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Ein Sekrätär von Dietrich Bausch und einige Worte über sich    14.12.2003

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Dietrich
hier bei der Sondierung von Kirschbaumstämmen, mit einem Freund und Hobby-Kollegen

Meine Holzleidenschaft begann schon früh im Schulalter, wurde aber gerade im Werkunterricht gebremst durch schlechtes bzw. schlecht geschärftes Werkzeug. Zuhause wurden die Kenntnisse bei der Fertigung diverser Bögen und der dazugehörigen Pfeile etwas erweitert, im Alter von 12 Jahren. Mit 15 Jahren teilte ich mir den Ringfinger der linken Hand in Längsrichtung bis zum Nagelbett an der auslaufenden Tischkreissäge meines Vaters, danach nahm ich 15 Jahre kein Holz mehr in die Hand, geschweige denn eine Kreissäge!

Im Jahre 1991 waren meine Frau und ich auf der Suche nach einem hochwertigen Massivholzbett aus Erlenholz, gefallen hatte uns die damalige Musterring Serie aus Erle. Doch die Preise waren für meine damaligen Begriffe derart hoch, das ich nach eingehender Begutachtung der Bauweise des gewünschten Bettes, einen Selbstbauversuch in Betracht zog.

Durch Zufall viel mir in dieser Zeit der Metabo Aktionsprospekt zu Weihnachten in die Hände, dort wurde eine Handkreissäge mit Führungsschiene, eine Oberfräse und ein Industriesauger für zusammen 1500 DM angeboten. Nach Absprache mit meiner besseren Hälfte besorgte ich mir das Maschinenpaket, über meinen Arbeitgeber noch um einiges preiswerter, und wollte mir Leimholzplatten in Erle kaufen, was sich als schwierig erwies. Einige Verkäufer in den angesteuerten "Holzmärkten" wussten nichts von einem Baum Namens Erle, andere empfahlen mir doch einfach Spanplatten zu nehmen!

Während eines Gesprächs mit meinem Schwiegervater erinnerte der sich an einen Schulkollegen, der eine Holzhandlung führt, ich fuhr sofort hin, und siehe da nichts von Hochglanzoberflächen auf MDF, nichts von Paneelen, denen der Stoff Holz nicht anzusehen war, keine Empfangstresen, keine Halogenbeleuchtung. Aber Holz soweit das Auge reicht, Balken, Bohlen, eine Tischkreissäge im Freien, Zimmerleute, Lieferwagen, Gabelstapler und zwischendrin der Holzhändler Johannes M., gut 65 Jahre alt, der mich gleich nach meinen Wünschen fragte, und von dem ich in 15 Minuten über die Erle mehr erfuhr als in 20 Holzmärkten der letzten 2 Monate. Natürlich konnte er mir den Plattenbedarf für mein Projekt bestellen und 2 Wochen später nach Hause liefern.

So entstand bis ins Frühjahr des darauffolgenden Jahres mein erstes Möbelprojekt - ein Erlenbett. Mir gefiel die Arbeit so sehr, das ich mich entschloß meinen Werkzeugbestand ein wenig zu erweitern um einen fingergezinkten Bettkasten und eine Wäschetruhe passend zum Bett zu bauen. In den kommenden 5 Jahren baute ich mit der immer noch bescheidenen Ausstattung an Werkzeugen 2 Schlafzimmerkleiderschränke und wenige kleinere Möbelstücke, meißt aus Erle oder Buche, immer aus Möbelbauplatte.

Als der Umbau mit Erweiterung meines Elternhauses beschlossen wurde, nahm ich mir vor, alle Möbel und die Wohnungsausstattung mit Parkett, Dielen und Holzdecken selbst zu machen, was eine wesentlich erweiterte Werkzeug- und Maschinenausstattung erforderte. Außerdem wurde die Einrichtung einer Holzwerkstatt, verteilt auf 2 nebeneinanderliegende Kellerräume beschlossen. Zufällig sah ich beim Aufenthalt in einem Eisenwarenladen 2 Videocassetten der Firma Metabo, die das Thema Holzbearbeitung mit stationären Maschinen und mit Oberfräsen hatten. Die beiden Cassetten nahm ich mit, dort war der Umgang mit Oberfräsen, Bandsäge, Kappsäge, Tischkreissäge, Abricht u. Dickenhobel, Tischfräse und Tischbandschleifmaschine sehr gut erklärt und vorgeführt.

Seit dem Umbau des Hauses schaffte ich mir jedes Jahr eine Stationärmaschine aus dem "Magnum" Programm an, zuerst die Tischkreissäge zur Fertigung der Einbauküche, die noch aus Möbelbauplatten gebaut wurde. Seit der Anschaffung der Hobelmaschine steigt der Anteil, der Möbel die aus Dielenware entstanden sind, kontinuierlich an. Natürlich wurde auch einiges an Handwerkzeugen angeschafft, die Liste ist lang, sie reicht über Winkel, Streichmaße, Schmiegen, Stechbeitel, Richtleisten, Zirkel, zweier selbstgebauter Werkbänke bis hin zu der Rauhbank.

Mittlerweile versuche ich die Möbel aus Obsthölzern der Umgebung zu bauen, Kirsche, Nuß und Birne sind sehr schöne Hölzer, und besonders die Kirsche lässt sich wunderbar bearbeiten und auch polieren.

Mein erlernter Beruf ist Chemiefacharbeiter, den ich seit 1980 ausübe, und in dem ich 1989 die Meisterprüfung abgelegt habe.

Dietrich
herstellen des sog. Verleimprofils auf der Tischfräse, auch dieser Vorgang erfordert eine sehr genaue Maschineneinstellung
Dietrich
wenn alles eingestellt ist: eine herrliche Disziplin, das Fräsen das Konterprofils incl. Zapfen mit 2 Fräsern in einem Arbeitgang
Dietrich
Wandteile der Schublade nach dem Fräsen der Bodennut
Dietrich
eine rechtwinklige Hilfsvorrichtung zum Verleimen von Schüben und Füllungstüren
Dietrich
beim Anschlagen der Klappe
Dietrich
3 solcher Nähtischscharniere halten die ausklappbare Arbeitsfläche an der innenliegenden Platte, an der man die angefräste Gratleiste sieht, die nach erfolgter Montage unsichtbar ist
Dietrich
mit aufgeklappten Türen, die Schübe auf Hettich V6 Auszügen
Dietrich
nach der Fertigstellung mit Öl und Wachs
Dietrich
ein Projekt aus dem Jahr 98/99 der Garderobenschrank aus Erle in Frankfurter Wellenart, noch ohne Tischfräse, aber teilweise unter Verwendung von Leimholzplatten, wird nur mit Keilen zusammengehalten

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