Hallo Michael,
die gezeigten Bauformen sind ja nur Inspirationen für den Betrachter. Ich denke mal für den Anwender kommen die Lösungen durch die eigene Lernkurve. Jeder hat eine unterschiedliche Präferenz und die wirkt sich auch in der Ausgestaltung des Arbeitsumfeldes aus. Die gezeigten Projekte sind alle existent und werden genutzt. Wie jedes Möbel, das im täglichen Einsatz ist unterliegt es bei mir einer fortwährenden Entwicklung. Im Ursprung ist es aber nicht groß verändert worden sondern hat Modifikationen erhalten. Das sind dann die persönlichen Vorlieben die umgesetzt werden.
Als Beispiel noch mal die Realisierung meiner Anreiss- und Messwerkzeuge: https://woodworking.de/viewtopic.php?p=160813#p160813
Die waren vorher in Laden, jetzt sind sie im direkten Zugriff. Mit allen Vor- und Nachteilen aber jedenfalls besser als vorher. Diese Lösung ist meine und kann für Dich überhaupt nicht realisierbar sein da Deine Arbeitsweise eine gänzlich andere ist. Ich denke, dass eine gezeigte Lösung nicht unbedingt kompatibel ist, aber kann den kreativen Aspekt aktiviert.
Daher viel Glück auf der Suche nach der richtigen Form und Ausgestaltung,
Werzeughalter und mehr
Re: Werzeughalter und mehr
Herzliche Grüße
Uwe
Uwe
Re: Werzeughalter und mehr
Guten Abend zusammen,
nach ausreichender Verzögerung (...) hier nun etwas kommentiertes Bildmaterial von der bei mir genutzten Aufhängung für Stemmeisen und ähnliche Werkzeuge. In der Werkstatt hängt das gleiche Prinzip an der Wand und zwar schon länger, als ich denken kann.
Hier sieht man den Querschnitt ganz gut: Es ist nur eine Eschenleiste (bewusst ein säurefreies Hartholz), an zwei Längskanten gerundet und oben mit einer recht flachen Nut versehen, die ebenfalls gerundet ist. Ob man das Profil nun maschinell fertigt oder mit Profilhobeln, das spielt ja für das Ergebnis keine Rolle. Bei den geringen nötigen Mengen ist man vermutlich mit den Profilhobeln schneller, falls man passende Ausführungen hat.
In diese Leiste werden dann an den Stellen, an denen Beitel sitzen sollen, Löcher gebohrt und Einschnitte gemacht, danach die Bohrungen noch angesenkt. In dieser Werkzeugkiste habe ich das sehr genau gemacht - so genau, dass nur die Kirschen-Beitel passen und auch beim Transport weder herausfallen noch schlackern können. Die Schneide muss hier bei den meisten Größen quer zur Aufhängeleiste stehen, um die Werkzeuge entnehmen und wieder zurückhängen zu können. Durch Drehen um 90 Grad "verriegeln" sich die Eisen. Das war etwas Fummelei, aber hat sich bewährt. Auch bei der Fahrt dieser mobilen Werkzeugkiste über Kopfsteinpflaster bleibt alles an Ort und Stelle. In der Werkstatt würde ich hier mit mehr Spiel arbeiten, um die Beitel einfacher entnehmen zu können und jederzeit auch andere Hersteller aufbewahren zu können. (Das erklärt auch das schief stehende zweite Eisen von vorne - das passt nicht anders rein und das Kirschen wartet gerade aufs Schärfen.)
Nachteil sind klar die ungeschützten Schneiden, was sich aber mit einer entsprechend geschlitzten Blende entschärfen ließe. In der Werkstatt ist das seit Jahren angedacht.
So sieht die ganze Abteilung der Kiste aus. Neben allem möglichen Zeug, das am Boden herumliegt, sind hier auch Vorstecher und die nötigsten Schraubenzieher versammelt (und man erkennt meine wenig ausgeprägte Markentreue). Das gleiche Profil, nur hier mit Bohrungen, die ebenfalls so eng wie möglich toleriert sind und damit Herumgeschlackere auf ein minimales Maß reduzieren.
Ich sehe den Vorteil dieser Ausführung im einfachen Zugriff und der platzsparenden Aufbewahrung. Es gibt sicher schönere Ausführungen, die gerade auch recht wertvolle und/oder ästhetisch ansprechende Werkzeuge standesgemäß präsentieren - gerade im Bereich der Kunsttischlerei auch sehr berechtigt. Bei mir geht es da in der Regel pragmatischer und weniger kunsthandwerklich zu, trotzdem sind die Schneiden alle rasiermesserscharf.
Meine Reservestemmeisen, die allesamt aus in den letzten 20 Jahren aus geschenkten und gebraucht gekauften und dann aufbereiteten Exemplaren bestehen, liegen (geschärft und mit Ballistol eingeölt) in einem Schubladeneinsatz möglichst platzsparend mit vertikal stehenden Schneiden nebeneinander. Das ist aber kein Foto wert.
Vielleicht helfen die Fotos und Infos ja ein wenig bei der Findung der optimalen Lösung für Dich - Uwe hat das ja schon sehr schön beschrieben, dass solche Sachen meist von sehr individuellen Präferenzen und Ansprüchen geprägt sind.
Viele Grüße
Max
nach ausreichender Verzögerung (...) hier nun etwas kommentiertes Bildmaterial von der bei mir genutzten Aufhängung für Stemmeisen und ähnliche Werkzeuge. In der Werkstatt hängt das gleiche Prinzip an der Wand und zwar schon länger, als ich denken kann.
Hier sieht man den Querschnitt ganz gut: Es ist nur eine Eschenleiste (bewusst ein säurefreies Hartholz), an zwei Längskanten gerundet und oben mit einer recht flachen Nut versehen, die ebenfalls gerundet ist. Ob man das Profil nun maschinell fertigt oder mit Profilhobeln, das spielt ja für das Ergebnis keine Rolle. Bei den geringen nötigen Mengen ist man vermutlich mit den Profilhobeln schneller, falls man passende Ausführungen hat.
In diese Leiste werden dann an den Stellen, an denen Beitel sitzen sollen, Löcher gebohrt und Einschnitte gemacht, danach die Bohrungen noch angesenkt. In dieser Werkzeugkiste habe ich das sehr genau gemacht - so genau, dass nur die Kirschen-Beitel passen und auch beim Transport weder herausfallen noch schlackern können. Die Schneide muss hier bei den meisten Größen quer zur Aufhängeleiste stehen, um die Werkzeuge entnehmen und wieder zurückhängen zu können. Durch Drehen um 90 Grad "verriegeln" sich die Eisen. Das war etwas Fummelei, aber hat sich bewährt. Auch bei der Fahrt dieser mobilen Werkzeugkiste über Kopfsteinpflaster bleibt alles an Ort und Stelle. In der Werkstatt würde ich hier mit mehr Spiel arbeiten, um die Beitel einfacher entnehmen zu können und jederzeit auch andere Hersteller aufbewahren zu können. (Das erklärt auch das schief stehende zweite Eisen von vorne - das passt nicht anders rein und das Kirschen wartet gerade aufs Schärfen.)
Nachteil sind klar die ungeschützten Schneiden, was sich aber mit einer entsprechend geschlitzten Blende entschärfen ließe. In der Werkstatt ist das seit Jahren angedacht.
So sieht die ganze Abteilung der Kiste aus. Neben allem möglichen Zeug, das am Boden herumliegt, sind hier auch Vorstecher und die nötigsten Schraubenzieher versammelt (und man erkennt meine wenig ausgeprägte Markentreue). Das gleiche Profil, nur hier mit Bohrungen, die ebenfalls so eng wie möglich toleriert sind und damit Herumgeschlackere auf ein minimales Maß reduzieren.
Ich sehe den Vorteil dieser Ausführung im einfachen Zugriff und der platzsparenden Aufbewahrung. Es gibt sicher schönere Ausführungen, die gerade auch recht wertvolle und/oder ästhetisch ansprechende Werkzeuge standesgemäß präsentieren - gerade im Bereich der Kunsttischlerei auch sehr berechtigt. Bei mir geht es da in der Regel pragmatischer und weniger kunsthandwerklich zu, trotzdem sind die Schneiden alle rasiermesserscharf.
Meine Reservestemmeisen, die allesamt aus in den letzten 20 Jahren aus geschenkten und gebraucht gekauften und dann aufbereiteten Exemplaren bestehen, liegen (geschärft und mit Ballistol eingeölt) in einem Schubladeneinsatz möglichst platzsparend mit vertikal stehenden Schneiden nebeneinander. Das ist aber kein Foto wert.
Vielleicht helfen die Fotos und Infos ja ein wenig bei der Findung der optimalen Lösung für Dich - Uwe hat das ja schon sehr schön beschrieben, dass solche Sachen meist von sehr individuellen Präferenzen und Ansprüchen geprägt sind.
Viele Grüße
Max
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flüsterholz
- Beiträge: 139
- Registriert: Mi 26. Okt 2022, 21:59
Re: Werzeughalter und mehr
Vielen Dank euch Beiden.
An Uwe. Dein Halter für die Bankplatte lässt mir ja keine Ruhe. Ein paar Versuche in die Richtung habe ich auch schon hinter mir. Immer mit dem Gedanken, etwas Ordnung auf der Hobelbank zu haben. Letztendlich haben sie mich dann aber gestört, weil sie Platz wegnahm. Allerdings waren das immer sehr Werkzeug spezifische Aufbewahrungen. Ich überlege, ob es nicht Sinn macht, eher eine Ablage/Halter zu bauen, der die am häufigst benutzten Werkzeuge aufnimmt. So ein paar sind ja meistens immer gleich. Ich muss mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen.
An Max. Ähnliche Halter nutze ich auch zur Zeit, zumindest für die breiteren Stechbeitel. Im Augenblick ist der Plan am Werkzeugschrank zumindest zwei etwa 5cm tiefe Koffertüren zu verbauen. Deine Halter funktionieren da bestimmt hervorragend beim Öffnen der Tür, ohne dass die Stemmeisen hinaus fallen. Ich werde testweise aber auch mal andere probieren, ob diese dann das Herunterfallen der Stemmeisen beim Öffnen der Tür auch verhindern. Für deinen Zweck wüsste ich aber auch keine bessere Lösung.
Gruß Michael
An Uwe. Dein Halter für die Bankplatte lässt mir ja keine Ruhe. Ein paar Versuche in die Richtung habe ich auch schon hinter mir. Immer mit dem Gedanken, etwas Ordnung auf der Hobelbank zu haben. Letztendlich haben sie mich dann aber gestört, weil sie Platz wegnahm. Allerdings waren das immer sehr Werkzeug spezifische Aufbewahrungen. Ich überlege, ob es nicht Sinn macht, eher eine Ablage/Halter zu bauen, der die am häufigst benutzten Werkzeuge aufnimmt. So ein paar sind ja meistens immer gleich. Ich muss mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen.
An Max. Ähnliche Halter nutze ich auch zur Zeit, zumindest für die breiteren Stechbeitel. Im Augenblick ist der Plan am Werkzeugschrank zumindest zwei etwa 5cm tiefe Koffertüren zu verbauen. Deine Halter funktionieren da bestimmt hervorragend beim Öffnen der Tür, ohne dass die Stemmeisen hinaus fallen. Ich werde testweise aber auch mal andere probieren, ob diese dann das Herunterfallen der Stemmeisen beim Öffnen der Tür auch verhindern. Für deinen Zweck wüsste ich aber auch keine bessere Lösung.
Gruß Michael