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In Antwort auf #150540]
Hallo Friedrich,
ich habe der Nachvollziehbarkeit halber meine Absätze Nummeriert.
1. Ja, die Gesamtabweichung der Gesamtfläche beträgt 0,106 mm. Das ist beachtlich gut, zumal der Abrichtklinker nicht frisch plangeläppt war, sondern vorher mehrmals im Einsatz war.
2. Gehe ich absolut Konform mit dir. Die 3-Klinker-Methode ist die für mich günstigste und autarkeste Methode. Ich denke die Klinker hat man ein Leben lang :-)
3. Allerdings! Ich muss aber auch sagen, dass die Einrichtung um 1900 rum eher dem Zweck entsprach. Ich habe Truhen, Kästen, Schränke und Anderes gesehen, da waren die Zinken lediglich gesägt, die Fugen mit Holzkitt zugeschmiert. Aus heutiger Sicht nicht schön. Zudem waren die meisten Werkstücke aus Nadelholz, also einfach zu bearbeiten.
4. Da kannst du dich glücklich schätzen, noch so einen Schreiner gehabt zu haben. Der Schreiner in unserem Ort hat mit Handwerkzeugen nichts mehr zu tun. Ein Rali-Wechselklingenhobel ist das äußerste was zum Einsatz kommt. Über den Schärfaufwand kann ich nichts sagen, bis auf das das heute sehr in Vergessenhet geraten ist. Die Japaner richteten ihre Steine früher auf selbst gegossenen Platten ab. Die Platten wurden gegossen und anschließend gebrannt. Mehr weis ich darüber nicht. Aus Europa kenne ich nur Stein auf Stein. Vielleicht gibt es ja noch eine geheime Schärfmethode von der niemand weis :-) Ein Tischler der früher ein 35 qm Wohnzimmerparkett von Hand abgehobelt hat war ein armes Würstchen. Ich habe jedoch noch keinen alten europäischen Holzhobel in der Hand gehabt, der eine perfekte Schneide aufwies, oder eine Fase mit geradzahligen Winkelmaß hatte. Als ich bei einer alten Frau in die ehemalige Schreinerei durfte, habe ich das Hobelregal untersucht. Nicht ein Holzhobel hatte eine Fase mit 25 Grad. Sie waren entweder drunter, oder drüber. Meist mit maschinellen Hohlschliff, wahrscheinlich freihändig in mieserabler Qualität gemacht. Die Eisen hatten meist nur noch wenig Nutzlänge. Die Spiegelseite war teilweise poliert, auch hier war hin und wieder eine Gegenfase angebracht, aber alles andere als genau.
5. Ich glaube Schleifpapier hat auch viel Anwendung gefunden.
6. So ist es. Schärfen macht mir heute viel Spaß. Früher habe ich das nie verstanden mit den Winkeln und den ganzen Geometrien.
Danke nochmal für deine tolle Anleitung.
Grüße ... Sascha