Wildholzmöbel von Patrick Schons in Rheinland-Pfalz 24.04.2004
Email an Patrick Schons
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Als Schreiner und stattl.gepr.Holztechniker hatte ich auf gut Deutsch die
Nase voll von geraden Formen und dem Architekten-Quatsch. Quatsch deshalb,
weil alles was sie planen grau, schwarz oder weiß sein muss. Mit Edelstahl
oder sonstigen "neuen" Materialien. Eine Küche die ich mal einbaute hatte
genau diese Farben und Formen, wie in einem Schlachthaus kam ich mir
hinterher vor.
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Dann stieß ich letztes Jahr auf ein Buch. "Möbel aus Wildholz" von Daniel
Mack.
Keine Geraden, kein schwarz,grau oder sonstiges. Einfach nur schön was ich
sah. Alles in allem, Anregung genug um dies einmal selbst auszuprobieren.
Erst ein Sessel dachte ich mir und fing kurze Zeit später auch schon an.
Aller Anfang ist schwer, bemerkte ich schnell. Zwingen ansetzen um Teile des
Gestells zu fixieren? Von wegen, da die Äste nunmal rund sind hatte ich da
das erste Problem. Mit einem Seil ging es dann, danach vorbohren und mit
Kammnägeln festigen.
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Das zweite und größte Problem hatte ich bei den Armlehnen. Die Äste müssen
nass bzw. frisch sein zum biegen. Sehr gefährlich kann ich da nur sagen. Wie
ein Bogen bei dem das Seil reißt. Beim letzten Ast, der zwei Armlehnen
(insgesammt 10 Äste) sprang mir die vordere Zarge kurz unterm Kinn vorbei.
Die Äste hatten solch eine Spannung, dass die Zarge, die mit 4 Kammnägeln
befestigt war sich selbstständig machte. Danach brachte ich auf jeder Seite
noch zusätlich einen Nagel an. Für den ersten Sessel brauchte ich noch fast
14 Stunden, den zweiten fertigte ich in knapp 7 Stunden.
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Alles in allem eine sehr schöne Erfahrung und befriedigende Arbeit. Man
sieht nach kurzer Zeit schon ein Ergebnis.
Mittlerweile ist meine Sammlung an Wildholzmöbeln schon um einiges
"gewachsen". Ich kann es nur empfehlen mal mit runden, krummen und sehr
schön grünen Hölzern zu Arbeiten.
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