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Re: Frage zum Fenster
Antwort auf: Frage zum Fenster ()

Hallo Daniel!

Wie Du erwähnt hast, eine Dendrochronologische (was ein Wort :) Untersuchung funktioniert in diesem Fall nicht. Das Holz eines Fensters ist dafür einfach zu klein. Zu klein aus zwei Gründen:
- Man braucht den Eindruck vom ganzen Stamm, also eher die Dimension von Dachgebälk o.ä. So zumindest bin ich auf dem Laufenden.
- Zweitens muss man den Ort kennen wo der Baum stand. Bei großen Balken kann man meist davon ausgehen, dass es nicht weit weg ist. Ein Fenster kann transportiert worden sein, oder aus Holz einer unbekannten Gegend geschreinert.

In diesem Fall war es ganz einfach: Die Jahreszahl war eingeschnitzt. Das Model und die Beschläge schienen die Wahrheit der Zahl zu bestätigen.
Allerdings hat das Fenster mit Sicherheit mehr Geschichte in sich. Um diese Zeit war Glas etwas sehr besonderes. Niemand hätte ein Fensterloch ganz oben in einem Treppenhaus mit einem so extravagantem Ding gefüllt. Ich weiss auch nicht mehr, wie alt der Turm selber war. Es sprich also vieles dafür, dass es wieder verwendet wurde, vielleicht sogar mehrmals umgezogen ist. Ob der Rahmen auch so alt ist, ist etwas ungewiss. Der Flügel selber schien seit seiner Fertigung ziemlich unberührt worden zu sein. Das kann man abschätzen indem man die Verwitterung der Einzelteile miteinander vergleicht; unten mehr verwittert als oben. Wenn dem nicht der Fall ist, dann wurde unten ausgebessert. Genau so ist das Fender jetzt: Das untere Holz sieht nach der Restaurierung frisch aus.

Es war auf der Mildenburg in Miltenberg, oder Miltenburg in Mildenberg? Es ist schon eine ganze Weile her… Bist Du aus der Gegend?

Beste Grüsse,

Fabien

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