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Holz zu kalt verleimt... Fugen gehen auf

Verfasst: Do 26. Jan 2017, 17:13
von Thomas Matuschak

Hallo,
da ich aus Platzgründen größere Werkstücke in meiner Garagen-Werkstatt erledigen muss (wo auch meine Maschinen stehen), hab ich die Tage Leimholz bei Temparaturen um oder unter Null hergestellt.
Nach derselben Prozedur, die ich immer anwende - bis dato ohne Probleme. Nun hab ich ein Problem und frage mich, ob das auf die Temparatur zurückzuführen ist:

Die Fugen der verleimten Platte gehen auf und der Leim (Titebond mit längerer Offenzeit) ist an den meisten Stellen weiß wie Gips (sonst ist er braun). Sowohl Holz als auch Leim waren durchgekühlt.
Auch die Trocknung erfolgte in der Garage... der Leim liess sich auch problemlos aufbringen und ist beim Pressen auch schön aus den Fugen gequollen. Also war er wohl nicht "vor Kälte erstarrt".

Kennt Ihr das Problem? Ist das einfach auf die niedrige Temperatur zurückzuführen? Ist das Problem nur der Leim, oder das kalte Holz oder Beides? Oder vielleicht der Temperaturunterschied, nachdem
ich die fertige Platte in die warme Werkstatt gebracht habe... ich weiß ja, das das Holz arbeitet und sich aklimatisiert... hätte aber nicht erwartet, dass sich das auf die Leimfugen auswirkt..
Werde heute Abende mal eine kleine Platte in der Werkstatt verleimen... aber vielleicht könnt Ihr mir ja vorher schon einen Hinweis geben.

Gruss,
Thomas


Re: Holz zu kalt verleimt... Fugen gehen auf

Verfasst: Do 26. Jan 2017, 17:42
von Konrad Holzkopp

Guuden,

Du hast den "Weißpunkt" unterschritten.
https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=wei%C3%9Fpunkt+leim

g.H.! J.


Re: Holz zu kalt verleimt... Fugen gehen auf

Verfasst: Do 26. Jan 2017, 18:01
von Thomas Matuschak

Danke Justus... ja, ich denke genau das wird es sein. Verdammter M..t!!
Mal sehen, ob die Verbindung dann auch instabil ist. Dann lassen sich die Lamellen vielleicht mit
wenig Schaden trennen, neu Abrichten und verleimen.

Tja, typischer Fall von Lehrgeld :-(

Gruss,
Thomas


Re: Holz zu kalt verleimt... Fugen gehen auf

Verfasst: Fr 27. Jan 2017, 06:49
von Welsch Bernhard

Guten Morgen Holzwürmer,

gut zu wissen, wieder was gelernt. Ich schleife mein Multiplex derzeit in dem Raum für Gartengeräte um den Staub in der Werkstatt zu minimieren. Der Raum ist an zwei Seiten von der Kelleraussenwand (30 cm Vollbeton) begrenzt und an der dritten Seite ist bis zur Oberkante der Boden für die Terrasse angehäuft. Dadurch ergeben sich in dem Raum Temperaturen, die ein körperliches Arbeiten ohne Heizung, aber etwas dicker angezogen, ermöglichen. Für das Verleimen sollte ich also auf wärmere Temperaturen warten, da auch die Werkstatt nur bedingt und nur sporadisch beheizbar ist.
Ich wünsche weiterhin frohes und erfolgreiches Holzwerken
Bernhard


Re: Holz zu kalt verleimt... Fugen gehen auf

Verfasst: Fr 27. Jan 2017, 08:32
von Christian Lanz
[In Antwort auf #146548]
Guten Morgen,
Lehrgeld habe ich auch bezahlt. Ich habe in der Werkstatt draußen 30 mm Eichenbretter gelagert und nun abgerichtet, um daraus eine Tischplatte zusammenzuleimen. Da es draußen zu kalt zum Verleimen war, habe ich kurzerhand das Holz ins Haus geholt und dort verleimt. Das Resultat schon nach einem Tag - die Leimfuge hält, der Leim härtet transparent aus, doch das Holz reisst!
Im Nachhinein ärgert es mich umso mehr, da eigentlich klar ist, dass Holz sich verändert, wenn es von kalter trockener Luft ins Haus geholt wird. Nun muss ich schauen, wie ich die Platte gerettet bekomme. Also vielleicht schleifen und mit dem Schleifstaub und Epoxidharz die Risse füllen...
Arbeiten im Winter hat seine Tücken.
In diesem Sinne wünsche ich euch mehr Erfolg, als ich hatte ;)
Christian


Re: Holz zu kalt verleimt... Fugen gehen auf

Verfasst: Fr 27. Jan 2017, 08:40
von Thomas Matuschak

Nur kleine Rückmeldung: Habe ja wieder im warmen verleimt... alles gut! Und ich dachte schon, es liegt am vertrumpten Leim aus USA.. ;-)

Gruss,
Thomas


Re: Holz zu kalt verleimt... Fugen gehen auf

Verfasst: Fr 27. Jan 2017, 10:14
von Rüdiger

Für das Verleimen sollte ich also auf wärmere Temperaturen warten, da auch die Werkstatt nur bedingt und nur sporadisch beheizbar ist.


Oder, wenn das Werkstück klein genug und/oder die Temperatur nicht zu kalt ist, es (und den Leim) mit einer Heißluftpistole etc. anwärmen. Allerdings arbeite ich im Bootsschuppen in der Regel mit Epoxy, das eine kurze Abbindezeit hat.


Re: Holz zu kalt verleimt... Fugen gehen auf

Verfasst: Fr 27. Jan 2017, 13:36
von Wolfgang Kueter

Hallo,

[... ]Arbeiten im Winter hat seine Tücken. [...]


Nein, nur wenn die Werkstatt nicht geheizt ist. Und ganz ehrlich: Die hier geschilderten Probleme sind doch seit anno dunnemals bekannt. Die Verarbeitungstemperaturen von Weissleim (Polyvinylacetat, PVAC) stehen doch auf den Gebinden drauf. Bei USA Leim mag das nicht der Fall sein. Ob das so ist, weiss ich nicht und kann auch nicht nachgucken, denn hier steht kein Gebinde dieses angeblichen Wunderleims rum, weil mir Standard D3 Leim bisher immer ausreichte. Titebond besteht nun mal im wesentlichen auch nur aus PVAC, unterscheidet sich damit also kaum von von Ponal, Bindan, Soudal und den ganzen anderen PVAC-Konsorten. Ich kauf normalerweise Großgebinde und wenn der Leim zur Neige geht, wird halt ein neuer 5 kg oder 10 kg Kanister oder Eimer gekauft..

Grüße
Wolfgang


Re: Titebond II nicht unter 13°C!

Verfasst: Fr 27. Jan 2017, 17:01
von Rolf Richard
[In Antwort auf #146542]
Was Justus alsWeiispunkt beschreibt heist im Englischen "ChalkTemperature".

Im Internet findet man die Angabe, dass die Titebond II - Varianten eine Chalk Temperature von 55°F - ca. 13°C besitzen.

Für Ponal (Ponal Super 3 finde ich aktuell nichts) sind 6°C angegeben

Gruss
Rolf


Schuldbekenntnis und Wunderleim

Verfasst: Fr 27. Jan 2017, 17:11
von Thomas Matuschak

Tja, JETZT ist mir das auch bekannt - als Hobbyist weiß man halt manchmal nicht alles vorher und bezahlt entsprechend Lehrgeld. Mea culpa, maxima culpa.
Auf meine Titebond-Flasche hab ich übrigens keine Temperaturangabe gefunden. Und gekauft habe ich den Leim nicht, weil ich glaube
dass die Amis besseren Leim herstellen können, sondern weil bei Dictum zufällig mal endlich ein Leim mit längerer Offenzeit greifbar war - wohingegen
man in den Baumärkten mit dem doofen Hamster und anderen immer nur die gleiche Sosse bekommt.

Allerdings: Die Titebond-Flaschenverschlüsse find ich klasse - das Beste gegen Vetrocknen, was ich bis dato an einer Leimflasche hatte.

Gruss,
Thomas