[Home]Oberflaechenbehandlung

Wikiwoodworking Homepage | Aenderungen | Preferences

[Inhaltsverzeichnis] [Forum Handwerkzeuge] [Forum Holzbearbeitungsmaschinen] [Dieter Schmid Feine Werkzeuge]

Hallo Leute,
Hier ist die Seite für

Lacke, Öle, Farben, Beizen und andere Oberflächenbehandlungen für Holzwerker


Als Holzwerker ist man ja nicht fertig, wenn der Hobel oder die Ziehklinge aus der Hand gelegt wird. Das immer noch rohe Holz will geschützt sein, es soll u.U. farblich verändert werden oder gar eine deckende Farbfassung erhalten. Baumärkte, Bioläden und der Versandhandel bieten dafür eine grosse Anzahl unterschiedlicher Produkte an und mancher kennt noch (oder wieder) einige alte Rezepte und Verfahren.
Dieses Wiki hier soll Gelegenheit bieten, die verstreuten Kenntnisse zur Oberflächenbehandlung von Hölzern zu bündeln und gesammelt darzustellen.
Bitte seid so nett und kennzeichnet Eure Beiträge.
viele Grüsse
reinhold

Schellack

wird umfassend in einem anderen Beitrag behandelt. Bitte dort nachschauen : http://www.woodworking.de/cgi-bin/wiki/wiki.pl?Schellack

Hinweise zum Bearbeiten und Editieren (leider auf English) unter http://www.usemod.com/cgi-bin/wiki.pl?TextFormattingRules

BezeichnungBestandteile, Technische Daten, Inhaltststoffe Herstellung, EigenschaftenAnwendungenBemerkungen , Verträglichkeit

Abteilung 1 : Öle, Firnisse, Ölfarben

Definition: sogenannte "trocknende" Öle , die durch Aufnahme von Sauerstoff abbinden, mit oder ohne Sikkative, Mischungen derartiger Öle untereinander oder mit anderen Stoffen, bilden oberflächlich Filme und/oder dringen in die Oberfläche ein. Trocknende Öle und Ölfarben können nach dem Abbinden nicht mehr gelöst werden.

Leinöl


engl. Linseed Oil; lat. Oleum lini, frz. Huile de lin
Öl, das aus der Saat der Leinpflanze (Flachs) gepresst wird, selten rein - meist mit Unkrautsamen verunreinigt. L. ist ein sehr fettes Öl, grösstenteils Glyceride hochungesättigter Fettsäuren. Reines kalt gepreßtes L. hat ein spez. Gew. von 0,930 bis 0,940 und erstarrt bei -16°. Kalt gepresste Leinöle von sehr heller Farbe werden im Bioladen als Speiseleinöl verkauft und auch von Künstlern und Restauratoren zum Malen verwendet. Die bei 90° heiss gepressten, dunkleren Leinöle oft aus überlagerter Saat werden meist zu Leinölfirnis (siehe dort) und für andere technische Zwecke verwendet. Auch kaltgepresstes Leinöl muss mehrere Reinigungs- und Läuterungsprozesse durchlaufen. Die Leinölsäuren - Linolsäuren - sind für das Festwerden des Öls verantwortlich . L. bindet ab, indem es Sauerstoffatome aus der Luft aufnimmt. Die Trocknungszeiten können sehr lang sein - mehrere Tage bis Wochen. Das Abbinden kann durch Zugabe von Sikkativen und/oder Pigmenten beschleunigt werden. Im Kanister zäh oder klumpig gewordenes L. kann durch Zugabe von Lösungsmitteln nicht mehr flüssig gemacht werden, da der Abbindeprozess irreversibel ist.Kalt gepresstes L. wird roh als Salatöl und zum Anrühren von Künstlerölfarben verwendet.
Heiss gepresstes L. wird als Farbengrundlage, zur Herstellung von Vorstrichen (Halböl) und zum Imprägnieren von Holz verwendet. Besonders, wenn es mit Lösungsmitteln verdünnt wurde, zieht es gut in Holz ein und härtet in der oberen Holzschicht aus, wo es einen festen Film von guter Beständigkeit bildet. Bei Möbeln etc. sollte der Leinölanstrich nach 5-10 Minuten wieder abgewischt werden, damit nur das ins Holz eingedrungene Leinöl verbleibt. Mehrmals auftragen, dazwischen jeweils einen Tag abbinden lassen. Es bildet sich sonst oberflächlich ein fettiger Film. Im Freien sind wiederholte Anstriche erforderlich, um eine gewisse Wetterfestigkeit zu erreichen.
Linoleum ist eine Mischung von Korkmehl, Farbpigmenten und Leinöl auf einer Rupfenunterlage. Fensterkitt ist eine Mischung aus Leinöl mit Kreide.
Leinöl feuert Holz gut an, macht es also dunkler.
Lappen, die mit Leinöl getränkt sind, können sich selbst entzünden ! Ihre Aufbewahrung in Blechgefässen wird empfohlen. Sicherer ist das kontrollierte Abbrennen des Lappens, z.B. im Ofen.
Reines Leinöl in Lebensmittelqualität ist ein gut verträgliches Öl, das aufgrund seines hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren als "gesund" gilt. Technisches Leinöl enthält Verunreinigungen und ist nicht zum menschlichen Genuss geegnet.

Tip : Leinöl bindet schneller ab, wenn es dem Licht ausgesetzt ist. Lichter Schatten oder Halbschatten ist hell genug. Pralle Sonne könnte dem Holz schaden. Mit Leinöl behandelte Möbel, die in einer dunklen Werkstatt oder Abstellkammer stehen, können sich mehrere Wochen lang klebrig anfühlen. (r.ege)

gekochtes Leinöl


Leinöl ohne weitere Beimischungen.Längeres Kochen des Leinöls bei ca 220 Grad war früher eine der Möglichkeiten, das rohe Leinöl zu klären und zu reinigen. Das Ergebnis unterscheidet sich nicht wesentlich von heutigem natürlichen Leinöl, vielleicht ist das gekochte Öl etwas dunkler. Es ist also kein Firnis!In der Anwendung entspricht gekochtes Leinöl dem heute üblichen Leinöl. Der Unterschied ist bestenfalls für Kunstmaler und Restaurateure interessant. Hinweis : gekochtes Leinöl trocknet genau so langsam wie rohes Leinöl.siehe Leinöl: Die üblichen Vorsichtsmassnahmen mit Leinöllappen. (r.ege)

Standöl

geklärtes Leinöl ohne weitere Beimischungen
Standöl lässt sich nach dem modernen Verfahren auch von anderen Ölsorten herstellen.
Die Zubereitung von Standöl war früher eine weitverbreitete Möglichkeit, rohes Leinöl zu klären. Dazu liess man Leinöl in einem grossen Behälter mit engem Hals längere Zeit stehen. Die Verunreinigungen sanken nach unten und das klare Öl konnte oben abgezogen werden.
Heute wird Leinöl-Standöl unter Luftabschluss (Schutzgas) gekocht und dadurch geläutert.
Standöl ist etwas wetterfester als normales Leinöl. Es wird praktisch nur im Denkmalschutzbereich verwendet.Vorsichtmassnahmen gegen Selbstentzündung wie bei Leinöl. (r.ege)

Halböl

Jeweils zur Hälfte aus Leinölfirnis und Balsamterpentinöl gemischtHalböl kann selbst gemischt werden, das Mischungsverhältnis ist nicht kritisch und kann nach beiden Seiten abweichen. Bitte Balsamterpentinöl nicht mit gewöhnlichem Terpentin oder gar mit Terpentinersatz verwechseln!
Industriell gefertigte Halböle bestehen meist aus dunklem Leinölfirnis mit Anteilen von Kunstharzen und mineralischen Lösungmitteln wie Terpentinersatz, Testbenzin oder Kunstharzverdünner. Sie werden zum Grundieren von Fensteranstrichen und anderen Holzbehandlungen im Freien verwendet.
Halböl wird als Tiefengrundierung oder Haftanstrich verwendet, aufgrund seiner Viskosität dringt es tief ein. Halböl eignet sich sehr gut für die Oberflächenbehandlung von Drechselarbeiten, drei Aufträge im Abstand von einem Tag schützen das Holz zuverlässig und lassen es gleichzeit "unbehandelt" aussehen. Der Auftrag kann auf der Drechselbank erfolgen, dabei die Spindel von Hand drehen. Überflüssiges Öl nach einigen Minuten abwischen, der letzte Auftrag sollte mit einem Stahlwollebausch erfolgen. Halböl macht Holz etwas dunkler (feuert an) und lässt die Maserung deutlicher erscheinen. Lappen, die mit Halböl getränkt sind, können sich selbst entzünden ! Ihre Aufbewahrung in Blechgefässen wird empfohlen. Sicherer ist das kontrollierte Abbrennen des Lappens, z.B. im Ofen.
Die Lösungsmittel in industriell hergestelltem Halböl sind teilweise gesundheitlich bedenklich; auf gute Lüftung ist immer zu achten. (r.ege)

Leinölfirnis


lat. Vernix Lini, engl. Varnish of Linseed, in Amerika : boiled linseed oil
Leinöl mit ca 1-2% Trockenstoffen (Sikkativen , von lat. Siccus=trocken), früher meist Bleiglätte, Mangansuperoxyd, Manganohydroxyd, heute in der Regel bleifreie Trockenstoffe (meist Cobalt- und Zirkoniumoctoate). Im Biobereich oft gemahlene Harze. Als Leinölfirnis wird Leinöl bezeichnet, dem Trockenmittel beigegeben wurden. Zur Definition von Firnis siehe dort. L. ist Oberflächenschutz für alle Hölzer im Innenbereich, insbesondere Möbel, Türen, Arbeitsplatten, Wandverkleidungen, Balken, etc. und zur Behandlung von Naturstein und Kork. L. ist diffusionsfähig, schmutz- und wasserabweisend, hat ein gutes Eindringvermögen, feuert die Holzmaserung an, verleiht hellen Hölzern eine warme Honigtönung, reißt nicht und blättert nicht ab, läßt sich bei Beschädigung örtlich nacharbeiten, ist sehr ergiebig. Nach Abbinden können L.-behandelte Oberflächen auch unbedenklich mit Lebensmittel in Kontakt kommen. Verarbeitung durch Pinselauftrag oder mit Lappen, überschüssigen L. nach einigen Minuten abtupfen, da sonst speckig glänzende Stellen entstehen können. Je nach Verwendung und Untergrund 2-3 Aufträge mit evt. Zwischenschliff erforderlich. Zwischen den einzelnen Aufträgen jeweils 1 Tag Wartezeit. Die Trocknungszeit bei Leinölfirnis beträgt ca 1 Tag, je nach Wetter und Untergrund auch 2-3 Tage.

Bei der Verwendung von L. ist es zur Verbesserung des Eindringvermögens empfehlenswert, den Firnis ungefähr 1:1 mit Terpentin zu verdünnen - siehe oben unter Halböl.
Lappen, die mit Leinölfirnis getränkt sind, können sich selbst entzünden ! Ihre Aufbewahrung in dichtverschlossenen Blechgefässen wird empfohlen. Sicherer ist das kontrollierte Abbrennen des Lappens, z.B. im Ofen. Pinsel müssen mit Seife ausgewaschen werden, sonst werden sie hart.

Leinölfirnis ist nicht zum menschlichen Genuss geeignet, auch wenn die heutigen Trockenmittel nicht mehr ausgesprochen giftig sind. (r.ege)

Ölfarbe

Anstrichmittel aus trocknenden Ölen als Bindemittel, flüchtigen Stoffen als Lösemittel, Pigmenten zur Färbung und Füll- und Hilfsmitteln

Wenn Sie mit Bleiweiss angerührte Ölfarbe auf Leinölbasis aus dem Denkmalpflegebereich erhalten können, dann haben Sie die perfekte Farbe für Ihre Holzfenster! Es gibt nichts Besseres.
Ölfarbe spielt im normalen Baualltag keine grosse Rolle mehr, war aber vor wenigen Jahrzehnten noch allgegenwärtig. Sie ist heute durch Kunstharzfarben , Lasuren und Akrylfarben verdrängt. Ölfarbe bindet durch Oxydation der Öle , meist Leinöl oder Leinölfirnis , ab und teilweise auch durch Verdunsten des Lösungsmittels. Das Abbinden dauert 2 bis 3 Tage, je nach Witterung auch länger. Ölfarbe bildet einen Film, der nicht reisst und nicht abblättert. Verglichen mit Kunstharzfarbe hat Ölfarbe viele Vorteile und nur folgende Nachteile : sie kostet ca 50% mehr und sie braucht 2-3 Tage länger zum Abbinden. Die Vorteile überwiegen bei weitem! Ölfarbe wird auf saubere, fettfreie und feste Oberflächen aufgetragen. Es ist meist ratsam, einen Vorstrich aus Halböl (siehe dort) oder aus 1:1 verdünnter Ölfarbe vorzunehmen. Bei Ölfarbe ist darauf zu achten, dass vorhergehende Schichten gut durchgetrocknet sind und dass die Farbe sehr dünn aufgetragen wird. Alter Malerspruch : den Pinsel quälen und nicht die Farbe ! Ölfarbe ist ökologisch weniger bedenklich als Kunstharzfarbe. Geöffnete Farbdosen können vorübergehend vor dem Eintrocknen geschützt werden, indem man einen Zentimeter hoch Wasser auf die Farbe giesst. Ebenso können Pinsel nach Gebrauch für ein/zwei Tage in Wasser gelagert werden. Für längere Lagerung von Ölfarbe ist der Behälter gut zu verschliessen und auf den Kopf zu stellen. Pinsel sind nach Gebrauch mit Terpentinöl auszuwaschen und anschliessend mit Seife zu reinigen. (r.ege)

Balsamterpentinöl


Terpentingeist, Terpentinöl , lat. Oleum terebinthinae, frz. Essence de térébenthine, engl. Turpentine oil
Holz verschiedener Pinienarten bildet den Rohstoff, aus dem B. destilliert wird. Es erscheint als eine farblose, leichte und leichtflüchtige, stark riechende und brennend schmeckende Flüssigkeit, die mit rußender Flamme brennt und in Äther, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Petroläther und 5 - 10 Teilen 90 % igen Alkohols, nicht aber in Wasser löslich ist. Das spez. Gew. beträgt 0,860 - 0,877, die Siedetemperatur 155 - 165°. B. besteht aus Gemischen isomerer Terpene C10H16(Pinen), die an der Luft nur teilweise verdunsten und durch Sauerstoffaufnahme schließlich verharzen.
Bitte Balsamterpentinöl nicht mit gewöhnlichem Terpentin oder gar mit Terpentinersatz verwechseln!
B. wird verwendet als Bindemittel für Farben. B. löst die meisten Harze, auch Kautschuk, Schwefel und Phosphor, mischt sich mit ätherischen und fetten Ölen und Firnis und wird daher vielfach in der Technik, besonders zur Herstellung von Lacken, zum Verdünnen von Ölfarben und zum Strecken ätherischer Öle benutzt. Weiter dient es zur Entfernung von Fettflecken . In der Medizin wird es zu reizenden und zerteilenden Einreibungen sowie bisweilen tropfenweise innerlich verordnet.

Balsamterpentinöl riecht so phantastisch nach frisch gesägter Kiefer, dass man glatt süchtig werden könnte. Der Geruch wird sogar im Mehrfamilienhaus von den Mitbewohnern als angenehm empfunden (und die sind sehr kritsch ! )
Für den Holzwerker ist B. interessant zur Selbstherstellung von Halböl ( siehe dort ).
In kleinen Gefässen wird es für Kunstmaler zum Anreiben der Farben verkauft und ist dann sehr teuer. In Apotheken oder im Fachversand für Restauratoren erhalten Sie es in Literflaschen sehr preiswert.
Das als Terpentin im Baumarkt verkaufte Lösungsmittel ist KEIN Balsamterpentinöl, sondern meist ein Gemisch aus Nebenprodukten der Terpentinherstellung und verschiedenen technischen, meist petrochemischen Lösungsmittel.siehe auch Terpentinersatz in Abt.5
Balsamterpentinöl gilt als ein relativ harmloses Lösungsmittel, trotzdem können empfindliche Personen davon Kopfweh bekommen; es soll hautreizend, nierenreizend und leicht narkotisierend wirken. (r.ege)

Firnis


lat. Vernisium, frz. Vernis, engl. Varnish
Öl mit Trockenstoffen (Sikkativen , von lat. Siccus=trocken), früher meist Bleiglätte, Mangansuperoxyd, Manganohydroxyd, heute in der Regel bleifreie Trockenstoffe (meist Cobalt- und Zirkoniumoctoate). Im Biobereich oft gemahlene Harze. Oft noch weitere Hilfsmittel und Lösungsmittel .

siehe auch Leinölfirnis
Firnis ist eine Sammelbezeichnung für ölige Flüssigkeiten, die in dünner Schicht zu harten, glänzenden, in Wasser unlöslichen Überzügen abbinden und so zum Schutze gegen die Einwirkung von Luft und Feuchtigkeit dienen. Als Ausgangsmaterial dienen trocknende (besser : abbindende) Öle, deren unterschiedliche Eigenschaften in Verbindung mit weiteren Zusatzstoffen die unterschiedlichen Eigenschaften der Firnisse beeinflussen. Verarbeitung durch Pinselauftrag oder mit Lappen, evt. Tauchen, überschüssigen F. nach einigen Minuten abtupfen, da sonst speckig glänzende Stellen entstehen können. Je nach Verwendung und Untergrund 2-3 Aufträge mit evt. Zwischenschliff erforderlich. Zwischen den einzelnen Aufträgen jeweils 1 Tag Wartezeit.
Auch in Blechgefässen ist die Lebensdauer von Firnis begrenzt, sie kann etwas verlängert werden, indem der F. in kleinere Gefässe, die weniger Luft enthalten, umgefüllt wird. Darauf achten, dass keine Fremdkörper z.B.Hobelspäne in den Behälter gelangen; der F. würde innerhalb weniger Tage fest werden.
Zur Verarbeitung die erforderliche Menge in ein sauberes Gefäss giessen, von dort mit Pinsel oder Lappen aufnehmen. Auf keinen Fall übrig gebliebenen F. zurück in den Kanister leeren!
Lappen, die mit Firnis getränkt sind, können sich selbst entzünden ! Ihre Aufbewahrung in dichtverschlossenen Blechgefässen wird empfohlen. Sicherer ist das kontrollierte Abbrennen des Lappens, z.B. im Ofen. Pinsel müssen mit Seife ausgewaschen werden, sonst werden sie hart.

Firnis ist je nach Inhaltstoffen bedenklich bis gesundheitsschädlich und darf nicht verschluckt werden. Hautkontakt vermeiden. Die Gase, die beim Verdunsten von Lösungsmitteln entstehen, können u.U. gesundheitliche Risiken bergen, vor allem bei Allergikern. Gutes Lüften ist erforderlich. Abgebundene Firnisse sind in der Regel unbedenklich. (r.ege)

Tungöl


Holzöl, engl: Tung Oil
Wird seit alters in China aus den nussartigen Früchten von mind. drei verschiedenen Bäumen der Familie Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse) erzeugt. Eine genaue Zuordnung des Öls zu einer Art ist daher nicht möglich. Die nussartigen Samen werden geröstet und dann ausgepresst. Tungöl ist hellgelb bis dunkelbraun, geliert bei + 5 Grad. Es ist in frischem Zustand giftig. T. besteht zum überwiegenden Teile aus dem Glyzerid einer einzigen Säure, der a-Elaeostearinsäure. Diese ist ein Isomer der Linolensäure, also eine dreifach ungesättigte Säure. Dichte: 0,930-0,939.
T. trocknet in dünner Schicht durch Aufnahme von Luftsauerstoff sehr schnell, viel schneller als Leinöl. Ein Anstrich neigt allerdings zum Rissigwerden.
Durch Erhitzen mit Leinöl, durch Harzzusatz, durch Gelantieren bei Anwesenheit von Oxidationsmitteln und Wiederverflüssigen bei höherer Temperatur erhält man Öle und Firnisse, die harte wasserbeständige Anstriche geben und deshalb zu Aussenlacken, Fussbodenlacken, Bootsanstrichen, Japanlacken, Schleiflacken, Standöl und Emaillelacken verwendet werden.
Eine Verkochung von T. mit Leinöl wird als Tungöllack bezeichnet. Er ist hervorragend UV-beständig und begehbar. T. wurde angeblich zur Behandlung der Chinesischen Mauer ebenso verwendet wie zur Konservierung der chinesischen Dschunken gegen Seewasser. Tungöllack soll rissefrei austrocknen.
T. in reiner Form ist hierzulande nicht sehr verbreitet, die einzige mir bekannten Quellen sind ein Fachversender für Denkmalpflegematerialien und Pigmente und ein niederbayerischer Fachversand für Handwerkzeuge und Verbrauchsmaterialien zur Holzbearbeitung. Zubereitungen von Tungöl mit anderen Ölen, Lösungsmittel und/oder Hilfsstoffen werden im Handel öfters angeboten, siehe auch "danish oil".
T. wird offensichtlich ähnlich angewandt wie Leinöl bzw. Leinölfirnis. Verdünnung mit Balsamterpentin oder "Bio-Lösemitteln" wie z.B. Orangenöl, um die Eindringfähigkeit zu erhöhen, ist möglich.
Frisches Tungöl ist wie viele aus Euphorbia hergestellte Stoffe giftig, sowohl innerlich als auch äusserlich. Ob gelagertes T. und Tungölzubereitungen ebenfalls giftig sind, konnte ich nicht feststellen. Daher bitte Vorsicht !
Abgebundenes Tungöl wird als gesundheitlich unbedenklich bezeichnet. (r.ege)

Danish Oil


erhältlich von mehreren Herstellern unter verschiedenen Markennamen
D.O. ist ein Firnis bzw. ein Halböl-Firnis auf der Basis von Tungöl. Es wird nach geheim gehaltenen Methoden hergestellt; die Bestandteile werden nicht sorgfältig ausgewiesen. Fest steht, dass es Tungöl enthält. Zur Erhöhung der Festigkeit gibt mind. ein Hersteller noch synthetische Harze zu und andere nicht näher bezeichnete Pflanzenöle, ferner Trockenstoffe (Sikkative) und Lösungsmittel, die dem Geruch nach synthetischen Ursprungs sind. D.O. wurde entwickelt, als in den 1960er/1970er Jahren die skandinavischen Möbel populär wurden. Sie hatten als Kennzeichen eine "offene und natürliche" Oberfläche. Zum Schutz vor Verfärbungen, vor Feuchtigkeit und vor Schmutz wurde die Oberfläche mit Halbölfirnis behandelt. D.O. dringt tatsächlich je nach Holzart bis zu einem Millimeter und mehr in das Holz ein und trocknet dort durch das flüchtige Lösungsmittel sehr rasch aus, während das enthaltene Tungöl gut einen Tag und länger zum Abbinden braucht. Abgebundenes D.O. auf Holzflächen gilt im Lebensmittelbereich als unschädlich, es wird aber empfohlen, zwischen dem letzten Auftrag von D.O. und dem ersten Einsatz in der Küche mindestens zwei Wochen Wartezeit einzulegen.Was D.O. so populär machte, ist seine einfache Anwendung : einfach den Firnis grosszügig auf dem Holz verteilen. Nach 10 Minuten das überschüssige D.O. abwischen, und diese Prozedur drei/viermal wiederholen, wobei ein Tag Pause zwischen den Aufträgen liegen sollte. D.O. feuert Holz recht gut an, wenn auch nicht so stark wie Leinöl. Die Oberfläche bleibt matt und sieht natürlich aus. D.O. kann im Behälter irreversibel gelieren, wenn es verunreinigt wurde oder der Behälter zu lange geöffnet blieb. Daher immer die benötigte Menge in eine Schale geben und von dort verarbeiten. Reste nicht in den Container zurückgeben. Bei der Verwendung von Lappen besteht Selbstentzündungsgefahr, Vorsichtsmassnahmen wie oben bei Leinöl beschrieben.
Da die gesundheitlichen Risiken des Tungöls nicht kalkulierbar sind und da die verwendeten Lösungsmittel und Harze nicht spezifiziert werden, ist bei der Verarbeitung eine gewisse Vorsicht anzuraten, da ein gesundheitliches Restrisiko nicht ausgeschlossen werden kann. Gute Lüftung über mehrere Stunden auch nach dem Auftrag ist das Mindeste. Behandelte Stücke sollten die ersten acht Tage nicht in den Wohnbereich verbracht werden. Nach dem völligen Durchtrocknen / Abbinden der Bestandteile gilt D.O. als sicher und kann daher auch für Kinderspielzeug verwendet werden. (r.ege)

Teak-Oil



unter verschiedenen Handelsnamen von mehreren Herstellern
Teak-Oil ist prinzipiell das selbe wie Danish Oil. Es ist lediglich etwas körperreicher, füllt die Poren des Teak dadurch besser, und ist glänzend eingestellt.wie Danish Oilwie Danish Oilwie Danish Oil (r.ege)

Walnuss-Öl



Welschnußöl, lat. Oleum juglandis, frz. Huile de noix, engl. Nut-oil
W. wird aus den Früchten (Walnuss) der Nussbäume gepresst. Kalt gepresstes Öl ist farblos und von feinem Geschmack, das heiss gepresste Öl ist dunkler und schmeckt schärfer.
Das spez. Gew. beträgt 0,925, der Erstarrungspunkt liegt erst bei -27,5°.
Das kalt gepresste Öl hat gute Trockeneigenschaften, wenn auch etwas langsamer als Leinöl - nach anderen Quellen soll es besser trocknen als Leinöl. Warm gepresstes Öl soll schlecht trocknen. Für Holzwerker ist wichtig, dass W. das Holz weniger anfeuert als Leinöl, es gilbt auch nicht aus, insgesamt wird die Holzfarbe nicht verändert.
Durch Zugabe von Sikkativen kann ein erstklassiger Firnis angerührt werden. Mindestens ein Anbieter bietet auch schon fertig sikkativiertes W. an.
Verarbeitung wie Leinöl bzw. Leinölfirnis. Der Preis von W. als Salatöl ist vergleichbar dem Preis von Leinöl. Der W.-firnis ist etwas teurer. Mit Balsamterpentin oder Orangenschalenöl lässt sich ein erstklassiges, gut eindringendes Halböl herstellen.Über Selbstentzündung liegen mir keine Informationen vor. Da jedoch alle trocknenden Öle beim Abbinden Wärme freisetzen, vermute ich, dass ähnliche Vorsichtsmassnahmen wie bei Leinöl zu treffen sind.

Walnussöl in Bioqualität ist ein hervorragendes Speiseöl, seine Verwendung als Holzschutzmittel ist mit Sicherheit gesundheitlich unbedenklich. Walnussölfirnis sollte wegen der enthaltenen Trockenstoffe etwas vorsichtiger gehandhabt werden. (r.ege)

Olivenöl


Olio di Oliva ; engl: Olive Oil,
Olivenöl ist ein nicht trocknendes Öl und gehört eigentlich nicht in diese Ruprik. Da aber immer wieder von Holzwerkern nach der Verwendung von O. gefragt wird, sei es hier eben auch behandelt.

Öl aus den Früchten des Olivenbaumes (Olea Europaea L.), der im Mittelmeergebiet angebaut wird.

Andere nicht abbindende Speiseöle sind Sonnenblumenöl und Traubenkernöl.
Hochwertige Öle werden kalt (bei ca 40 Grad) gepresst. Sie kommen unter der Bezeichnung "extra vergine" oder "natives Olivenöl - extra vergine" in den Handel. Heiss gepresste Öle (bis 120 Grad) werden vor dem Pressen erhitzt und teilweise unter Mithilfe fettlösender Chemikalien extrahiert. Aufgrund des aufwendigen Reinigungsprozesses sind diese Öle reiner und enthalten weniger Beimischungen als die nativen Öle, gelten aber geschmacklich und vom Gesundheitswert her für weniger wertvoll.
Olivenöle werden überwiegend als Speiseöle verwandt.
Für Holzwerker sind Olivenöle (fast) völlig uninteressant. Sie binden nicht ab, bleiben also "schmierig" und geben nach einiger Zeit einen ranzigen Geruch ab.

Das sinnvollste, was man mit Olivenöl machen kann, ist Carpaggio : erstklassiges rohes Rinderfilet in hauchdünne Scheiben schneiden (geht am besten, wenn das Fleisch leicht angefroren ist und mit einem japanischen Messer). Auf einer Platte anrichten,mit umbrischem Olivenöl beträufeln, Parmesan (echten!) darüber hobeln und ein paar Rukola-Blätter zugeben. Dazu ein paar Tropfen Aceto Balsamico. Guten Appetit.
Hochwertiges Speiseöl für Salate und zum Anbraten. Welches der vielen , verschiedenen Öle "das Beste" ist, ist Glaubenssache und wird unter Freunden der mediterranen Küche eifrig diskutiert. (r.ege)

Abteilung 2 : Lacke und Harze

Lacke sind definitionsgemäss in Lösungsmitteln gelöste Harze. Lacke trocknen durch Verdunstung des Lösungsmittels und bilden dann oberflächig einen harten und festen Film, der je nach weiteren Zusatzstoffen transparent oder farbig und deckend sein kann. Abgetrocknete Lacke können durch das Lösungsmittel wieder an- bzw. aufgelöst werden.

Schellack


engl.: shellac, gum lac; frz.: gomme laque; lat.: resina laccae
Der Schellack gehört eigentlich nicht zu den üblichen Weichharzen und ist auch nicht in Terpentinöl oder Testbenzin löslich, sondern nur in Alkohol. Er ist weder ein rein pflanzliches noch ein rein tierisches Produkt, sondern ensteht durch Körperausscheidungen ganz bestimmter Schildläuse (lac dye). siehe http://www.woodworking.de/cgi-bin/wiki/wiki.pl?Schellack siehe http://www.woodworking.de/cgi-bin/wiki/wiki.pl?Schellack siehe http://www.woodworking.de/cgi-bin/wiki/wiki.pl?Schellack

Zaponlack

Hergestellt aus viskosen oder klebrigen Nitrozellulosen wie Kollodiumwolle (Schiessbaumwolle) oder Zelluloid, aufgelöst in sehr leicht flüchtigen Lösungsmitteln, z.B. Azeton oder Amylazetat, mit Zusätzen wie Benzol, Äther, Benzin, Ethylalkohol etc. Meist ist Zaponlack klar, es können aber auch Farbstoffe zugegeben werden.Zaponlack ist eine Fantasie-Bezeichnung.
Z. ist ein äusserst hochwertiger, klarer, nicht vergilbender Lack, der entweder sehr gut wasserfest ist oder nicht (je nach Herstellung - wird auf dem Behälter vermerkt). Z. ist hochelastisch, haltbar und widerstandsfähig. Er eignet sich vorzüglich als Schutzlack für alle Arten von Metallen, vor allem blankpolierte, auch bei Vergoldungen.
Zaponlack lässt sich sehr leicht verarbeiten, ausgezeichnet spritzen, weniger gut streichen. Er trocknet extrem schnell. Verarbeitung nur auf trockenen Untergründen, sonst hält er nicht. Zaponlack ist nicht zum direkten Auftrag auf Holz geeignet, da das Arbeiten des Holzes den Lack abblättern oder rissig werden lässt.
Dem Holzwerker bekannt sind die Schutzüberzüge auf Werkzeugen, die meist aus Zaponlack bestehen. Sie können durch Abwaschen mit Nitroverdünnung oder Azeton entfernt werden.
Die Verdünnungsmittel des Zaponlackes sind feuergefährlich und gesundheitsgefährdend. Anwendung nur bei guten Absauganlagen oder im Freien. Nach Ausdünsten des Lösungsmittels können lackierte Gegenstände unbedenklich auch im Wohnbereich aufbewahrt werden. (r.ege)

Abteilung 3 : Beizen und Räuchern

Beizen sind Chemikalien, die rohes Holz oberflächig oder eindringend färben. Dies geschieht durch Einbringen von Pigmenten oder durch chemische Reaktion im Holz. Da weite Jahresringe Beize besser aufnehmen als enge, findet eine Umkehrung des Holzbildes statt.
Räuchern ist ein Sonderfall des Beizens.

Räuchern mit Salmiakgeist

Das Gas Ammoniak (NH3) in Wasser gelöst, bezeichnet man als Ammoniakwasser oder Salmiakgeist. Das NH3 ist im Wasser teils als Gas gelöst, teils mit H2O zu NH4OH verbunden, das in NH4- und OH-Ionen zerfällt, weshalb Ammoniakwasser stets alkalisch reagiert. Erhältlich ist Salmiakgeist in Drogerien oder im Baumarkt, meist in 25 bis 30 % Lösung.
Natürlich entsteht Ammoniak durch Zersetzung von Eiweissstoffen, es wird aber in grossen Mengen chemisch hergestellt.
Gerbsäurehaltige Hölzer, bei uns ist das hauptsächlich Eiche, lassen sich mit den Dämpfen von Salmiakgeist tief braun bis schwarz färben. Das nennt man räuchern. Dabei reagiert das Tannin (Gerbsäure, natürlicher Bestandteil von Eichenholz) mit dem Ammoniak und färbt sich schwarz. Die Schwarzfärbung durchdringt das Holz ganz, ist dauerhaft und bleicht auch am Licht nicht aus. Der Effekt erinnert an Mooreiche.Zur Anwendung bei kleineren Gegenständen; z.B. gedrechselten Schalen:
Auf den Boden eines gut verschliessbaren Eimers (sauberer Farbeimer etc)gibt man ca 1 cm hoch Salmiakgeist. Auf Abstandshalter aus Kunststoff oder Glas stellt man den zu räuchernden Gegenstand, so dass er den Salmiakgeist nicht berührt. Der Eimer wird dicht verschlossen. Nach einer Einwirkungszeit von ca 1 Tag kontrolliert man die entstandene Färbung. Falls eine tiefere Farbe erwünscht wird, kann man unbedenklich mehrere Tage räuchern. Dabei immer wieder kontrollieren.
Vorsicht beim Öffnen der Flaschen ! Sie stehen unter Druck und es kann Salmiakgeist ausspritzen.
Ammoniak ist ein stechend riechendes Gas, das als äusserst unangenehm empfunden wird. Im Allgemeinen sind kurzfristige Einwirkungen von Salmiakgeist auf die Haut nicht bedenklich (Rötung oder Blasenbildung), aber wenn er in die Augen kommt, muss sofort mit viel klarem Wasser gespült und ein Arzt aufgesucht werden.

Es ist möglich , Eiche direkt mit Salmiakgeist zu bepinseln und so eine Schwarzfärbung hervorzurufen. Aber der Farbton einer Räucherung ist m.E. schöner und tiefer. (r.ege)

Abteilung 4 : Wachse und Emulsionen


Bienenwachs



lat.: Cera, franz.: Cire, engl.: Wax
Frisches Bienenwachs hat eine schmutzig-weissliche bis gelbe Farbe, riecht angenehm nach Honig und bricht körnig oder kristallin. Wachs wird beim Erwärmen und Kneten in der Hand weich und erstarrt wieder durch Abkühlen. Der Schmelzpunkt liegt bei 62 - 64°, das spez. Gew. beträgt 0,960 - 0,970. Kerzenwachs ist meistens gebleicht oder gefärbt.Wachs ist die Kurzform für Bienenwachs, wird aber umgangssprachlich auch für vergleichbare andere Stoffe, pflanzlichen oder tierischen Ursprungs verwendet.
Hier wird nur Bienenwachs behandelt.
B. ist ein Verdauungsprodukt der Honigbiene (Apis mellifica), die daraus die Waben zur Aufnahme ihres Nachwuchses und der Vorräte (Pollen und Honig) herstellt.Zur Gewinnung von B. werden die geschleuderten Waben in siedendem Wasser geschmolzen und dabei auch von Verunreinigungen geklärt.
Echtes Bienenwachs ist direkt beim Imker oder in Apotheken (Salbengrundstoff) erhältlich.

Die Bezeichnung Bienenwachs ist nicht geschützt, weshalb z.T. merkwürdige Mischungen als B. verkauft werden. Als Beispiel die Volldeklaration einer bekannten Marke aus dem Bioladen: Bienenwachs, Schellackwachs, Carnaubawachs, Walnußöl, Isoaliphate, Tonerde und bleifreie Trockenstoffe.
Holzoberflächen lassen sich durch Einreiben mit Wachs gegen Verschmutzen schützen und können dann auch poliert werden. Einfacher geht das durch die Verwendung von Wachsbalsam : siehe unten. Der Wachsüberzug ist nicht dauerhaft und sollte nur im Innenbereich angewandt werden. Eine Auffrischung ist leicht möglich. Bienenwachs ist gesundheitlich unbedenklich.
Beim Schmelzen besteht eine gewisse Brandgefahr, vor allem , wenn dabei Balsamterpentin untergerührt wird. (r.ege)

Carnaubawachs



Karnaubawachs, lat. Cera carnaubae, frz. Cire de carnauba, engl. Carnauba wax,
Ein dem Bienenwachs ähnliches Produkt pflanzlichen Ursprungs, scheidet sich an der Oberfläche der Blätter von Copernicia (oder Corypha) cerifera, der in Nordbrasilien wachsenden Wachspalme, aus und bildet schmutzig grünliche oder gelbliche Stücke. C. ist hart und spröde, von schwachem Glanz, schmilzt bei 83 - 91° und löst sich in Äther sowie heißem Alkohol und Terpentinöl. Das spez. Gew. beträgt 0,990 - 1,000.Carnaubawachs wird selten pur verwendet, meist nur in Mischungen mit anderen Wachsen. Es härtet die Wachsmischungen und erzeugt beim Polieren einen gewissen Hochglanz. Carnaubawachs ist gesundheitlich unbedenklich.
Beim Schmelzen besteht eine gewisse Brandgefahr, vor allem , wenn dabei Balsamterpentin untergerührt wird. (r.ege)

Bodenwachs
Bohnerwachs

Mischung aus verschiedenen Wachsen, Lösungsmitteln, HilfsstoffenWie unterschiedlich B. sein kann :
Volldeklaration einer Bio-Marke :Leinöl, Bienenwachs, Carnaubawachs, Orangenöl, Isoaliphate und Dammar.
anderes Bio-B.: Leinöl, Ricinenöl,Bienenwachs, Carnaubawachs, Candelillawachs, Kolophoniumharz-Ester, Kobalt-Zirkonium-Mangan-Oktoat-Trockner .
"traditionelles" B. :15- 30% aromatische Kohlenwasserstoffe, 30% alipatische Kohlenwasserstoffe; weitere Inhaltsstoffe: Wachse, Parafin, Farbstoffe.
Zur Anwendung : Oberfläche dünn einreiben, trocknen lassen, polieren. Für den Holzwerker ist Bodenwachs eine bequeme und fachlich korrekte Methode zur Innenbehandlung von Schränken und Schubladen und zum Schutz von Holzteilen, die nicht stark beansprucht werden. Theoretisch besteht Feuergefahr. Durch die Lösungsmittel-Bestandteile ist die den jeweiligen Lösungsmitteln entsprechende gesundheitliche Beeinträchtigung gegeben ; gründliches Lüften ist erforderlich.

Wachsmischungen

Die wichtigste traditionelle Wachsmischung ist der sog. Wachsbalsam : eine Mischung von Bienenwachs, Balsamterpentin , eventuell mit Zugaben von Carnaubawachs.Herstellung von traditionellem B.: Bienenwachs wird im Wasserbad geschmolzen und ungefähr die gleiche Menge Balsamterpentin eingerührt. Zugaben von bis zu 10% Carnaubawachs härten die Mischung. Mischung in dichtschliessenden Gläsern oder Blechdosen aufbewahren! Wachsbalsam wird mit einem Lappen oder steifen Pinsel auf das Holz aufgetragen und eingerieben. Sparsam verwenden! Nach dem Trocknen kann poliert werden.

Rezept für gehärtete Wachssalbe : 2 Gewichtsteile Bienenwachss, gebleicht; 1 Gewichtsteil Carnaubawachs, gebleicht ; 6 Gewichtsteile Terpentinöl . Das Bienenwachs wird zunächst nur in die halbe Menge des Terpentinöls eingestreut und im Wasserbad gelöst. Das Carnaubawachs wird in der anderen Hälfte der Terpentinölmenge ebenfalls im Wasserbad zur Lösung gebracht. Beide Lösungen werden zusammengeschüttet, innig verrührt und auch während des Erkaltens mehrfach nachgerührt.
Infolge des Balsamterpentin-Anteils besteht eine gewisse Feuergefährlichkeit.
Mit Wachsbalsam getränkte Lappen sind wegen des Terpentins feuergefährlich und können sich u.U. selbst entzünden. (r.ege)

Paraffin


Von dem lateinischen Ausdruck "parum affinis" (chemisch inaktiv) wird der Begriff Paraffin abgeleitet für Kohlenwasserstoff, die ein sehr geringes chemische Reaktionsvermögen besitzen. Chemisch gesehen versteht man unter Paraffin in Ketten vorkommende gesättigte Kohlenwasserstoffe (Alkane). Handelsübliche Paraffine bestehen nicht aus einer einzigen organischen Verbindung, sondern es liegt ein Gemisch zahlreicher Kohlenwasserstoffe vor. Je nach der Zusammensetzung des Paraffins ist es hart, wachsartig, zähflüssig oder dünnflüssig.
P. ist weiss oder weisslich, geruchlos, in Wasser unlöslich , in chlorierten Kohlenwasserstoffen löslich ,in Benzin bedingt löslich. Das Rohgewicht liegt bei 900 g / Liter.
Bei gewöhnlicher Temperatur läßt es sich nicht anzünden, erst nach dem Erhitzen auf 160 - 170° verbrennt es mit leuchtender Flamme.
Paraffine werden heute überwiegend aus Erdöl gewonnen. Bei der Destillation des Rohöls werden entsprechend ihrer unterschiedlichen Siedepunkte verschiedene Produkte herausgetrennt (fraktioniert). Interessant sind für die Paraffin-Erzeugung dabei die Fraktionen der Schmieröle. Aus ihnen wird das darin enthaltene Paraffin durch Abkühlen herauskristallisiert.
Paraffin wird überwiegend zur Herstellung von Kerzen verwendet. Außerdem benutzt man es zum Imprägnieren vieler Stoffe, entweder um sie wasserdicht oder durchscheinend zu machen (wasserdichte Gewebe, Pauspapier), oder um sie vor Witterungs- bzw. chemischen Einflüssen zu schützen (Marmorstatuen, Holzfässer, Korke). In der Zündholzindustrie werden die Hölzer mit P. getränkt, in Laboratorien findet es zur Füllung von Paraffinbädern und zum luftdichten Verschluß von Flaschen und Apparaten Verwendung. In der Medizin dient es als Salbengrundlage, zur Herstellung von Zäpfchen und von Pillen.
Holzwerker benutzen Paraffin gelegentlich zum Versiegeln der Hirnholzenden von frischen Stammabschnitten oder zum Mischen mit Wachsen und Harzen als Oberflächenbehandlung.
Auch zum Einreiben von Gleitflächen an Maschinen oder Hobeln, Sägen etc. Nach manchen Quellen soll auch Vaseline ein Paraffin sein.
Aufgrund seiner chemischen Trägheit ist Paraffin geradezu als harmloser Stoff zu bezeichnen. Versehentlich verschluckt wandert es unschädlich durch den Körper durch.
(r.ege)

Abteilung 5 : Lösungsmittel, Verdünnungen


Balsamterpentinöl

siehe oben in Abteilung 1

Balsamterpentinöl wird auch in grösserem Umfang als Lösungsmittel und Verdünnungsmittel eingesetzt. Da es sich aber um ein verharzendes, also abbindendes Öl handelt, wird es weiter oben ausführlich dargestellt und hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
siehe oben in Abteilung 1siehe oben in Abteilung 1siehe oben in Abteilung 1

Orangenschalenöl


oft auch fälschlich als Orangenöl bezeichnet

Aetheroleum aurantii pericarpii
Nach einigen Quellen ist O. ein ätherisches Öl, also eines, das verdunstet, nach anderen autoxidiert es zu Carvon.
Gehandelt werden die wertvolleren Öle als "gepresst", d.h. nach verschiedenen Verf. aus der Schale gewonnen und destilliert. Orangenterpene besteht aus ca. 90% Terpene, vorwiegend d-Limonen, 1-2,5% geruchbestimmende Aldehyde (als n-C10). Einsatz findet dieses ätherische Öl außer als Lösemittel in der Naturfarbenherstellung auch als Aromastoff in der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie.
Zu diesem Öl habe ich nur sehr mühsam einige wenige "technische" Daten gefunden, aber haufenweise wohltönende und blumige Wirkungsverspechungen.
O. ist ein sehr gutes Lösungsmittel für Fette, Harze und Öle, z.B. zum Verdünnen von öligen Holzlasuren, Hartölen, Lacken, Lappenwachs und natürlichen Ölen, wie Leinölfirnis, Leinöl- und Holzölstandöl. Zum Reinigen von mit diesen Produkten verschmutzten Arbeitsgeräten. Zur Fleckentfernung und zum Entfetten von Oberflächen. Zum Auflösen von terpenlöslichen Naturharzen wie z. B. Kolophonium, Dammar. Sein Einsatzgebiet scheint ähnlich zu sein, wie bei Balsamterpentin, wobei letzteres den Vorteil (oder Nachteil) hat, zusätzlich zum Verdunsten auch noch zu verharzen.
Wer den strengen Orangengeruch erträgt (ich tu's nicht) und nicht allergisch ist, wird in O. zweifellos ein umweltfreundliches Lösungsmittel zur Selbstherstellung von Halbölen, Halbölfirnissen und Wachspasten finden.
Preislich liegt O. etwa beim doppelten bis vierfachen (je nach Anbieter) von Balsamterpentin. Dafür ist es sparsamer in der Anwendung; beispielsweise reicht zum Herstellen von Halböl bereits ein Zusatz von 25 - 30 %
Orangenschalenöl ist entzündlich und brennbar, Flammpunkt: 46°C. Behälter dicht geschlossen halten. O. kann während der Verarbeitung zündfähige Dämpfe bilden. Reizt die Haut und Schleimhäute. Bei Berührung mit der Haut mit Wasser und Seife abwaschen, da möglicherweise eine Sonnenallergie entstehen kann. Während der Arbeit für gute Belüftung sorgen. Für Kinder unerreichbar lagern. Mögliche Naturstoffallergien beachten. (r.ege)

Terpentinersatz


Kristallöl
engl. white spirit
T. ist flüssig, farblos und von benzinartigem Geruch. Der Schmelzpunkt liegt bei Minus 15 Grad, der Siedepunkt bei 153 bis 193 Grad. Dichte 0,788. Flammpunkt höher als 40 Grad, Zündpunkt ca 235 Grad.

Der Flammpunkt (nach DIN-ISO 2592) ist die niedrigste Temperatur bei 1013hPa, bei der sich aus einer Flüssigkeit Dämpfe in solchen Mengen entwickeln, so daß sie mit der über der Flüssigkeit stehenden Luft ein durch Fremdzündung entflammbares Gemisch bilden. Der Flammpunkt darf nicht mit der Zündtemperatur verwechselt werden, bei der die Entzündung ohne Fremdzündung (=Selbstentzündung) eintritt.
T. ist eine Handelsbezeichnung für Kohlenwasserstoffgemische , aromatisch-aliphatisch, im Bereich C9 bis C12, das heisst, T. ist ein Gemisch von Benzinen, Benzol und anderen Erdöldestillaten. Die Bestandteile sind je nach Hersteller unterschiedlich, selbst Duftmittel wie Citrusöle/ Orangenschalenöle werden zur Geruchsverbesserung zugefügt.
T. ist ein sehr gutes Lösungsmittel für Fette, Öle und Harze.
Terpentinersatz kann zum Verdünnen von Öl-, Kunstharz- und Klarlacken, Holzlasuren, Öl-Rostschutz-, Vorstreichfarben u.a. eingesetzt werden. Langsame Verdunstungszeit, daher sehr guter Verlauf der Lackierung gewährleistet. Verursacht keine Trocknungsverzögerung bei oxidativ erhärtenden Lacken. Terpentinersatz verdunstet rückstandslos. Eine Beeinflussung der Lackierung nach der Trocknung ist daher ausgeschlossen.
Terpentinersatz eignet sich auch hervorragend zum Reinigen von Arbeitsgeräten und zum Entfernen von Farb- und Schmutzflecken auf Linoleum, Parkett und anderen Oberflächen.
T. reizt die Haut. Längerer oder wiederholter Hautkontakt kann die Haut entfetten und zur Dermatitis führen. Einatmen der Dämpfe kann zu Benommenheit und Schläfrgkeit führen. T. Ist schädlich für Wasser und kann bei Verschütten ins Grundwasser gelangen. Feuergefährlich.
T. sollte, wenn überhaupt, dann nur sparsam verwendet werden. Die naturnäheren Lösungsmittel wie Balsamterpentinöl oder Orangenschalenöl sollten bevorzugt werden. (r.ege)

Testbenzin

Waschbenzin,
engl. mineral spirit
Eine Mischung verschiedener Kohlenwasserstoffe.
"Test" heisst in diesem Falle, dass sein Flammpunkt getestet=geprüft ist
Flammpunkt 21 Grad.
Das spez. Gewicht beträgt 0,71 bis 0,81.
Ähnlich wie Terpentinersatz, aber leichter flüchtig, d.h. es verdunstet schneller.Zum Verdünnen und Lösen von Ölen, Fetten und Harzen. Zum Reinigen von Arbeitsgeräten und Pinseln.
Als Verdünnungsmittel für Farben und Anstriche können Testbenzine nicht verwendet werden, da sie zu schnell verflüchtigen.
wie Terpentinersatz, möglicherweise sind die gesundheitlichen Risiken stärker. Grössere Feuergefährlichkeit, da leichter entzündlich.

Nach meinen Erfahrungen ist Testbenzin als Reinigungsmittel aggressiver als Terpentinersatz und greift Untergründe, vor allem Kunststoffe oder Altanstriche stärker an. (r.ege)

Azeton


Aceton, Essiggeist, Dimethylketon, Ketonpropan, Propanon
lat. Acetonum, frz. Acétone, engl. Aceton
CH3COHCH3
Farblose, aromatisch riechende, feuergefährliche Flüssigkeit. Aceton ist mit Wasser, Alkohol und Äther beliebig mischbar. Aceton löst Fette, Harze, Schellack, Vinylharze, Asphalt, Acetylcellulose, Nitrocellulose, Acetylen.
Das spez. Gew. liegt bei 0,800, der Siedepunkt bei 56°.
Herstellung durch trockene Destillation von Holz etc und aus Essig. Auch Bestandteil des Blutes bei bestimmten Erkrankungen.
Als Nagellackentferner in kleinen Portionen, aber teuer erhältllich, in Behältern über 100 ml in Apotheken und im Farbenhandel preiswert erhältlich.
Weitverbreitetes Lösungsmittel, bekannt als Nagellackentferner und Bestandteil von Allesklebern.
Ich nehme es zum rückstandsfreien Entfetten von Klebefugen oder Lötfugen,und zum Entfernen von Klebeetiketten, Kugelschreiber- und Filzstiftspuren etc. Aceton entfernt meist recht gut die (Zapon)Lackschicht auf neuen Werkzeugen.
Relativ harmloses Lösungsmittel.
Trotzdem gilt : Einatmen, Verschlucken oder Aufnahme über die Haut kann zu Gesundheitsschäden führen. Entfettet die Haut. Kann die Atemwege, Verdauungswege und Augen reizen: z.B. Brennen, Kratzen . Schädigung von Bauchspeicheldrüse, Leber und Nieren möglich. Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit können auftreten. Gut lüften oder bei grösseren Mengen im Freien anwenden.

Feuergefährlich!

Brennspiritus


umgangssprachlich Spiritus, Weingeist, Alkohol,
vom Chemiker als Ethylalkohol bezeichnet,
lat. alcohol aethylicus, engl. methylated spirit oder denaturated alcohol, franz. L'alcool dénaturé oder l'alcool éthylique
Wasserhelle Flüssigkeit, mit Wasser beliebig mischbar, auch mit Äther, Benzin und anderen organischen Flüssigkeiten. Brennspiritus ist mit Methylethylketon, Petrolether, Cyclohexan, Phthalsäurediethylester (Diethylphtalat) oder ähnlichem versetzter Alkohol, um ihn aus steuerlichen Gründen für den menschlichen Genuss unbrauchbar zu machen. Die Herstellung erfolgt chemisch aus Steinkohle oder Erdöl, sehr oft auch durch Destillation vergorener zuckerhaltiger Früchte oder stärkehaltiger Abfälle der Holzindustrie. Siedepunkt ca.78 Grad Celsius, Flammpunkt bei 11 Grad. Enthält Luft 3 - 12 % Alkohol besteht Explosionsgefahr!Reiner Alkohol spielt in der Holzbearbeitung keine Rolle, weshalb hier nur der Brennspiritus behandelt wird. B. ist ein sehr gutes Lösungsmittel für Harze und das einzige Lösungsmittel für Schellack (s.d.).Beim Feinschliff von Holz kann mit einem Lappen B. dünn aufgetragen werden, wodurch sich die Fasern gut aufstellen, ohne dass das Holz zuviel Wasser aufnimmt und quillt.
B. dient auch zum Anrühren sog. Spiritusbeizen, deren Hauptvorteil die kurze Trockenzeit ist und die Vermeidung des Aufquellens der Hölzer.
Alkohol ist generell ein Gift, das auch durch Einatmen der Dämpfe aufgenommen wird. Brennspiritus ist durch die Vergällungsmittel zusätzlich gefährlich. Trotzdem sollte man sich keine grosse Sorgen machen, Brennspiritus wird tagtäglich verwendet ohne nachweisliche Schäden zu verursachen.
B. ist feuergefährlich ! Gut lüften!

Wikiwoodworking Homepage | Aenderungen | Preferences
This page is read-only | View other revisions
Last edited March 25, 2008 11:03 by Reinhold (diff)
Search:
Um alle existierenden Seiten zu sehen, gehe mit dem Cursor in das "Search"-Feld und drücke die Enter-Taste!