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Re: Teuere Maschinen

Geschrieben von: Thomas Dörr
Datum: Sonntag, 16. 11. 03, um 12:49

Antwort auf: Re: Teuere Maschinen (Berthold Cremer)

Hallo,

ich muss sagen ich kann die Hersteller verstehen.

Es ist doch wohl so, dass viele von uns sich Maschinen und Handwerkzeuge kaufen die eigentlich deutlich zu teuer sind.

Aber was bedeutet den eigentlich zu teuer? Heisst zu teuer nicht, das der Konsument nicht mehr bereit den Preis zu bezahlen? Der Preis richtet sich aber nicht nur nach den Herstellungs- und Entwicklungskosten, das sieht man besonders an Handwerkzeugen, oder glaubt z.B. jemand ernsthaft ein Hobel hat einen Material- und Lohnkostenanteil der über einen 1/4 des Verkaufspreises liegt?

Der Preis einer Sache wird auch durch die Nachfrage am Markt bestimmt. Scheinbar sind uns die amerikanischen Konsumenten darin "voraus" die hohen Preise nicht zu bezahlen und stattdessen zu den "preiswerteren" (ein bei genauer Überlegung scheussliches Wort) Waren zu greifen. Markenhersteller können daher ihre Preisvorstellungen nicht mehr halten und senken diese dann. Die Gewinnspanne ist für sie immer noch riesig.

Das funktioniert alles so lange bis man an den Grenzen der Herstellungs-, Logistik- und Verwaltungskosten kommt und natürlich will der Zwischenhandel auch noch seine Scheibe vom Kuchen haben.

Und da wir ja alle in dem berühmten "weltweiten Dorf" leben, zahlen wir die Kosten für die Länder in den die Preise für die dortigen Konsumenten eben niedriger sind. Dem Hersteller ist es doch am Ende egal, aus welchem Land er seinen Profit erzielt.

Man könnte auch sagen das man mit dem Bezahlen des hier höheren Preises, diejenigen Subventioniert die weniger bezahlen.

Und solange wir alle das mitmachen müssen, wird es immer so weitergehen.

Wenn ich daher sehe das in Geschäften verstärkt LOW Budget Produkte angeboten werden, kriege ich innerlich eine echte Krise. Nicht nur das die Qualität solcher Produkte einfach nur als absolut schlecht zu bezeichnen ist, sondern das damit letzendlich die Hersteller ihre Produkte unter immer "preiswerteren" Produktionsbedingungen herstellen lassen.

Aber niemand würde diese Dinger (als Werkzeug wage ich sie gar nicht erst zu bezeichnen) herstellen lassen, wenn er damit nicht auch noch Gewinne erwirtschaften würde.

Der Verzicht auf den Kauf der "teuren" Maschinen löst, so denke ich, nicht das Problem, sondern wird nur dazuführen das gute Werkzeuge nach und nach vom Markt verschwinden werden.

Es bleibt am Ende noch immer die Möglichkeit die Maschinen dort zu kaufen, wo die Preise eben niedriger sind. Das wird die Hersteller zwar auch nicht in Schwierigkeiten bringen, aber man subventioniert sie wenigsten nicht noch zusätzlich.

MfG

thomas dörr

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