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Re: Holzdübel

Geschrieben von: Recai Riemer
Datum: Freitag, 27. 9. 02, um 00:36

Antwort auf: Holzdübel (Andreas Brunenberg)

Leider schreiben Sie nicht, wozu genau die Rundhölzer nötig sind. Bei drei Millimeter Durchmesser werden es sicherlich auch keine Löcher von vielleicht falsch plazierten Mechaniken sein. Wenn die Kopfplatte vollständig durchbohrt sein sollte, ist es nicht rat sam nur ein Rundholz wie einen Dübel einzupassen: es kommt beim Leimen einfach zu wenig Kontaktfläche und keine Dübel ist rund geformt wie das Loch in das er eingesetz werden soll, es werdden immer Lücken entstehen oder Flächen ohne Kontakt zur Kopfplatte. Von daher werden durchgehende Löcher ind der Regel wie folgt überarbeitet: Der Trick bei der ganzen Sache ist, das Loch und einzupassendes Holz konisch sind. Nur so kann man das einzufügende Holz einpassen und den zum Leimen nötigen Druck erzeugen. Bei Geigen nimmt man gerne alte Wirbel die man in die ausgedrehten LÖcher einleimt. Nach dem Abbinden werden die überstehenden Enden bündig abgesägt und nun kann man ggf. auch ein neues, schmaleres Loch bohren.
Falls die Löcher in der Kopfplatte nicht durchgehend sein sollten, könnte man mit einem zentrischen Holzbohrer ein leicht größeres Loch bohren mit geringerer Tiefe und dann ein Rundholz einpassen.
Auch die in den anderen Beiträgen angeregte farbliche Absetzung kann durchaus reizvoll sein. Vorrausgesetzt das es durchgehende Mechanikenlöcher wären, würde gelber Buchsbaum durchaus recht gut aussehen. Das nennt man dann: aus der Not eine Tugend machen. Für den Fall, daß Sie daran denken doch lieber Mahagoni zu nehmen, muß man leider anfügen, daß´Mahagoni als Holz für Wirbel wenig geeignet ist. Es hat eine geringere Dichte als die sonst verwendeten Wirbel aus Buchsbaum oder Ebenholz und ist spröder als zum Beispiel Palisander, bricht also leichter.
Für das Einpassen konischer Fromen sind allerdings meistens Spezialwerkzeuge nötig. Im Handel erhältlich sind zum Beispiel auf einander abgestimmte Reibahlen und eine Art "Wirbelanspitzer". Anstelle von fertigen Wirbel sind im Fachhandel auch schon konisch gedrechselte Hölzer für solche Reparaturarbeiten erhältlich.
Ein Reibahle kann man z.B. auch selbst machen: in einen konisch gedrechselten Stab kann man in einen gesägten Längsschlitz ein Teppichmesserklingen stück einpassen. Für den Wirbelschneider wird oft ein Holzblock mit oben aufgeschraubtem/ befestigtem Hobeleisen vorgeschlagen. Dafür hat man dann zuvor ein Loch in einen Holzblock passender Größe gebohrt, dieses mit der Reibahle konisch erweitert, den Block dann jedoch soweit abgehobelt oder aufgesägt, daß die Oberseite der konischen Bohrung freigelegt ist, sodaß dieser Wirbelschneider dann wie ein Bleistiftanspitzer arbeitet. Qualitätsprodukte aus dem Fachhandel (z.B. unter der Marke "Herdim", erhältlich z.B. bei der Fa. Dick)kosten schnell mal an die 80 Euro, Reibahlen an die 35 Euro.
Meiner Meinung nach wichtig ist es, daß die Leimflächen in einem Winkel zu einanderstehen. Nur so kann gewährleistet werden, daß ein ausreichender Anpreßdruck beim Leimen gewährleistet ist und falls das Holz später einmal doch etwas schwindet, keine leicht erkennbaren Öffnungen an den Leimstellen entstehen können. Auch in der Restaurierung wird allgemein an schadhaften Stellen in dieser Weise Holz eingefügt.

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