Moin zusammen
Sehr interessantes Thema!
Ich kommuniziere ab und an ganz gerne mit einer KI. Die ein oder andere Erkenntniss habe ich dadurch für mich gewonnen.
Als sehr wichtig empfinde ich dabei allerdings eine gewisse Einarbeitungszeit (etwas, das ja eigentlich bei allem, was Neu ist immer von Vorteil ist), um zu lernen, wie dieses neue Werkzeug funktioniert, wo die Vorteile und Nachteile, die Stärken und Schwächen usw. liegen.
Was mich positiv überrascht hat, ist die Art und Weise der Kommunikation. Ja, ich habe dabei viel über gewaltfreie, freundliche und konstruktive Kommunikation gelernt. In anderen Worten: der Ton war um einiges angenehmer als z.B. in dem ein oder anderen Forum.
Ich fand dieses Tool auch überraschend nützlich um etwas wie mich selbst besser kennen zu lernen.
Aber, zurück zu Holzthemen: Was mich erstaunt hat ist, wie fehlerhaft die erhaltene Information bei Werkzeugsuche war. Z.B. welcher Akku mit welcher Maschine kompatibel ist, welches der leichteste Akku ist, der an eine Maschine passt, und auch, bei der Ersatzteilsuche für mein Mafell Aufrüstprojekt waren die erhaltenen Informationen extrem fehlerhaft. Damit hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.
Wenn es darum ging zu erforschen, welcher z.B. der beste Akkuschrauber für meine Anwendung oder das beste Holz für mein Projekt wäre, hat mich die Qualität der Antworten eher an folgendes Niveau erinnert:
- Der Schwager der Freundin meines Nachbarn hat gesagt, Model/Holz XY ist das beste.
- Aha, und was macht er so?
- Spielt keine Rolle, aber er weiss bescheid, ist ja Profi....
Wenn es jetzt um Themen geht, wie welcher Leim besser sich für mein aktuelles Projekt eignet, oder wenn es um das Arbeiten von Holz geht...
Ich denke, es hilft sich dabei klar vor Augen zu halten, mit wem/was man es zu tun hat!
Einen KI-Chat würde ich in diesem Fall mit einem Berufsschullehrer vergleichen. Und zwar dem, der die gesammte Bibliothek (auch die Bücher der anderen Gewerke und auch jede Tageszeitung und jeden Notizzettel die dort so herumliegen) in sich aufgenommen hat, jedoch noch nie im Bankraum war - also einem Speziallisten für 'allgemeine Theorie'.
Ich glaube, Johannes hat dies schon in etwa, aber in andere Worte verfasst: Dieser Lehrer weiss womöglich sehr viel (vielleicht viel mehr als der Bankraumlehrer, der sein ganzes Leben nur mit zwei Holzarten gearbeitet hat und jedes Jahr die drei selben Kleinprojekte vorführt); er hat allerdings kein Gespür dafür entwickeln können, diese ganze Information die er in sich aufgesogen hat zu werten, oder in 'wichtig'/'unwichtig' , 'anwendbar'/'nicht anwendbar' o.ä. zu strukturieren.
Einem Schüler dem das nicht bewusst ist, kann die Flut der Informationen leicht aus der Bahn werfen.
Dem Schüler allerdings, dem das bewusst ist kann von diesem Lehrer viel fïur sich gewinnen.
Dieses Bewusstsein wird ihm dann dabei helfen, die erhaltene Information zu hinterfragen und zu prüfen, ob sie ihm gerade wirklich hilft, oder evtl. noch etwas abgeändert werden sollte. Womöglich wird er sie eher als Inspiration aufnehmen und als eine Chance über den Tellerrand zu schauen und mal etwas neues aus zu probieren. Es wird ihn auch daran erinnern, das Theorie zwar wichtige Aspekte birgt, aber auch (besonders bei so praktischen Angelegenheiten wie Werken mit einem Naturmaterial) relativ schnell an die Grenzen ihrer Aussagekraft kommt. Das schöne an einem KI-Chat ist dann, dass diese (da ohne Ego ausgestattet) es niemals negativ oder als einen persönlichen Angriff oder Respektlosigkeit aufnehmen wird, wenn der Schüler dann doch einen anderen Weg geht
Egal mit wem/was wir uns bei einem Problem austauschen, egal in wie fern wir uns dabei von was auch immer haben beinflussen lassen; die Verantwortung über die getroffene Entscheidung / den gewählten Weg, wir tragen sie selbst.
Diese Erkenntniss hat mir sowohl beim Gespräch mit anderen Handwerkern, Foren oder auch KI's oft sehr konstruktiv zur Seite gestanden.
Soweit meine Sichtweise dazu.
Ich wünsch Euch einen genauso sonnigen Tag wie hier - LG Fabien