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Re: Dämmung Schuppen
Antwort auf: Dämmung Schuppen ()

Hallo Sebastian,

folgende Überlegungen würde ich anstellen:
1. Wenn Du den Raum nicht ständig heizen möchtest, dann ist evtl. eine Innendämmung effizienter, da dann die aufzuheizende Masse deutlich geringer ist. Bei der Variante mit Außendämmung musst Du immer erst die ganzen Wände aufheizen, d. h. der Vorteil der Dämmung kommt evtl gar nicht oder nur wenig zum Tragen. Auf der Innenseite gedämmte Wände heizen sich schnell auf. Dadurch kann sich dann auch die Luft im Inneren schnell aufwärmen und durch die hohen Oberflächentemperauren steigt die Behaglichkeit.
2. Der Wandaufbau sollte stets derart gestaltet werden, dass der Diffusionswiderstand der Schichten nach außen immer abnimmt. OSB hat aber sicherlich einen höheren Widerstand als eine "natürliche" Dämmplatte (z. B. Holzfaser).
3. Wenn Du außen dämmen möchtest, dann kannst Du z. B. Holzfaserplatten direkt auf die Wand kleben und schrauben. Ein umlaufender Klebewulst auf den einzelnen Platten verhindert, dass Luft dort durchströmen kann. Evtl. kannst Du die Verschraubung der Dämmplatten auch gleich mit der Montage der senkrechten Latten kombinieren, die dann durch die Dämmplatten an der Wand verschraubt werden. Diese Latten sorgen für die erforderliche Hinterlüftung. Auf diese Lattung kannst Du dann entweder direkt eine waagerechte Verschalung (nicht ganz so günstig) oder eine Konterlattung und dann eine senkrechte Schalung anbringen. Im unteren Bereich sollte ein Dämmmaterial verwendet werden, dass keine Feuchtigkeit aufnehmen bzw. wieterleiten kann, denn sonst kann Feuchte vom Boden/Spritzwasser die gesamte Dämmung durchfeuchten.
4. Wenn der Schuppen nur gelegentlich genutzt wird und Du von innen dämmen möchtest, dann kannst Du ggf auch auf eine Dampfbremse verzichten.
5. Egal für welche Variante Du Dich entscheidest: der Schuppen sollte winddicht sein, d. h. Spalte, Ritzen und Löcher möglichst verschließen, damit nicht unkontrolliert Luft zirkulieren und damit Wärme verloren gehen kann. Später mittels Hygrometer die Luftfeuchte kontrollieren und ggf gezielt Lüften.
6. Ein Raum mit starken Temperaturschwankungen führt meist auch dazu, dass die Luftfeiúchtigkeit stark schwankt. Das ist fürs Holzwerken generell schlecht, sowohl fürs Material als auch für die Werkzeuge.
7. Bei jeweils nur kurzzeitiger Nutzung könnte es sinnvoll sein, eine reine Strahlungsheizung (elektrisch beheizte Paneele) einzubauen. Natürlich trotzdem weitgehend luftdicht halten und evtl am Boden eine Dämmung gegen die unangenehme Fußkälte vorsehen.

Gruß,
Martin

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