hirnholzboden für werkstatt

Das ganze Thema rund um die Holzbearbeitung wird hier diskutiert. Die Grenzen sind hier deutlich weiter gezogen als im Handwerkzeugforum. Wenn Du nicht sicher bist, wo Dein Beitrag hingehört, ist er wahrscheinlich hier am besten aufgehoben.
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andreas rabl

hirnholzboden für werkstatt

Beitrag von andreas rabl »


ich saniere gerade einen alten stadl und will mir einen hirnholzboden verlegen.
als untergrund hab ich ein altes steingewölbe über dem keller. also große höhenunterschiede. nun frag ich mich wie ich den boden am besten aufbaue.
das hinholzpflaster will ich 12cm lang machen und schneide dafür 200jahr alte träme auf.
darunter hätte ich eine feine kies/sandschicht gedacht von 2-3cm. darunter eine folie und unter dieser schotter oder doch presskies?
wär für hilfreiche anregungen sehr dankbar.
liebe grüße aus dem österreichischen waldviertel
andreas



Klaus Kretschmar
Beiträge: 1457
Registriert: Sa 21. Nov 2020, 23:13

Re: hirnholzboden für werkstatt

Beitrag von Klaus Kretschmar »


Hallo Andreas,

zum richtigen Bodenaufbau kann ich dir leider nichts sagen, da mir hierzu die sicheren Kenntnisse fehlen. Zwei Bitten hab ich trotzdem: 1. Sage mir doch bitte was "Träme" für ein Holz ist und 2. stelle doch bitte ein Bild ein, wenn der Boden verlegt ist. Das würde mich wirklich interessieren.

Viele Grüsse Klaus


Carsten Rödiger
Beiträge: 139
Registriert: Fr 26. Okt 2018, 16:39

Re: hirnholzboden für werkstatt

Beitrag von Carsten Rödiger »


Hallo Andreas,
Ich gehe davon aus, daß Du aus diesem Raum mehr als einen Stall machen willst, also mindestens einen Lagerraum oder vielleicht sogar eine Werkstatt ??!
Dann ist ganz wichtig bei einem Holzpflaster, daß sich die einzelnen Holzklötze nicht bewegen, denn die Oberfläche soll schon eben sein. Also :
Auf das Gewölbe eine Ausgleichsschicht, die auch die Punktlast etwas verteilt (Holzpflaster tut das, im gegensatz zu Dielenfußboden, nämlich kaum), dh. die Schüttung sollte an der dünnsten Stelle mindestens 10cm dick sein. Presskies ist OK, auch Kies/Sand mit Kalkmörtelzusatz geht, bitte keinen Zementmörtel benutzen, der wird zu hart und dann kann die Wand oder das Gewölbe reißen.
Eine Feuchtigkeitssperre solltest Du unbedingt einbauen, aber darauf achten, daß sie heile bleibt. Also eine Schicht Sand auf den Kies, oder den Kalkmörtel gut abziehen.
Behandle die Hirnholzpflastersteine wie Parkett, d.h. bringe sie in den fertig temperierten Raum und lass sie da etwa 2-3 Monate aklimatisieren (ein stramm und knochentrocken eingebautes Holzpflaster kann, wenn es naß wird, die Wände Deines Hauses auseinanderdrücken). Du mußt das Pflaster unbedingt "schwimmend" einbauen und außenrum (abhängig von der Raumgröße und der Holzart) mehrere bis viele Zentimeter Luft lassen, die durch entsprechende Leisten abgedeckt werden müßen, damit da nix reinfällt. Das ist wirklich wichtig, wenn Du Dir mal die Zimmerluftfeuchten (über mehrere Jahre!) ansiehst; wir hatten diesen Sommer trotz oder gerade wegen des Lüftens über 2-3 Monate etwa 65-70% Luftfeuchtigkeit im Wohnzimmer, vorletzten Winter waren wir auf 35-40% runter!!
Jetzt zum eigentlichen Verlegen des Holzpflasters, da gibt es 2 Möglichkeiten:
Die Verlegung des Pflasters in Kalkmörtel oder aber in Bitumen, was ich persönlich viel lieber mag. Ich habe währen meiner Ausbildung ein paar Zusatzkurse im Ausbildungszentrum der HWK in Koblenz absolviert, dort hatten sie Holzpflaster in (Zement!!)-Mörtel und das war nach nur 2 Jahren schon an mehreren Stellen gerissen (da, wo sie mit Fahrzeugen reinfuhren und das Pflaster nass wurde). Ein ordentlich in Bitumen verlegtes Holzpflaster mit Ausgleichsfugen alle paar Meter macht das aber klaglos mit, vor allem hast Du damit den besten Boden, den es überhaupt gibt; widerstandsfähig, elastisch, schonend zu fallenden Werkzeugen, Du kannst 14 Stunden darauf stehen ohne müde Beine zu bekommen und wenn Du mal am Boden etwas befestigen mußt (wie z.B. im Bootsbau) kein Problem solange es sich nur um horizontale oder abwärtsgerichtete Kräfte handelt. Hirnholz pflaster in Bitumen ist der beste Werkstattboden der Welt.
12 cm Höhe ist für das Pflaster OK, fräs aber unten einen 2cm hohen Schwalbenschwanzabsatz ein der um 1cm kleiner als das Holz ist damit das Pflaster einen Verbund bekommt (gilt für Mörtel und Bitumen).
Von der Idee, das Holzpflaster lose in Sand zu verlegen wie im Garten, rate ich unbedingt ab, Du wirst Dich auf diesem Boden immer unsicher fühlen, da der Boden nicht fest ist und sich einzelne Hölzer bewegen, vor allem da, wo du viel gehst ober große Lasten bewegst, außerdem werden sich einige Hölzer (und wenn auch nur um Millimeter) absenken und dann stolperst Du noch mehr.
Nach dem Verlegen und Aushärten muß die Oberflache geschliffen und mit einem trocknenden (!!) Öl behandelt werden. Danach hast Du für die nächsten paar Jahrhunderte Ruhe.
Holzpflaster ist, wie Kopfsteinpflaster auf der Straße, der schönste, teuerste, am aufwendigsten zu verlegende, langlebigste, am unaufälligsten zu reparierende, tollste Bodenbelag überhaupt.

Viel Erfolg, und, ja bitte, zeig uns ein paar Bilder.

Cheerio,
Carsten


Manfred Gruber

Re: hirnholzboden für werkstatt

Beitrag von Manfred Gruber »

[In Antwort auf #47277]
Hallo Andreas,
Was ist aus deinem Hirnholzboden geworden?
Wie hast du ihn aufgebaut?
Manfred

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