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Re: Schale aus Robinie
Antwort auf: Re: Schale aus Robinie ()

hallo Franz,

wenn ich dich richtige verstehe, du sprichst von drechseln, da möchte ich aber doch nachfragen,
wie hast du denn die längliche Schale gedrechselt?

Fast bin ich versucht zu sagen, das ist einfach.

Das Ausgangsmaterial war ein Robinienast ca 35 cm lang und mit 10 cm Durchmesser. Der wurde QUER zwischen den Spitzen eingespannt und die Rückseite abgedreht. Bis hierher lief es gut. Dann wurde er zur Bearbeitung der Vorderseite umgedreht und auf einem Backenfutter gespannt. Nun musst du dir das so vorstellen, dass du einen Propeller mit 1200 U/min auf der Drehbank hast. Und mit jedem Span, den du abdrehst wird der Propeller dünner, Ziel ist es, eine Stärke von ca.4 mm oder weniger zu erreichen. Bei trockenen und relativ steifen Hölzern, z.b. Ahorn, ist das kein grosses Problem. Ich habe 39 Jahre Drechseln auf dem Buckel und kann eine Situation, bei der der Stahl nur 20% oder weniger der Zeit im Eingriff ist, beherrschen. Aber dieses nasse Stück Robinie federte! Bei der einen Umdrehung habe ich 3-4 mm auf einmal abgenommen, bei der nächsten hat es sich nach hinten durchgebogen und der Stahl hat das Holz nur gestreift. Zudem traten an der Hirnseite Risse auf. Ich habe daher irgendwann aufgehört, bevor mir das Holz um die Ohren geflogen ist. Dieses Erlebnis hatte ich schon zu oft und ich möchte es möglichst vermeiden.

Du kannst an den Flügeln halbrunde Riefen erkennen, wo das Holz geflattert hat.

Wie sagte schon Frank Pain : "Drechseln ist ein Fertigungsverfahren mit hohem Risiko". Aber auch: "Je näher am Desaster, desto besser das Ergebnis"
Vielleicht versuche ich es nochmals, wenn das Stück richtig staubtrocken ist, also in 1-2 Jahren.

schönen Sonntag
reinhold

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