweise mit gehörig Aufwand mit Auftrennen oder Runterschruppen verbunden. Ich glaube nicht, daß man das mit Massivholz oft gemacht hat.
- stärker als die Nut, mit Abplattung ein- oder beidseitig (Stärke der Füllung je nach Abplattung derselben); das sieht man oft als die massive Lösung.
- Du kannst die Füllung auch sehr kräftig ausführen (z.B. so stark wie den Rahmen oder noch mehr) und die Füllung ringsum Nuten, dann die Nutwange der Füllung in die Nut des Rahmens stecken. Ist nicht holzsparend und wirkt optisch ganz anders als eine dünne oder abgeplattete Füllung. Ist aber trotzdem immer noch Rahmen-und-Füllung mit seinen Vorteilen in Bezug auf Quellen und Schwinden. Je massiver die Füllung wird, desto kräftiger muß aber auch der Rahmen ausgeführt werden, der die Füllung halten soll, besonders bei Türen.

Zu Deiner Frage mit den Einlegeböden:
um den von Dir angesprochenen Spalt weitgehend zu vermeiden, könntest Du den Rahmen auf der Höhe des vorgesehenen Zwischenbodens mit einem waagrechten Zwischenteil unterteilen. Nachteile hier: eine andere optische Wirkung durch zusätzliche waagrechte Unterteilung, und daß man mit der Lage des Einlegebodens recht festgenagelt ist. Aber immerhin möglich.
Weiterhin könntest Du die die Füllung innenseitig (also im Möbel) von ihrer Stärke (Dicke) so ausführen, daß sie eine Ebene (Fläche) mit dem Rahmen innen bildet. Die Füllung dann nur abfälzen und nicht abplatten, jedoch in jedem Fall soweit, daß Quellen und Schwinden der Füllung im Rahmen nicht behindert werden. So erhälst Du den kleinstmöglichen Spalt.

Gruß, Andreas

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