Aufbewahrungsbox für Veritas-Hobeleisen

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Restauration Hobelbank *Viele Bilder*

Hallo an alle Forumsteilnehmer,

am vergangenem Mittwoch bin ich mit der Restauration meiner Hobelbank nach fast 8-wöchiger Bauzeit fertig geworden und möchte Euch davon berichten.
Ausgangspunkt war die von ca. 1910 stammende Hobelbank, an der mein Großvater und mein Vater gearbeitet haben und in die ich als Kind bestimmt auch so manchen Nagel reingeschlagen habe.

Meine Kommentare habe ich zu den einzelnen Bildern geschrieben und möchte am Anfang nur ein paar Überlegungen und Daten stellen.
Da ich im Forum schon einige Beiträge über das Restaurieren von Hobelbänken gelesen habe und diese hinterher wie neu aussahen, wollte ich das auch. Von diesem Ziel musste ich im Laufe der Zeit abrücken, da es nicht zu realisieren war und finde die Bank jetzt so auch viel schöner als ich es mir vorher vorgestellt hatte.
Ich habe auch nicht geahnt auf was für eine Schufterei ich mich da einlasse, habe es aber nie bereut und an Aufgeben habe ich sowieso nie gedacht.
In den vergangenen 8 Wochen hat mich dieses Projekt völlig gefangen genommen und ich habe mich so reingesteigert, das ich täglich, außer Sonntag, 4-5 Stunden daran gearbeitet habe, alles bis auf eine Ausnahme mit Handwerkzeug.
Arbeitszeit also um die 200 Stunden. Aber jetzt zu den Einzelheiten.

Nun viel Spass beim lesen und anschauen, Fragen beantworte ich gerne.

Gruß Uwe

Das Endprodukt

Hobelbank vorher, steinharte Leimreste, Scharten, Farbe, Schrauben und Nägel auch abgebrochene noch in der Tiefe. Dazu hatte die Bankplatte in der Länge eine Wölbung und war leicht verdreht. Den Berg und die Drehung habe ich weggehobelt, mit dem Zahnhobel die Leimreste dann mit dem Doppelhobel und mit der Rauhbank gezwercht.Dabei immer wieder Kontrolle mit dem Richtscheid und Nägel entfernen.


Bevor es ans hobeln ging habe ich die Bank in alle Einzelteile zerlegt auch das Untergestell, das hier nicht zu sehen ist. Vom vielen hobeln habe ich am Anfang ganz schönen Muskelkater gehabt. Manchmal musste ich es auch unterbrechen, weil der von der Stirn tropfende Schweiß fast schon Pfützen auf dem Holz bildete.

Auch gegen den starken Holzwurmbefall musste etwas unternommen werden. Ich habe alle Teile satt mit Holzwurmex eingestrichen in Haushaltfolie eingewickelt und erst nach 48 Stunden wieder ausgepackt. Bei diesem Fuß vom Untergestell war nichts mehr zu retten, also neu bauen.

Teile von der Bankplatte vorm behandeln mit Holzwurmex.

Einige Anbauten nach dem ersten Hobeln.

Erster Zusammenbau, dadurch bekam ich erstmal einen Überblick wo noch was und wieviel gemacht werden muß. Am Untergestell seht Ihr, dass der eine Fuß komplett neu und der Andere zum Teil ersetzt wurde. Man sieht auch, dass der Berg der Bankplatte so gut wie weggehobelt ist aber ein Problem ist geblieben.Die Führung der Hinterzange beschreibt ja immer noch einen Bogen nach unten und das bereitete mir noch einige Kopfzerbrechen. Im Hintergrund mein Schärfplatz in Anlehnung an Friedrich Kollenrodt`s Anleitung.

Das erste Stück neue Buche wird aufgeleimt.

Hier wird auf die gesamte Fläche der Bankplatte neue Buche aufgeleimt. Bestehend aus Buchenholzbrettchen die gefügt wurden und die an den Hirnflächen Nuten und falsche Federn erhalten haben.Sieht hinterher aus wie Parkett.Die Nuten sind übrigens dieser einzige Fall wo ich kein Handwerkszeug benutzt habe.

Nach dem Ausspannen

Nach ca. 1 Stunde hobeln. Der Bereich der Bankkakenlöcher besteht aus zwei durchgehenden Brettern, die Einzigen, die ich nicht selber hergestellt habe.

Inzwischen ist auf die Anbauten auch aufgeleimt worden und diese sind wieder montiert. Ein neuer Bankkasten ist ebenfalls hergestellt. Die Hinterzange wartet noch auf die Fertigstellung.


Die Hinterzange ist dran.

Ein Problem das mich lange beschäftigte. Die waagerechte und paralele Führung der Hinterzange. Ich habe diese bestimmt so an die 20 mal auseinander und wieder zusammengebaut um an der einen Fläche etwas Material aufzuleimen und an der gegenüberliegenden etwas wegzunehmen.

Vorder- und Hinterzange wieder abgebaut und das erste mal mit Leinölfirnis geölt.

Ich habe fertig.

Auch das Firmenschild strahlt in neuem Glanz.

Mit diesem Bild will ich Euch zeigen, dass ich nur mit Handwerkzeug gearbeitet habe. Die kleinen Gestellsägen habe ich in der Zeit auch gebaut plus eine Schweifsäge.
Jetzt kann es endlich zu neuen Projekten gehen.

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