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Herstellung eigener Holzdübel - von Marc Waldbillig in Luxemburg
19.03.2005

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Manchmal ist es einfach besser, man hat Holzdübel in derselben Art wie das Möbelstück. Ich will hier zeigen, wie ich meine herstelle. Das Foto zeigt die Arbeitsschritte von links nach rechts im Uhrzeigersinn.
Marc

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  1. Zuerst such ich mir ein Stück Holz ohne Äste, Knoten und mit möglichst geradem Faserverlauf, denn die Dübel folgen später diesem Verlauf.
  2. Ich säge den Block auf die gewünschte Länge, Spitze und Ende vom Dübel eingerechnet.
  3. Auf das Hirnholzende kommt ein quadratisches Raster mit einer Seitenlänge von 10 mm. Das ist ein wenig mehr als die 8 mm des Dübels, die zum Schluss übrig bleiben, aber die Erfahrung zeigt, dass die Dübel dann schön rund werden und keine Ausrisse entstehen.
  4. Mit dem Stechbeitel schlage ich Brettchen ab. Dabei ist es sinnvoll, den Holzblock nicht breiter als den Stechbeitel zu wählen. Mit einem gut geschärften Tischlerbeil sollte das auch gehen. Das erste Brettchen ist keilförmig (s. Foto), da die Faser nicht parallel zur Kante verläuft. Es ist nicht zu gebrauchen (genauso wie das letzte).
  5. Nachdem alle Brettchen gespaltet sind, werden sie nochmals quer gespaltet dem Raster folgend, alle 10 mm. Das sind die Rohlinge, auf dem Foto rechts neben dem ersten Brettchen.
  6. Die Rohlinge werden zugespitzt, so dass sie in das Durchschlageisen 12 mm passen.
  7. Das Durchschlageisen ist eine super Erfindung, die man sich leicht auch selbst herstellen kann. Man nimmt ein Flacheisen, mindestens 6mm dick und bohrt Löcher im gewünschten Durchmesser rein. Es wird auf der Oberfläche geschärft, so dass um das Bohrloch eine scharfe Kante entsteht. Am besten wird das Eisen auf einen Holzblock montiert.
  8. Der erste Durchgang ist das 12 mm Loch. Hier wird überschüssiges Material abgetragen. Dann folgen 10 und 8 mm Löcher (s. im Foto vorne). Ich stell das Eisen über ein Bankhakenloch, so dass der Dübel unter die Bank fällt. Hat man eine Schublade unter der Bank, so vermeidet man das andauernde Bücken :-), wenn man die Lade unter das Loch hinaus rauszieht.
  9. Soll der Dübel ganz genau passen, so schlag ich ihn beim letzten Loch nicht ganz durch. So kann ich den Dübel leicht keilförmig am Ende feilen oder schnitzen. Dann keilt er sich passgenau ins Dübelloch.
  10. Das Herstellen von Dübeln ist eine profane Tätigkeit, es ist allerdings sehr befriedigend, wenn der Dübel beim Einschlagen nicht absplittert.

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