Allgemeines Holzwerkerforum

Re: Eigenschaften der Leimverbindung bei MDF

Hallo Just-do-it,

nein, gleichwertig sind die Verbindungen nicht.

Ohne daß ich jetzt in einem MDF-Werk arbeite, schätze ich Dein Gedankenspiel so ein (hinsichtlich Deines letzten Satzes):

eine Vergrößerung der Leimfläche (Fall "B",Zapfen) ist hier solange der Stabilität Deiner Verbindung zuträglich, solang die fabrikverleimten MDFasern des Zapfens stabiler sind, als es die Leimflächen Deines handverleimten Zapfens sind.
Wann das eintritt, hängt m.E. von der absoluten Größe der Ausführung an, d.h. verbindest Du z.B. 8 mm starkes MDF oder 40 mm starkes? Oder zwei verleimte 40 mm-Teile (mit jeweils einer MDF-Deckschicht im Zapfen)?
Und natürlich von der Kraft, die Du aufwendest und von der Richtung, aus der Du die Kraft an Deiner Verbindung ansetzen läßt.
Eine Rolle wird hier auch spielen, daß Du durch den Zapfen das MDF-Material schwächst.

Breche mal ein Stück MDF auseinander, dann wirst Du feststellen, daß die Verleimung im Material auch so etwas "ähnliches" wie Längsfasern in Massivholz entstehen läßt. Das Material splittert beim Brechen eher auf (ähnlich wie Massivholz, natürlich bei viel geringerer Belastung), anstatt daß es auf kürzestem Weg durchbricht, so wie es eine "Spanplatte" macht.
Man kann MDF von Hand hobeln, da entsteht sogar so etwas ähnliches wie Hobelspäne, im Gegensatz zu den Bröseln einer Spanplatte. Das schreibe ich jetzt in Bezug auf den Faser"zusammenhalt" in MDF-Material.

Gruß, Andreas

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