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Re: Schräger Drechsel Meissel

Hallo Gerd!

Schön sieht er aus, Dein Meißel (Du musst nicht Skju -schissel sagen, Meissel reicht).

Ich würde insgesamt Schräger anschleifen. Die Fase kann nach meinem Dafürhalten auch länger, gerne auch etwas ballig (ist leichter für den Anfänger beim zurückziehen der Schneide bis sie schneidet)
Die Rundung der Schneide ist mir (!) zu "doll". Ein Meissel aus dem Erzgebirge ist jedoch noch "runder" vorne.
Ich denke, eine wirkliche Erleichterung war erst die Einführung der Ovalmeissel in den Neunziger Jahren - die hakten nicht mehr in den Handauflagen ein.

Ganz ehrlich: Wie oft Du einhakst ist letztendlich eine Frage der Übung mit Deinem (!) Meißel. In meiner Lehrzeit wurde überhaupt kein "gewese" um das Schleifen gemacht!
Alle Drechseleisen (HSS war noch nicht) wurden an der Scheibe eines ELU-Doppelbocks (Das war der "letzte Schrei" der Technik) frei Hand gemacht. Aus heutiger Sicht eine furchtbar vermackelte Schneide. Mein Meissel aus der Zeit - aus Werkzeugstahl ist immer noch eines meiner Lieblingswerkzeuge...da wurde noch nie irgendeine Geometrie gemessen. Mit diesem kann ich ohne hinzusehen im Dunkeln schneiden. Ich musste in der Lehre aber auch hunderte Treppensprossen und Spindeln drehen. Und dann war für mich ein "großer Schritt nach vorn das umgewöhnen der "Deutschen Handhaltung" (also Handrücken nach oben) auf die "Englische Haltung" (also Handrücken nach unten und Führung durch Daumen- Zeige- und Mittelfinger). Einfach mal probieren...
Wichtig aus meiner Sicht ist, dass die Kanten Deines Meissels schön gebrochen sind damit er gut auf der Handauflage gleitet. Und dann: üben, üben, üben...

Viele freundliche Grüße
Ingo

P.S.: Und leider ist Drechseln nicht wie Fahrradfahren! Wenn ich länger nichts an der Bank gemacht habe, hake ich anfangs auch mal ein...

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