Handbehauene Raspeln von Liogier

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Re: Erste Erfahrungen mit der DW 622
Antwort auf: Re: Es wurde eine DW 622. ()

Am Wochenende war etwas Zeit um länger mit der neuen Fräse zu arbeiten. Im Moment baue ich gerade ein Bett und ein kleines Regal, da darf die Neue mitarbeiten,

Es mag ja ein Spleen von mir sein, aber mit Kreissägen kann und will ich nicht. Also muss ich meine Bretter anders bearbeiten. Kanten und Flächen mit dem Abricht-Dickenhobel, Ablängen mit der Oberfräse. Hat noch keiner gemacht? Geht ganz einfach, demnächst kann ich mal ein paar Bilder dazu einstellen. Da man dabei ein Brett von sagen wir mal zweieinhalb Meter längs auf die Werkbank legen und quer ablängen kann, spart das auch ganz schön Platz in der Werkstatt. Für jemanden wie mich, der ein gestörtes Verhältnis zur Kreissäge hat und deswegen eher unsicher damit ist, auch eine nette Risikominimierung. (Nein, ich bin nie in eine Säge geraten - trotzdem!!)

Kanten abrunden mache ich auch mit der Maschine und Beschläge (Berliner Betthaken) einfräsen sowieso. Zum Einsatz kommen neben normalen Nutfräsern Abrundfräser mit Anlaufkugellager und ein aufwärts schneidender Spiralfräser.


Dewalt DW 622

Zur Maschine:

- Motor: sehr kräftig, sehr gut ausgewuchtet, aber nicht leise. Die 1.400 Watt sind ein Gewinn.

- Spannzange: man kommt gut dran, wenn man die Maschine auf die Seite legt. Da der Sechskant der Überwurfmutter auf der vollen Höhe existiert, rutscht man mit dem (22er) Schlüssel kaum ab. Die Spannzange selbst ist 8-fach geschlitzt.

Spannzangen-Vergleich: 8 mm Spannzangen für (v.l.n.r.) OF 1010, DW 622 und zum Vergleich der Casals CT 3000 VCE

Das Gleiche von oben

Führung: Die üblichen Griffknöpfe mit Klennung und Ein-/Ausschalter (feststellbar). Also keine Überraschungen. Man kann unverkrampft damit arbeiten, die Kontrolle der laufenden Fräse ist einfach - einfacher als ich es bisher kannte. Obwohl ich seit Jahren die Pistolengriffanordnung gewohnt war gabs keine Umgewöhnungsschwierigkeiten.

- Frästiefeneinstellung: Einfach und präzise mit Nullung. Drehrad-Einstellung; Feineinstellung integriert. Feineinstellweg 23 mm! Das Beste: Man kann die Einstellung durch eine feste Koppelung von Motor und Grundplatte ergänzen. Arbeitet man z.B. mit einem Abrundfräser und stellt beim Probefräsen fest, dass die Abrundung eben doch nicht ganz genau passt, dann justiert man hier +/- nach ohne eine Säulenklemmung lösen zu müssen. ( Koppelstange € 14 Aufpreis)


Frästiefeneinstellung: Grosses Rad unten, kleines Rad oben die Feinjustage

Im ersten Bild des Beitrags ist die Frästiefeneinstellung gegen die feste Tiefeneinstellung ausgetauscht. Am Drehgriff justiert man nach.

- Spanabsaugung: Endlich eine, die den Namen auch verdient! (Auch unterhalb der Fräse - wenn notwendig.) Die Absaugführung nach oben ist genial, da verheddert sich einfach nichts und der Luftstrom fliesst allem Anschein nach sehr ungehindert. Das Anschlusstück oben ist um 360° drehbar und irgendwelche (elastische) Zwischenstücke braucht man auch nicht, also echte Freiheit auf der Werkbank.


Spanabsaugung mit drehbarem Anschluss

Das Bild zeigt die Maschine nicht beim Arbeiten, sondern sie steht nur "mal eben so" auf einem Brett. Deswegen hängt das Stromkabel auch ungeschickt, aber auch dabei ist die Wegführung nach oben sehr angenehm.

- Seitenanschlag: Die Photos - neu gegen alt - sagen eigentlich schon alles:



oben der neue, unten der alte Anschlag

Was man nicht auf den ersten Blick sieht - die Gleitbacken sind oben sind einstellbar, damit kann man die Führung genau auf die Fräsergrösse justieren. Das geht unten nicht! Die Feineinstellung ist auch gleich dabei, die kostet unten extra. Spanabsaugung gibts auch nur bei den Neuen. Der Anschlag ist praxisgerecht und die Absaugung hält einem den Tisch ziemlich sauber, wenn man an Kanten fräst.

- Fräsergebnis: Einwandfrei! Endlich keine Brandspuren mehr, die bei der alten Fräse wahrscheinlich dadurch entstanden, dass sie immer was verhedderte und dadurch die Vorwärtsbewegung ausgebremst wurde. (Oder wars doch eher die Regelelektronik? Keine Ahnung!) Klar, ca. 40% mehr Leistung sind von Haus aus ein Vorteil.

Fazit: Interessant ist , dass man das Mehrgewicht nicht wirklich spürt. (4,1 zu 2,7 kg) Die Fräse lässt sich einfacher führen als die leichtere zuvor. Mit einer Ausnahme: Sie hat eine sehr grosse Bodenöffnung, da muss man deutlich mehr darauf achten, nicht abzukippen, wenns ans Werkstückende geht! Spanabsaugung heisst die ganz grosse Verbesserung. Auch die Details wie Tiefenjustage und Anschlag sind praxisgerecht, da gibts nix zu meckern.

Zusammengefasst: Ich hätte die alte Maschine schon vor 6 Jahren in die ewigen Jagdgründe schicken sollen, da wäre mit einiger Frust erspart geblieben!

Gruss

Rolf

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