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Re: Eigenschaften der Leimverbindung bei MDF

Hallo Just-do-it,

zu Deiner Überlegung - an sich hast Du recht damit, daß moderne Leime Holz (bzw. Fasern) besser zusammenhalten, als es die Holzstruktur an sich tut. Auf deutsch - bei korrekt ausgeführter Verleimung geht nicht die geleimte Fuge kaputt, sondern das umgebende Holz.

Zu Deinen Ecken bzw. deren Ausführungen - das wäre einen Versuch wert und kommt sicher auch auf die Dimensionen der MDF-Teile an. Und auch auf die Belastungen, die darauf einwirken sollen. Soll das Ganze ein Teil eines Besteckkastens werden oder z.B. das Kopfteil eines Hochbetts. Oder gar eine größere konstruktive Anwendung.
MDF ist in jedem Fall deutlich fester, als es eine Spanplatte (Flachpreßplatte) ist. Das merkst Du schon daran, wenn Du z.B. einen - sagen wir 10 cm breiten und 50 cm langen Streifen - einer 19 mm starken Spanplatte gegen eine stabile Kante schlägst und das Gleiche mit MDF-Material versuchst. Die Spanplatte wird in beiden Richtungen recht widerstandslos brechen, während sich das MDF heftig wehren wird und Dir Hand und Handgelenk in jedem Fall schwerzen werden.

Ich denke, für eine umfassende Antwort wirst Du es auf einen Versuch ankommen lassen müssen (wie gesagt, abhängig von Dimensionen und Belastungen).

Anstelle Deiner Variante B wäre vielleicht eine eingefräste falsche Feder in der Zapfendimension rationeller (eine Werkzeugeinstellung).

Bei der stumpfen Verbindung Variante C könnte ich mir einen oder mehr von der Außenseite eingefräste, halbierte Lamellos vorstellen (zumindest bei normalen Möbel"dimensionen"). Von der Fa. Lamello gibt es für solche Zwecke Einschlaglamellos ("E20"). Die sind allerdings aus reinem Kunststoff. Wenn Du Glück hast (widerum abhängig von den Dimensionen), sparst Du Dir das Spannen mit Zwingen, weil die Teile bis zu einem gewissen Maß selbstspannend sind.
Wenn eine oder mehr Seiten sichtbar bleiben sollen, mußt Du halt vor der Oberflächenbehandlung spachteln.

Am einfachsten und stabilsten dürfte eine Verschraubung mit Verleimung der Ecke sein, ggf. mit einer Verleimhilfe zum einfacheren Positionieren beim Verschrauben.

Zu Deiner letzten Frage bezüglich der Dauerhaftigkeit moderner Leime (für "Handgebrauch", also Weißleime und PU-Kleber) - bei korrekter Ausführung der Verleimung (paßgenaue Verbindung, Leim noch in Ordnung, Preßzeit und Verarbeitungsparameter eingehalten usw.) und keinen äußeren Umständen, für die der Leim nicht ausgelegt ist, halten die Leime dauerhaft. Sie sind also alterungsbeständig. Aber eben reine Kunststoffe.

Gruß, Andreas

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