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Aufteilung des zur Verfügung stehenden Raums

Wie groß muß eine Werkstatt sein?

Grundsätzlich gilt, eine Werkstatt kann nicht groß genug sein. Meistens läßt sich eine eigene Werkstatt auch nicht auf der grünen Wiese planen, sondern man muß sich mit dem Platz begnügen, der einem zur Verfügung steht. Ein gutes Beispiel ist die Werkstatt von Berthold Cremer (http://www.woodworking.de/werkstattbilder/004.html), die sehk klein ist, aber in der immer wieder Erstaunliches entsteht. Meine Werkstatt (Dirk Böhmer) ist ca 6x4m groß. An sich ausreichend, aber für mehrere Stationärgeräte schon wieder zu klein.

Wenn man also seine Werkstatt nicht seinen Wünschen anpassen kann, dann muss es umgekehrt gehen. Bei Eugen Roth liest sich das so:

Ein Mensch erhofft sich fromm und still
Dass er einst das kriegt, was er will
Bis er einst doch dem Wahn erliegt
Und schließlich das will, was er kriegt

Maximale Werkstückgröße

Für Bearbeitung auf der Kreissäge, wenn diese in der Mitte der Raumlängsseite steht: die Länge der Werkstatt muss doppelt so groß sein wie das Werkstück plus wenigstens 50cm Rangierraum. Dazu muss das Werkstück im Raum auch gewendet werden können, Raumhöhe und die Möglichkeit, das Werkstück zu kippen, spielen eine Rolle; d. h., der Raum darf nicht bis zur Mitte mit Schränken etc. zustehen. Beim Dickenhobeln ist die doppelte Werkstücklänge plus Länge des Dickenhobelaggregates plus Rangierraum zu berücksichtigen; also doppelte Länge plus 1m. Werden wir konkret: für den Möbelbau kommt man mit Werkstücklängen von 2m aus. Das wären 5m Werkstattlänge zum Dickenhobeln. Normale Deckenhöhe von 2,3m reicht auch, um das Werkstück zu drehen. Bei Platten muss man entsprechend die Länge der Diagonalen nehmen. Werden in der Breite nicht vernachlässigbare Werkstücke (Platten) bearbeitet, dann muss in der Längsrichtung der Werkstatt natürlich auch diese Breite frei von irgendwelchen Einbauten sein.

Maschinenpositionen

Bei der Bearbeitung wurde vorausgesetzt, dass die Maschine jeweils in der Mitte des Raumes steht. Daraus folgt, dass diese Maschinen fahrbar sein müssen. Am besten sind vier Lenkrollen, mindestens zwei mit Stoppern. Die Maschine, die am häufigsten gebraucht wird, sollte man in ihrer "Ruheposition" möglichst nahe an der "Arbeitsposition" haben, evtl. sogar in Arbeitsposition lassen und nur bei Bedarf wegschieben, damit Platz für die andere Maschine ist. Die Kreissäge ist die am meisten benutzte Maschine. Sie hat auch den größten Platzbedarf, besonders, wenn man Schiebeschlitten, Tischverlängerungen und -verbreiterungen in Betracht zieht. Diese sollten z. T. wenigstens leicht demontierbar sein. Es folgt die Hobelmaschine als kombinierte Maschine. Da sie ebenfalls fahrbar sein sollte, kann sie durch passende Höhe der Transportrollen u. U. sogar als "Tischverlängerung" der Kreissäge dienen. Genauso kann der Sägentisch beim Hobeln als Werkstückablage dienen. Stabilität vorausgesetzt.

Allgemeine Hinweise

Da man nicht bei jedem Bearbeitungsschritt eine komplette Umgruppierung seines Maschinenparks machen möchte, sollten an der Mitte der Werkstattlängsseite keine Schränke, Tische oder Regale sein, damit die volle Breite für die Maschinen und den Maschinisten zur Verfügung steht. Allenfalls ein Brett an der Wand zur Aufnahme von Maschinenwerkzeug und nicht zu sperrigen Vorrichtungen sind möglich. Was man nicht außer Acht lassen sollte, ist Ablagefläche/raum für Werkstücke; je nach Projekt kann das reichlich Platz beanspruchen, ebenso Platz zum Verleimen, für die Oberflächenbehandlung, die Montage und immer wieder Zwischenlagerung von Teilprodukten. Je enger die Werkstatt, desto sorgfältiger die Planung des Arbeitsablaufs eines Projekts, will man nicht in den eigenen Arbeitsergebnissen "ersticken".

Auf den folgenden Seiten findet man ein paar Tips, was man bei der Positionierung der einzelnen "Werkstattmöbel" beachten sollte. Zudem findet man hier auch einige Grundrisse anderer Holzwerkstätten.


Beleuchtung

Die "normale" Werkstatt zu Hause ist nach Ergonomiegesichtspunkten meist viel zu dunkel ausgeleuchtet.

Ich habe einen Wert für den Arbeitsplatz fuer Feinmontage (Metallverarbeitung) gefunden, der ist mit 500 Lux angegeben. Um das zu erreichen, brauche ich 30 Watt/qm Leuchtenleistung bei Leuchtstoffröhren. Also bei einer Werkstatt der Größe 4x4m wären das 4m x 4m x 30W/qm = 480W. Da eine große Röhre 58W bringt, kommt man dann auf 8 Röhren. Ist schon 'ne Menge.

Für einen Kontroll- und Messplatz sind 750 angegeben. Das ergibt dann sogar 12 Röhren.

Ich habe gerade mal 6x58W Röhren auf 4mx6m Werkstatt. Ich komm so auf 250 Lux. Also viel zu dunkel, obwohl es mir (ich bin 36 Jahre jung) noch gut ausreicht.

Wer es nachlesen will, bitte schön: http://www.rz.fh-ulm.de/projects/lars/Projstud/Nieke/Umgeb.htm


Staubabsaugung

keine Absaugung

Ohne Absaugung werden viele auch klarkommen, doch zum einen dreckt man sich die ganze Werkstatt voll, die irgendwann wieder mühselig gereinigt werden muß. Zum anderen kommt eine gute Absaugung der Gesundheit zu Gute. Der feine Holzstaub einiger Holzarten (z.B. Buche und Eiche) sind sogar krebserregend.

Hausstaubsauger und Industriesauger

Diese ist die Lowcost-Variante, mit der wohl die meisten einmal anfangen. Gerade die Industriesauger sind ja auch andersweitig einsetzbar und relativ preiswert. Für die kleineren Arbeiten mit der Oberfräse, Kreissäge, Schleifer, usw. reichen sie meist aus. Nachteil ist das geringe Fassungsvermögen der Behälter und der zu geringe Schlauchdurchmesser bei gröberen Spänen.

Absauganlagen

Für die größeren Stationärgeräte wie z.B. Hobel, Tischfräse und Kreissäge ist der Kauf einer Absauganlage ratsam. Diese Geräte sind nicht so sehr auf hohe Unterdruckleistung ausgelegt, wie z.B. ein normaler Staubsauger, sondern mehr auf Luftdurchsatz. Daher sind sie auch in der Lage, große Mengen Späne und Staub durch einen wesentlich grösseren Schlauchdurchmesser zu transportieren (meist 100mm Durchmesser). Gerade bei Hobelmaschinen eine sinnvolle Anschaffung, will man nicht unter den Bergen von Spänen eingegraben werden. Die übliche Bauweise dieser Anlagen ist so, dass zuerst das Luft-Spänegemisch durch das Gebläse geführt wird, anschließend tangential in einen senkrecht angeordneten zylindrischen Körper geblasen wird, an dessen unterem Ende der Spänesack und am oberen Ende der Filter befestigt ist. Wichtig für das Funktionieren dieser Anlagen ist, dass das Gebläse von den Spänen und sonstigen gröberen Teilen nicht verstopft werden kann; man nennt das Transportgebläse. Allerdings können mitgerissene größere Holzteile (Klötze) die Gebläselaufräder beschädigen, es sei denn, eine Klotzfalle ist eingebaut. Dieses Problem taucht besonders beim Absaugen des Werkstattbodens auf. Ein weiteres Problem dieser Anlagen besteht darin, dass infolge des Überdrucks, der nach dem Gebläse in allen Teilen vorhanden ist, jedes noch so kleine Leck zu einer Rückführung von speziell feinem Staub führt.

Reinluftanlagen

Deshalb wird für den professionellen Betrieb eine Reinluftanlage vorgeschrieben. Bei diesen Anlagen ist das Gebläse, im Gegensatz zu den "normalen Absauganlagen" am Ende des Luftstroms angeordnet. Dadurch steht die gesamte Anlage unter Unterdruck. Abscheider, Späneauffangsack und Filter müssen in stabilen, nicht kollabierenden Gehäusen untergebracht sein, deshalb sind Reinluftanlagen voluminöser, schwerer und teurer. Der Vorteil ist, dass das Gebläse keine Feststoffteile tranportieren muss, die Laufräder weniger beansprucht werden, weshalb das Gebläse aerodynamisch besser ausgelegt werden kann und nur noch undichte Filter Staub in die Umgebung abgeben. Die Filter müssen mit einer Abreinigungsmöglichkeit versehen werden, da sie nicht unmittelbar zugänglich sind. Gelegentlich kann man bei gebrauchten Anlagen ein Schäppchen machen, für "Ottonormalverbraucher" liegen die Neupreise etwas jenseits.


Bodenbelag

Fliesen

In meiner Werkstatt habe ich Feinsteinzeug als Bodenfliesen verwendet. Die Werkstatt ist in einem Carport integriert, besitzt ab zusätzlich eine zwischen 20cm und 30cm dicke wasserdichte Betonbodenplatte (darunter verdichteter Schotter). Der Nachteil vorweg ist, daß im Winter sich Luftfeuchtigkeit genau dort niederschlägt. Eigentlich nur dort. Besonders dann, wenn ich den Gasheizer anschalte. Ansonsten ist das Ganze eine gut sauberzuhaltene Fläche. Glühende Schweißperlen brennen sich nicht ein, was bei normalen Fliesen möglich ist. (Dirk Böhmer)

OSB Platten

Beton / Estrich

Der Betonfußboden in der Garagenwerkstatt bringt mich in regelmäßigen Abständen zur Weißglut. Gerade der frisch geschärfte Stechbeitel rollt von der Werkbank und fällt mit der Klinge auf den Beton! Im Winter gibt es kalte Füße . Ein Vorteil hat der Betonboden allerdings, er läßt sich gut sauberhalten.

Industrieparkett

Ein idealer Bodenbelag für den reinen Holzwerker ist sicher das sog. Industrieparkett in Eiche (Hochhkantlamellen)mit geölter Oberfläche. Es ist äußerst robust und sehr angenehm. Man kann sogar ein Paar Böcke ohne bleibenden Schaden an den Boden anschrauben(4er/5er Spax), wenn diese fest stehen müssen. Der einzige Haken ist eigentlich der hohe finanzielle Aufwand bis der Boden verlegt ist. Er muss nämlich auf einen ebenen Estrich verklebt werden, dann geschliffen, als letztes mehrfach geölt werden. Außerdem ist er natürlich pro m² teurer als OSB oder Beton.

Dielenboden

Eine weitere Möglichkeit des Untergrunds ist ein Dielenboden. Man befestigt Latten oder Balken auf dem Untergrund (Querschnitt 30x50 mindestens) und schraubt darauf die Hobeldielen. Die Latten / Balken sollten 250-500mm Abstand zueinander haben. Als Dielenholz empfiehlt sich Eiche (hohe Härte, gutes Stehvermögen). Den hohen Preis dieses Bodens kann man teilweise durch die Auswahl einer einfachen Holzqualität bei den Dielen kompensieren. Der Vorteil (beim laufen) und gleichzeitige Nachteil (für Maschinen / Vibrationen) ist die leicht federnde Eigenschaft der Dielen auf der Konterlattung. Die Standorte der Maschinen sollten daher mit mehr Latten unterlegt werden. Eine zwar teure Möglichkeit des Bodenbelags aber was solls. Das Auge isst schliesslich auch mit und das "ich arbeite gerne hier" Gefühl wird ungemein gesteigert.

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