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Abrichthobelmaschine

Abrichten ist der erste Arbeitsgang, der mit einer Hobelmaschine ausgeführt wird. Das noch sägerauhe Holz wird mit der breiten Seite über den Aufgabetisch der Messerwelle zugeführt, gehobelt und vom Abgabetisch nach Ende des Arbeitsgangs wieder abgenommen. Der Aufgabetisch ist um die Spanabnahme tiefer eingestellt als der oberste Punkt des Flugkreises der Messerwelle. Der Abgabetisch ist um wenige hundertstel mm tiefer als die Messerwelle. Nach dem vollständigen Glätten der Breitseite des Holzes wird in aller Regel eine Schmalseite gefügt, d. h. am vorhandenen Hobelanschlag vorbeigeführt und gehobelt. Der Anschlag ist hierzu rechtwinklig zu den Tischen eingestellt. Abrichthobelmaschinen sind, entsprechend ihrer Aufgabe, einfach gebaut. Die Breite der Tische ist oft nur 30 - 40cm, aber auch 60cm, die Länge der Tische geht bis 3m. Diese Maschinen sind für das Handwerk und die Industrie ausgelegt, robust und schwer. Freizeitschreiner haben meist nicht den Platz für solche Maschinen, wenn auch kleinere Industriemaschinen gelegentlich günstig gebraucht zu haben sind, denn es wird außerdem noch eine

Dickenhobelmaschine

benötigt. Diese Maschinen verfügen über einen Tisch von 30cm Länge bei den Kleinsten bis etwa 1m bei den Großen. Das Holz passiert zunächst die Rückschlagsicherung, dann die Einzugswalze, oft geriffelt, dann, bei größeren Maschinen, den erstenDruckbalken, dann die Messerwelle, den zweiten Druckbalken und schließlich eine oder zwei Auszugswalzen, bei manchen Maschinen gummibesetzt, damit Späne keine Abdrücke hinterlassen. Der Tisch ist entweder über einen zentral angeordneten Zylinder gelagert oder über zwei (bei älteren Maschinen) oder vier Gewindespindeln. Im Tisch befinden sich unterhalb der Transportwalzen noch frei laufende Rollen, um das Durchziehen von z. b. nassem Holz zu erleichtern. Die Tischhöhenverstellung reicht von einigen mm bis an die 300mm bei sehr großen Maschinen. Die Hobelbreite bei reinen Dickenhobelmaschinen geht von 40cm bis 1,2m. Es ist wie bei den Abrichten, sie spielen für den Hobbyschreiner nur eine sehr untergeordnete Rolle. Der Hobbyschreiner wird sich in aller Regel nach einer

Kombinierten Abricht- und Dickenhobelmaschine

umsehen. Diese Maschinen vereinen beide Bauarten in sich. Dabei sind gewisse Kompromisse einzugehen, die allerdings bei den kleineren, von der überwiegenden Zahl der Holzwerker benutzten Maschinen, nicht von Bedeutung sind, wie z. B. die Länge der Abrichttische. Als kombinierte Maschine für zwei verschieden Arbeitsgänge vorgesehen, ist Umrüsten von Abrichten auf Dickenhobeln ein oft vorkommender Arbeitsgang, der möglichst schnell und leicht vonstatten gehen soll. Die meisten Maschinen haben aufklappbare Abrichttische. Wenn diese hochgeklappt sind, wird die Absaughaube über den Antriebsblock gesteckt. Bei machen Maschinen werden ein oder auch beide Abrichttische abgenommen. Dabei erhebt sich stets die Frage der vorübergehenden Aufbewahrung ohne Beschädigung. Schon deswegen, weil das nur bei leichten Tischen praktikabel ist.

Im Hobbybereich haben sich Hobelbreiten von 26cm, 30cm, 40cm durchgesetzt. Maschinen mit größeren Breiten sind eindeutig Profimaschinen. Die Längen der Abrichttische gehen von 90cm bis etwa 160cm. Dabei ist zu sagen, dass Abrichttische für die Arbeit nie lang genug sein können, für den Platz in der Werkstatt ist das eine andere Sache. Die Hobelbreite ist meines Erachtens nicht so kritisch, weil erst bei etwa 60cm eine Breite gegeben ist, wo größere Breiten von Brettflächen nur noch selten sind. Die max. Spanabnahme, bei vielen Herstellern ein offensichtlich für werbewirksam gehaltenes Detail, ist eher unwichtig, mehr als 3mm sollte man eh nicht abnehmen. Das Gewicht der Maschine als Anhaltspunkt für Stabilität ist viel wichtiger. Die Messerwelle trägt zwei bis vier Messer, oft Einwegmesser auf Messerträger, Streifenhobelmesser von 3mm Stärke gibt es von vielen Herstellern in mehreren Qualitäten und sind nach meiner Erfahrung wirtschaftlicher als Wegwerfmesser. Voraussetzung ist allerdings, dass ein entsprechender Schärfdienst erreichbar ist.

Hobelmaschinen sollten auf jeden Fall mit Absauganlage betrieben werden, denn die Menge der anfallenden Späne ist beachtlich und füllt nach kurzer Zeit jede Werkstatt.

Qualitätsmerkmale sind, um ein paar Beispiele zu geben: Tische aus Grauguss statt Alu, Messerwelle aus Stahl, Messerwellendurchmesser möglichst groß, stabiles Gestell aus dickem Stahlblech oder Guss, einfache Einstellmöglichkeit für Messer, stabiler Fügeanschlag.

Die Preise für neue Maschinen der Hobbyklasse gehen von 700 Euro bis 5000 Euro, wobei hier schon starke Überschneidung zum Profisegment ist.

Gebrauchte Hobelmaschinen

Gebrauchte Maschinen sind deutlich billiger als neue. Bei bei den ausgesprochenen Hobbymaschinen sollte allerdings Vorsicht walten: Deren Lebensdauer ist sehr viel niedriger ausgelegt als die der kleineren Profimaschinen. Gebrauchte Profimaschinen sind entsprechend gesucht.

Für alle Hobelmaschinen - vor allem für die im Hobbybereich gebräuchlichen Kombimaschinen - gilt zudem, dass sie zu den empfindlicheren Holzbearbeitungsmaschinen gehören. Ein Gebrauchtkauf erfolgt daher am besten bei einem erfahrenen Händler, der Garantie geben muss, und der die Maschine auch liefern kann. Oder man sollte beim Kauf von Privat die Maschine, wenn irgend möglich vor dem Kauf persönlich in Augenschein nehmen. Problematisch sind vor allem die leicht zu verstellenden Abrichttische. Wurde die Maschine etwa durch unvorsichtige Vorbesitzer beim Transport an den Tischen getragen, können diese verstellt oder sogar verzogen sein. Auch manche Fahreinrichtungen - etwa die der Scheppach hmc 2600/3200 verleiten dazu, die Maschine beim Verschieben in der Werkstatt am Tisch anzuheben - mit entsprechenden Folgen. Beim Kauf von Privat ist es daher empfehlenswert, Parallelität und Planheit von Zuführ- und Abnahmetisch mit einem präzisen Stahllineal zu überprüfen. Noch ein Tip für den Transport: Muss man eine Kombimaschine anheben, die keine Tragmöglichkeit am Gehäuse bietet, ist es am schonendsten, einen Balken durch die Abrichte zu führen, mit dem Abrichttisch zu fixieren und dann beiderseits an disem Balken anzuheben und nicht an der Maschine selber.

Kritik, Widerspruch, Ergänzungen, Zusätze, weitere Aspekte: erwünscht.


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