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Re:Humidor-Zyl.-Scharniere,Schloss& Einbau
Geschrieben von: Dieter M. Antwort auf: Re:Humidor-Zylinder-Scharniere & Schloss (Dieter M.)
Datum: Sonntag, 6. 2. 05, um 21:29
Mahlzeit!
Also, am Samstag habe ich versucht, die Zylinder-Scharniere in die Schatullen einzubauen. Ich weiser Vorrausssicht habe ich zunächst an passenden Leisten, welche den Rahmen von Korpus & Deckel entsprachen, " geübt".
Nun sollte man denken, das für die Zyl-Scharniere zwei Bohrungen im passenden Durchmesser genügen sollten: Bohren, Scharniere eindrücken, Teile zusammensetzen und: Garnix geht!!!! Die " Testleisten" liesen sich nicht aufklapppen.
Was dann folgte, war ein mehr als sechstündiges Martyrium, auf welches ich hier nicht näher eingehen möchte.
gegen 19.30 Uhr war mein ( kleines ) Hirn ausgebrannt, doch: Horch, was war dies für ein verheisungsvolles Geräusch - es klopft?
Mein Mentor kam vorbei - mit frischen Geist und guten Nerven machte er sich denn an Tüftel - Werk. Obwohl er eigentlich gar keine Zeit hatte, verbrachte auch er eine gute Stunde mit diversen Aussparungs-Versuchen, Bohrloch-Positions-Experimenten usw.
Er bereitete der Lösung dahingehend den Weg, das er rund um das Scharnier eine Phase einschnitt, nicht jedoch über die ganze Länge der Leisten.
Ich hatte genug, drehte indes an einer Schale aus unbek. Holz weiter.
Ablenkung ist ja oft der beste Weg, ein Hindernis zu überwinden, und so machte ich gegen 22.oo Uhr ( es kann auch Zehn Uhr Nachts gewesen sein ) den letzten Versuch für diesen Werkstatttag.
Nochmals Leisten geschnitten, Löcher gebohrt, Scharnier eingedrückt und das Ganze nochmals in Ruhe betrachtet. Und dann kam der Geistesblitz:
Man darf die Löcher nicht mittig in den Rahmenleisten bohren, sondern ziemlich weit außem am äußeren Rand - um genau zu sein, der Durchmesser des Zylinder-Scharniers + 1 - 2 mm egibt den Abstand des Lochmittelpunktes zur Außenkante Rahmenleiste: Das "Kniegelenk" des Zyl-Scharniers braucht dann noch Platz zum
" Arbeiten":Des großen Rätsels Lösung ist eine 45 Grad-Phase, welche über die ganze Länge beider Rahmenteile laufen muß. Zu beachten ist noch, das die "obere Kante" der Phase die Bohrung für das Scharnier leicht " anschneiden" muß - sonst geht nix!
Die Scharnier-Löcher müßen exakt einegbohrt werden - Einbautiefe = Bohrlochtiefe = zylindrische Bohrung 18 mm tief - nicht weniger und nicht mehr.
So motiviert durch des Rätsels Lösung kompletierte ich dann ncoh die erste der beiden baugleichen Ahorns-Schatullen ( geflammter Instrumentenbau-Ahorn )mit Nußbaum-Füllung im Deckel.Drei dieser kleinen aber robusten Messing-Gesellen verleihen nun der Deckel/Korpus-Verbindung bei geöffneten Deckel die notwendige Eleganz gepaart mit der erforderlichen Stabilität.
Wichtig noch: Vor dem Einbau der Scharniere sollte man den winzigen Bolzen, welcher die beiden Gelenkteile verbindet, unbedingt " verkörnern" - gegen herausfallen sichern.Is´ne Friemelei, aber es geht.
Der Einbau des feinvergoldeten Zylinder-Schlosses dagegen ist relativ einfach- Eins ist jedoch wichtig: Man benötigt einen 9,8 mm Bohrer - ein 10er Bohrer ist zu groß - das Schloss wackelt drin rum.
Gruß Dieter M.
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