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Kelch / ein - oder zweiteilig?
Geschrieben von: Dieter Macher
Datum: Mittwoch, 11. 8. 04, um 20:42
N´Abend an Alle,
Ich habe gestern zu später Abendstunde wieder einmal Reste-Inventur in der Werkstatt gemacht, und dabei zwei " längst ausrangierte " Stücke Zwetschge gefunden - total rissig, mit viel Splint und Rinde dran.Zum Entsorgen im Ofen immer noch zu schade, für Mosaik-Bausteine nicht geeignet ( Risse )Für einen Becher / Kelch aus einem Stück waren die Trümmer zu klein. Also machte ich mich daran,. aus beiden Teilen einen Kelch " zu schnitzen ". Die Größe passt - die Proportionen auch. Die Verteilung von Splint und Kernholz ist in etwa gleich, die der Risse auch. Verbunden wurden beide Teile mit einem am Oberteilboden angedrehten 18 mm im Durchmesser messenden Zapfen - 18er Loch im Fuß.
Grundform ist die eines Cognac-Schwenkers - auf Ziernuten usw. habe ich bewußt verzichtet, die Risse sind Deko genug, der Schalenrand ist als " natürlich entstandener Spaltrand " erhalten geblieben. Wahrscheinlich könnte nur noch ein Insider erkennen, das es sich um ein " zusammengesetztes " Gefäß handelt.
Trotzdem habe ich so meine Zweifel, den wenn schon Drechsel-Objekt, dann aus einem Stück!
Also nur ein Fake? Ein Blender? reine Scharlatanerie? 100 % Murks? keine fachgerechte Drechsel-Arbeit? Umgeformtes Brennmaterial? Ausschuß?
Betrug in Reinkultur? Hochverrat eines stolzen Handwerks? Reine Zeitverschwendung? Nur Luft gedreht? Hätte ich lieber Fliegen fangen sollen?
Oder am Ende doch vielleicht doch der "heilige Kral von Klein-Didi?" Eine wunderschöne Symbiose von verschiedensten Drechseltechniken?
Der Selbstzweifel nagte noch nie so intensiev an meinem "Drechsler-Ego" wie beim Anblick dieses Objektes.
Freue mich über jede ehrlcihe Kritik.Mit "zweifelnden" Gruß
Dieter M.
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