Schleifzylinder

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Re: Heurechen aus Holz

Hallo Jan
Rechen habe ich schon gefertigt. Einiges aufgeschrieben.
Herstellungsweise
Für den Rechenkopf wird Eschenholz verwendet. Dieses ist leicht und zäh zugleich. Es werden gerade möglichst astlose Stämme ausgesucht und auf die gewünschten Längen gesägt. Die Stämme werden nun durch Spalten auf die passende Stärke gebracht. Dies geschieht mittels einer simplen Spaltvorrichtung, die es ermöglicht einen Stamm exakt im Faserverlauf aufzutrennen. So bleiben die Fasern unverletzt, was die Stabilität und damit Haltbarkeit dieses stark beanspruchten Teils zu Gute kommt. Mittels einfacher Werkzeuge wie Ziehmesser und Hobel wird der Rechenkopf bis zu seiner Fertigstellung bearbeitet. Nun muss er zum trocknen einige Zeit lagern, bevor Löcher für Zinken und Stiel gebohrt werden können.
Die Zinken werden aus Robinienholz hergestellt, einem sehr harten Holz, das sich bei Belastung nicht spaltet und kaum abnutzt. Auch hier wird beim Herstellen der Faserverlauf berücksichtigt.
Der Stiel wird aus 5 bis 8 Jahre jungen Fichten oder Haselstämmen gewonnen. Beide Hölzer sind leicht und für ihren Zweck ausreichend stabil. Esche und Weide sind ebenso geeignet. Der Stiel wird mit Hartöl eingelassen um die Oberfläche vor Verunreinigungen zu schützen.
Man unterscheidet grundsätzlich drei Rechentypen
• Heurechen
• Laubrechen
• Kratzrechen (Harke)
Die ersten beiden sind dabei enger verwandt und eignen sich für Heu, Laub, Gras, Grünschnitt.
Die Zinken laufen annähernd parallel zum Untergrund und greifen dabei unter das Heu bzw. Laub. Der Heurechen zeichnet sich durch einen breiten Rechenkopf, langen Stiel, lichten Zinkenabstand aus. Der Rechen für Laub, Gras, Grünschnitt hat einen mittelbreiten Kopf, einen gut körperlangen Stiel und einen dichten Zinkenabstand.
Beim Kratzrechen stehen die Zinken stehen schräg zum Boden, der Winkel zwischen Stiel und Zinken ist größer als beim Heurechen. Der Kratzrechen ist mit seinem eher schmalen Kopf, relativ kurzem Stiel und engen Zinkenabstand gut zur Vorbereitung und Planierung von Beeten, Wegen, Rasenansaaten etc. geeignet.
Ergonomische Aspekte
Ein Rechen sollte daher, um optimal arbeiten zu können, möglichst genau auf seinen Benutzer abgestimmt sein. Unter Angabe der Körpermaße: Körpergröße, Handbreite ( Knöchel Zeigefinger zu Knöchel kleiner Finger), Unterarmlänge (Ellenbogen bis Mittelfinger) und Hinweis auf den gewünschten Rechentyp und Verwendungszweck, ergibt sich die Proportion des Rechens: Breite des Rechenkopfs, Stiellänge und der Winkel zwischen Zinken und Stiel.
Als Schreiberling über altes Werkzeug habe ich auch solche Themen aufgegriffen u. dokumentiert. Für Museen usw. Meine Bücher enthalten dabei auch viele Info.
Gruß, Kurt---hoffentlich nicht zu viel geschrieben u. Pedder meckert.

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