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Re: Welche Kettensägefeile

Hallo Pedder,

die Vorredner haben ja im Prinzip schon alles geschrieben Und verlinkt.

Du benötigst eine Rundfeile zum Schärfen, eine Flachfeile zum Einkürzen der Tiefenbegrenzer und ggf. Hilfsmittel.
Bei Sand- und Erdkontakt werden auch Marken-Ketten sehr schnell stumpf, er ist also im Sinne von möglichst wenig Schärfunterbrechungen absolut zu vermeiden. (-;
Es gäbe auch Hartmetall-Zähne, die sind aber teuer und werden auch stumpf, lassen sich dafür nicht mit Bordmitteln wieder scharf machen.
Einen leichten Unterschied bei Sand-/Erdkontakt macht, ob Du Vollmeißel- oder Halbmeißelketten verwendest. Halbmeißelketten (die mit der "runden" Ecke am Übergang waagrechtes Zahnteil zu senkrechtem) sind in geringem Maß großzügiger was "mineralischen" Kontakt betrifft, Vollmeißelketten (die mit der "eckigen" Ecke) sind sofort stumpf.
Schärfen lassen sich beide gleich einfach.

Zum Schärfen:
Richtige Kettengröße ermitteln - Abstand der Kettenglieder messen und im Fall "3/8 Zoll" darauf achten, ob Du eine 3/8-Teilung mit "normal" großen Zähnen oder eine 3/8 Teilung mit kleinen Zähnen hast (das merkst Du auch an der Nutbreite der Schiene - "normal" 1,5/1,6mm, klein 1,1/1,3,mm, je nach Hersteller).
Die Kettengröße ergibt den Durchmesser der zum Schärfen notwendigen Rundfeile.
Sofern das Kettenrad Deiner Säge nicht umgebaut worden ist, erfährst Du die Kettengröße ohne viel Messen einfach über das Kettensägenmodell vom Hersteller.
Hast Du Deine Kette etwa über die Hälfte heruntergeschärft, d.h. sind die Zähne nur noch etwa halb so groß, wie sie bei einer neuen Kette sind, verwendest Du zum Schärfen einen Feilendurchmesser kleiner.

Es gibt diverse Hilfsmittel zum Schärfen mit der Feile, ob Du damit zurechtkommst, mußt Du selbst wissen.
Ich würde Dir empfehlen, es zuerst mal ohne diese Hilsmittel, nur mit der Feile zu versuchen.
Zum Einhalten des richtigen Winkels beim Feilen der Kette kannst Du Dich an den Verschleißmarkierungen auf den Zähnen orientieren. Diese Markierungen können allerdings bei ganz günstigen Ketten fehlen.

Eine stumpfe Kette bleibt einfacherweise zum Schärfen auf der Säge montiert, und zwar solange bis sie entweder bis zur Verschleißgrenze heruntergefeilt ist oder aus sonstigem Grund nicht mehr verwendungsfähig ist. Kette wechseln ist also nicht ständig notwendig. Schärfen dauert bei Schienenlänge 30-40 cm und normalem Schärfbedarf nicht viel länger als fünf bis max. zehn Minuten, auch ohne viel Übung.
Zum Feilen der Kette am besten die Säge an der Schiene fest in einen Schraubstock einspannen.
Kettenbremse betätigen, zwei bis vier Zähne feilen, Bremse lösen, Kette weiter über Schiene ziehen (Vorischt - hoffentlich - scharfe Zähne!), bis wieder stumpfe Kanditaten in Feil-Position sind, Bremse wieder rein und Feilen uswusw., bis Du einmal durch bist (mit allen Zähnen einer Richtung), dann Säge im Schraubstock drehen und die andere Zahnrichtung feilen.
Tiefenbegrenzer beachten, das wurde bereits erwähnt.

Bei öfterem Schärfen darauf achten, daß die rechte und linke Zähne gleich lang bleiben, das erleichtert das gerade Sägen enorm. Denke, das kennst Du von den Handsägen.
Achte auch darauf, daß alle Zähne in etwa gleich lang sind, dann läßt sich die Säge beim Schneiden ruhiger führen. Aus meiner Sicht braucht man da keine Meß-Wissenschaft daraus machen.
"Optisch" gleich lang dürfte bei Dir und Deinem Gefühl als Handsägen-Profi schon viel mehr als ausreichend genau für eine Sägekette sein. Kettensägen schärfen empfinde ich als wesentlich "grober" als Handsägen schärfen.
Sind bei einer 40 cm-Kette zwei oder drei Zähne deutlich kleiner gefeilt, als die anderen (z.B. weil sie grobe Scharten gehabt haben), merkt man keinen Unterschied im Vergleich dazu, wenn man alle Zähne schieblehrengenau gleichlang feilt.

Wie gesagt - Sägeketten feilen ist viel einfacher als Sägezähne einer Handsäge feilen, schon weil die Kettenzähne größer sind.

Gruß, Andreas

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