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Re: Erfahrungen zur Formatkreissäge von Lutz

Geschrieben von: Karl-Eugen Friedrich
Datum: Mittwoch, 28. 7. 04, um 21:37

Antwort auf: Re: Erfahrungen zur Formatkreissäge von Lutz (Christian Otto)

Hallo Kreissägenfans,
also ich kann die negativen Erfahrungen vom Christian Wort für Wort voll bestätigen. Finger weg von diesem Sch...-Produkt! Ich hatte mir vor ca. 6-7 Jahren - so lange gibts's diesen Mist schon - zusammen mit 2 anderen Kollegen 3 dieser unsäglichen Maschinen direkt ab Werk gekauft(in Drehstromausführung, 4 KW/400V, wenn dann diese!)um einen interessanten Preis zu erhalten. Interessant war der Preis schon, um nicht zu sagen, spottbillig!
Nach ca. 6 Monaten habe ich die Krücke weiterverkauft, natürlich mit Verlust! Es waren 6 Monate zuviel!
Es ist eine bessere Brennholzsäge und meine anderen beiden Kollegen verwenden Sie auch dazu! Präzise - im strengen Sinne - kann man damit überhaupt nicht arbeiten. Die Bezeichnung "Präzisions-Formatkreissäge" ist eine schlichte Anmaßung und man müßte dem Hersteller diese Bezeichnung gerichtlich verbieten lassen.
Die Sache mit dem abgebrochenen Handrad zur Schnitthöhenverstellung kenne ich auch! Lutz schickte allerdings sofort kostenlosen Ersatz und oh Wunder, ein wesentlich stabileres Handrad! Der Parallelanschlag war schief montiert und mußte erst justiert werden. Die Klemmung ist geradezu primitiv gemacht. Die Schnittbreitenskala ist ungenau aufgeklebte Plastikfolie! Man muß immer mit einem Maßstab oder besser noch mit der Schieblehre die Schnittbreite einstellen. Der Schnittwinkel ist auch nur Pi mal Daumen einzustellen, im Zweifelsfall immer mit einem Winkelmesser nachzujustieren! Die Plastikzahnleiste der Schnittwinkelverstellung samt grober Skala und Klemmung einfach lachhaft bzw. ärgerlich!
Die Präzision einer Kreissäge steht und fällt mit der Stabilität und Genauigkeit der Anschläge und da schauts bei der Lutz einfach ganz fürchterlich aus!
Das mitgelieferte billige Standardsägeblatt kann man getrost sofort in den Schrott werfen. Es heult so furchtbar, daß man einen Gehörschutz tragen muß, wenn man nicht massive Gehörschäden davontragen will! Ein 315mm-Präzisionsvielzahnsägeblatt mit Hartmetallbestückung und Geräuschdämpfung von einem Sägeblattspezialhersteller schaffte dann Abhilfe, relativierte aber den ursprünglichen Preisvorteil der Lutz wieder.
Die Sache mit dem integrierten Schiebeschlitten hört sich toll an, ist aber pure Augenwischerei, so primitiv, wie das gelöst ist. Wenn man den Schiebetisch mal abschraubt, sieht man das konstruktive Elend mit den läppischen (aber immerhin staubgeschützten) Kugellagerchen die mit der Kante (!) in einer 45 Grad-Nut in der Unterseite des Alu-Tisches laufen. Entsprechend rauh läuft auch der Tisch! Stellt man ihn leichtgängiger, hat er zuviel Spiel, stellt man ihn fester, läuft er nur noch hakelig! Wenn sich dann auch noch Holzstaub auf der 45 Grad-Nut ablagert, wirds immer schlimmer mit der "Präzision" und der Tisch fängt an zu holpern wie auf einem mittelalterlichen Kopfsteinpflaster! Ein einziges Trauerspiel! Schiebeschlitten zu Profimaschinen kosten mindestens soviel wie die ganze Lutz-Säge!
Also ich würde sagen, wenn man weiß, auf was man sich da einläßt und man jede Einstellung nachmißt und justiert, kann man evtl. mit diesem Mist bescheiden glücklich werden. Ich bin's nicht geworden!
Als Positiva könnte man evtl. den durchzugsstarken Drehstrommotor und das 315mm große Sägeblatt nennen, was eine große Schnitttiefe ergibt. Andererseits haben nur Bau- und Brennholzsägen so große (bzw. noch größere) Sägeblätter (s.o.), richtige Präzisionssägen haben max. 250mm-Blätter (wegen der Präzision! Verwindungssteifigkeit!), dafür Drehzahlen zwischen 4000 und 5000 U/min oder noch höher, was sich aber nur über ein Riemengetriebe bzw. ganz modern mit einem Frequenzumrichter realisieren läßt.
Die Lutz-Kreissägen sind m.E. aber rein "auf Schau" gebaut, sie halten nicht annähernd, was sie versprechen, wenn man Präzision will!
Wenn man sich mal eine Scheppach oder Elektra-Beckum angeschaut hat bzw. irgendeine andere Profimaschine, dann versteht man, warum eine gute Kreissäge einfach Geld kosten muß.
Ich habe mir seither keine Kreissäge mehr gekauft, habe aber das eine aus der "Lutz-Affäre" gelernt, daß eine gute Kreissäge wohl nicht unter 1500 Euro zu haben ist und ich werde dies auch ohne mit der Wimper zu zucken ausgeben, sollte ich mal wieder ein derartiges Teil haben wollen.
Übrigens, heute wird gerade in manchen Baumärkten in München großartig eine 250mm-Lutz-Tischkreissäge (1,5KW/230V) mit Untergestell für läppische 99 Euro angeboten! Einfach toll!
Freundliche Grüße aus München
Karl-Eugen

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