[
In Antwort auf #39903]
Hallo,
wahrscheinlich hast Du alles schon realisiert, aber ich habe das Forum erst gerade entdeckt.
Vielleicht helfen Dir (oder anderen) zwei Anmerkungen doch weiter:
1. Ich habe vor 15 Jahren eine U-förmige Küche eingebaut. Zwei Schenkel der Arbeitsfläche waren Granit (darin Spüle und Kochfeld), der dritte Schenkel war aus stabverleimter Buche. Beides sieht noch "wie neu" aus. Ich würde es heute wieder so machen!
Die Holzplatte habe ich im ersten Jahr alle paar Wochen geölt (in mehreren Durchgängen jeweils bis zur Sättigung; Vorsicht, keine "Pfützen" stehen lassen). Danach war sie so vollgesogen, dass sie seitdem absolut unempfindlich ist. Nach dieser Grundbehandlung im ersten Jahr wird sie ca. 1 - 2 mal im Jahr gewachst und poliert. Allerdings hat sie sich im Lauf der Jahre in Querrichtung etwas "geschüsselt" (wenn Lineal aufliegt, in der Mitte ca. 2 mm tiefer als außen). Heute würde ich evtl. zwei Gratleisten von unten einarbeiten.
Mit der Granitplatte (3 cm massiv) gab es auch nie Probleme. Ob die Oberfläche beschichtet wurde, weiß ich nicht, ich habe nie etwas gemacht. Die Granitplatte ist vom Steinmetz und war damals gegenüber Küchenstudios deutlich billiger. Außerdem war sie in den beiden Schenkeln aus einem Stück, andere (nicht alle) Anbieter wollten sie stückeln (vor und hinter Spüle und Kochfeld schmale Steifen) oder auf einer Trägerplatte eine dünne Granitplatte mit Vorderseitenverblendung aufbringen.
Worüber man sich bei Granitarbeitsflächen im klaren sein muss ist die Tatsache, dass man bei Ersatz des Kochfeldes nach einem gleichgroßen oder evtl. größeren Kochfeld mit dann notwendigen Nacharbeiten suchen muss. Mein Kochfeld (zwei schmale Felder mit 2 Gasflammen und 2 Ceranfeldern, heute würde ich entweder vier Gasflammen oder vier Induktionsfelder nehmen) hat aber bisher noch nicht "den Geist aufgegeben". Das System ist aber heute noch unverändert lieferbar.
Die Stoßfuge der beiden unterschiedlichen Plattenmaterialien wurde beim Einbau mit Silikon vollflächig bestrichen und von unten mit 2 Arbeitsplattenverbindern zusammengespannt. Auf die Fuge wurde beim Zusammenbau oben eine dicke, ca. 40 cm breite Zulage je hälftig über dem Stoß (Papier unterlegen) gelegt, die mit zwei dicken Zulagen rechts und links unten neben dem Stoß mit Schraubzwingen zusammengespannt wurde, so dass die Oberfläche bündig war. Hier gab es nie Probleme mit eindringender Feuchtigkeit, obwohl dies eigentlich meine größte Sorge war.
Was ich gemacht habe war, immer darauf zu achten, dass kein Wasser längere Zeit auf der Arbeitsfläche stehen blieb (vor allem nicht auf der Stoßfuge oder auf dem Holz). Andererseits habe ich auch nicht sonderlich achtgegeben oder bin ein "Putzteufel". Außerdem sind 2 Kinder in der Zeit groß geworden.
2. Zu Deinem Problem mit dem Wasserhahn: Da mich die Putzerei um den Wasserhahn auch immer gestört hat, habe ich einen Wandwasserhahn installiert. Ein weiterer Vorteil ist, dass dann Löcher (= potentielle Schwachstellen) in der Arbeitsfläche entfallen.
Dies geht natürlich nur, wenn man vor dem Einbau die Wasserleitungen in die Wand legen kann. Auch sollte man sich vorher darüber im klaren sein, dass es (zumindest bei den "bezahlbaren") Armaturen eine wesentlich kleinere Auswahl gibt - Billigarmaturen aus dem Baumarkt gibts gar nicht als Küchenwandarmatur.
Was ich auch nicht habe ist eine Fernbetätigung für den Ablauf des Spülbeckens (sonst müsste ich da genauso herumputzen wie um den Wasserhahn). Mein Abwaschbecken hat ein Sieb, das man nach unten drücken kann und das damit den Ablauf verschließt.
Gruß
Konrad