Liebe Forumsgemeinde,
ich habe ein sideboard gebaut, wie ihr auf dem Foto seht.
Die Deckplatte ist aus Kirsche und hat einen Rahmen aus Nußbaum. Dieser Rahmen ist mit einer Gehrung verbunden. Leider ist die Verbindung nichts geworden und so klafft eine Lücke in der Gehrung. Ich habe auch den Verdacht, dass das Holz ziemlich arbeitet und die Lücke "atmet". Dann wird es sowieso kompliziert.
Wir kann ich diese Lücke am besten füllen? Die Füllung soll nicht so auffallen.
offene Fugen kaschieren
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Dirk Baltzer
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offene Fugen kaschieren
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Dirk Baltzer
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Re: offene Fugen kaschieren
Habe ich noch vergessen zu erwähnen.
Mit Epoxidharz funktionierte es schlecht, weil das Harz überall hingeflossen ist und nur nicht in dem Spalt blieb. Schöne Sauerei. Ich habe die Platte anschließend wieder sauber geschliffen und mit eine Ryoba die Lücke in der Gehrung nachgesägt, so dass die Lücke zumindest gleichmäßig aussieht.
Viele Grüße
Dirk
Mit Epoxidharz funktionierte es schlecht, weil das Harz überall hingeflossen ist und nur nicht in dem Spalt blieb. Schöne Sauerei. Ich habe die Platte anschließend wieder sauber geschliffen und mit eine Ryoba die Lücke in der Gehrung nachgesägt, so dass die Lücke zumindest gleichmäßig aussieht.
Viele Grüße
Dirk
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Andreas Winkler
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Re: offene Fugen kaschieren
Hallo Dirk,
auf Deine Frage - Du könntest Furnier oder passend gearbeitetes Massivholz einleimen.
Dann wird der Rahmen aber um das Eingeleimte größer bleiben, schwindet die Füllung wieder, hast Du an Übergang Rahmen-Füllung Fugen.
Man könnte die Fugen betonen durch eingefärbtes oder andersfarbiges Holz oder irgendwas anderes, evtl. passend zu den "Adern" der Schubfronten.
Da dann vorher ggf. Fugen auf ein gleiches Maß ereitern.
Bitte nichts falsch verstehen, Du hast tolles Holz ausgewählt und sicher auch viel Mühe bei der Verarbeitung reingesteckt.
Aber eben keine massivholzgerechte Konstruktion angewendet.
Vermutlich weißt Du, warum die Fugen entstanden sind.
Dein Holz war zu trocken für den Standort, es ist gequollen, hat den Rahmen aufgedrückt.
Massivholzgerecht heißt, die Eigenheiten von Massivholz (Quellen, Schwinden, jeweils inkl. Verdrehen oder Verziehen) dauerhaft ermöglichen.
Warum?
Weil massives Holz eben dauerhaft auf Wechsel der Umgebungsfeuchte reagiert.
Gute Holzauswahl hilft, aber damit kann man Holz auch nicht "erschlagen".
Auch maximal stehende Jahrringe reagieren auf Wechsel der Umgebungsfeuchte. Zwar "nur" in etwa nur halb so arg, wie liegende Jahrringe, aber eben trotzdem.
Manchmal verzeiht einem Holz Fehler in der Konstruktion und es geht gut, manchmal leider nicht. Tut mir leid.
Deine Platte wäre aus meiner Sicht klassische Furnierarbeit, am besten auf einer Spanplatte.
Das mag manchem "anrüchig" erscheinen, ist es aus meiner Sicht jedoch überhaupt nicht.
Furnier für Deine Platte herzurichten ("Rahmen"/Friese auf Gehrung, Füllung dazu passend) und dann auf die hergerichtete Platte mit Anleimern auf Gehrung genau aufzuleimen, ist ebenfalls eine Arbeit mit nicht unerheblichem Anspruch.
Natürlich tut man sich mit einer Furnierpresse dann viel leichter.
Gruß, Andreas
P.S.: "Holz atmet durch die Lücke" finde ich eine schöne Beschreibung.
auf Deine Frage - Du könntest Furnier oder passend gearbeitetes Massivholz einleimen.
Dann wird der Rahmen aber um das Eingeleimte größer bleiben, schwindet die Füllung wieder, hast Du an Übergang Rahmen-Füllung Fugen.
Man könnte die Fugen betonen durch eingefärbtes oder andersfarbiges Holz oder irgendwas anderes, evtl. passend zu den "Adern" der Schubfronten.
Da dann vorher ggf. Fugen auf ein gleiches Maß ereitern.
Bitte nichts falsch verstehen, Du hast tolles Holz ausgewählt und sicher auch viel Mühe bei der Verarbeitung reingesteckt.
Aber eben keine massivholzgerechte Konstruktion angewendet.
Vermutlich weißt Du, warum die Fugen entstanden sind.
Dein Holz war zu trocken für den Standort, es ist gequollen, hat den Rahmen aufgedrückt.
Massivholzgerecht heißt, die Eigenheiten von Massivholz (Quellen, Schwinden, jeweils inkl. Verdrehen oder Verziehen) dauerhaft ermöglichen.
Warum?
Weil massives Holz eben dauerhaft auf Wechsel der Umgebungsfeuchte reagiert.
Gute Holzauswahl hilft, aber damit kann man Holz auch nicht "erschlagen".
Auch maximal stehende Jahrringe reagieren auf Wechsel der Umgebungsfeuchte. Zwar "nur" in etwa nur halb so arg, wie liegende Jahrringe, aber eben trotzdem.
Manchmal verzeiht einem Holz Fehler in der Konstruktion und es geht gut, manchmal leider nicht. Tut mir leid.
Deine Platte wäre aus meiner Sicht klassische Furnierarbeit, am besten auf einer Spanplatte.
Das mag manchem "anrüchig" erscheinen, ist es aus meiner Sicht jedoch überhaupt nicht.
Furnier für Deine Platte herzurichten ("Rahmen"/Friese auf Gehrung, Füllung dazu passend) und dann auf die hergerichtete Platte mit Anleimern auf Gehrung genau aufzuleimen, ist ebenfalls eine Arbeit mit nicht unerheblichem Anspruch.
Natürlich tut man sich mit einer Furnierpresse dann viel leichter.
Gruß, Andreas
P.S.: "Holz atmet durch die Lücke" finde ich eine schöne Beschreibung.
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Dirk Baltzer
- Beiträge: 137
- Registriert: Sa 9. Feb 2013, 15:05
- Wohnort: 61476 Kronberg
Re: offene Fugen kaschieren
Hallo Andreas,
es ist wahrscheinlich genau so, wie Du es sagst: Keine massivholzgerechte Verbindung.
Da ich keine Gummifuge machen möchte (Silikon oder ähnliches) überlege ich tatsächlich, ob ich die Platte nochmal aus einem Stück machen sollte.
Dann kann sie sich verziehen wie sie will und liegt immer noch obenauf.
Viele Grüße
Dirk
es ist wahrscheinlich genau so, wie Du es sagst: Keine massivholzgerechte Verbindung.
Da ich keine Gummifuge machen möchte (Silikon oder ähnliches) überlege ich tatsächlich, ob ich die Platte nochmal aus einem Stück machen sollte.
Dann kann sie sich verziehen wie sie will und liegt immer noch obenauf.
Viele Grüße
Dirk
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Andreas Winkler
- Beiträge: 1166
- Registriert: Di 30. Nov 2021, 19:21
Re: offene Fugen kaschieren
Hallo Dirk,
hatte mir gestern nach Abschicken Deine Bilder nochmal genau angeschaut.
Dabei ist mir aufgefallen, daß der "Rahmen" der Platte ja eigtl. gar kein geschloßener Rahmen ist, sondern ein dreiseitiges "Fries".
Für Deinen Fall wäre aus meiner Sicht - wie gesagt - am fachgerechtesten, die Platte zu furnieren.
Bei gleicher Optik wäre massiv eine Möglichkeit:
- dreiseitigen Rahmen "auf Gehrung", wie gehabt, stabil mit dem Untergestell verbinden;
- Verbindung 3-seitiger Rahmen mit Füllung/Platte wie folgt: Längsfries komplett verleimt, Querfriese je von den Gehrungen ca. 5 cm fest mit der Platte/Füllung verbunden (z.B. Dübel+Leim), Rest der Fläche mit Nutzapfen, aber nicht verleimt, so daß Bewegung jederzeit möglich ist;
- Querfriese sind dann eine Art Hirnleiste, wirken als Flächensicherung, Füllung kann nach hinten (also zum offenen Ende) Quellen und Schwinden;
- Maßveränderung bei Holz in der Länge auf Deine Sideboardlänge vernachläßigbar, so daß die Gehrungen sicher wären;
- im Zweifelsfall hast Du dann halt am offenen Ende eine etwas vor dem Friesende vorstehende oder zurückspringende Füllung/Platte;
Holz muß sich beim Quellen und Schwinden nicht zwangsläufig Verdrehen (in Längsrichtung), das kommt auf den Faserverlauf des Stammes, aus dem das Holz geschnitten worden ist, an.
Gruß, Andreas
hatte mir gestern nach Abschicken Deine Bilder nochmal genau angeschaut.
Dabei ist mir aufgefallen, daß der "Rahmen" der Platte ja eigtl. gar kein geschloßener Rahmen ist, sondern ein dreiseitiges "Fries".
Für Deinen Fall wäre aus meiner Sicht - wie gesagt - am fachgerechtesten, die Platte zu furnieren.
Bei gleicher Optik wäre massiv eine Möglichkeit:
- dreiseitigen Rahmen "auf Gehrung", wie gehabt, stabil mit dem Untergestell verbinden;
- Verbindung 3-seitiger Rahmen mit Füllung/Platte wie folgt: Längsfries komplett verleimt, Querfriese je von den Gehrungen ca. 5 cm fest mit der Platte/Füllung verbunden (z.B. Dübel+Leim), Rest der Fläche mit Nutzapfen, aber nicht verleimt, so daß Bewegung jederzeit möglich ist;
- Querfriese sind dann eine Art Hirnleiste, wirken als Flächensicherung, Füllung kann nach hinten (also zum offenen Ende) Quellen und Schwinden;
- Maßveränderung bei Holz in der Länge auf Deine Sideboardlänge vernachläßigbar, so daß die Gehrungen sicher wären;
- im Zweifelsfall hast Du dann halt am offenen Ende eine etwas vor dem Friesende vorstehende oder zurückspringende Füllung/Platte;
Holz muß sich beim Quellen und Schwinden nicht zwangsläufig Verdrehen (in Längsrichtung), das kommt auf den Faserverlauf des Stammes, aus dem das Holz geschnitten worden ist, an.
Gruß, Andreas