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Re: Messer schärfen

Geschrieben von: Thomas Jacobi
Datum: Mittwoch, 25. 9. 02, um 12:27

Antwort auf: Messer schärfen (Oliver Montué)

Die Kuechenmesser die ich regelmaessig scharf halte sind die japanischen Hocho etc, kann also lediglich ueber diese etwas aussagen. Und hier ist der Kummer nicht Schaerfen, was sich meinen Erfahrungen nach mit der "scary sharp" Methode leicht, schnell und zufriedenstellend bewerkstelligen laesst sondern die Notion des Pflegens und Achtens einer wirklich scharfen Klinge meiner Holden zu vermitteln.
Zwar schaetzt sie es inzwischen durch eine reife Tomate durchfahren zu koennen ohne dass die Haut sich unter der Schneide woelbt aber dass das nicht gut mit in der Spuele rumliegen lassen zusamenpasst weil die eine oder andere Carbonstahlklinge die Feuchtigkeit gar nicht mag und das an kantige Dinge schlagen die empfindlichen Schneiden misshandelt das ist schon schwieriger zu vermitteln.
Ab und an wie ein Falke im Sturzflug auf die Spuele zu hechten wo mich ein Qualitaetsmesser um Hilfe gerufen hat um es trocken zu wischen und in den Block im Schrank zurueckzustellen wo die Kurzen nicht rankommen hat mir den Ruf eines manisch Besessenen eingebracht. Dabei geb ich mir schon alle Muehe nicht ungeduldig und veraergert zu scheinen wenn ich wieder Scharten in einem vor kurzem gerichteten Messer entdecke. Last not least wiegt das schaerfste und schoenste Messer die Wahrung einer elementaren haeuslichen "Harmonie" nicht auf.

Also lieber wieder an die dicke Glasscheibe, ein Blatt Schleifpapier nach dem anderen auflegen, von grob auf fein bis hin zur 2000-er Koernung die ein weiteres Abziehen nach meinem Befinden unnoetig macht. Bliebe freilich fuer den Perfektionisten die Option etwa auf dem Riemen einen letzten Kick abzuziehen aber das 2000er hinterlaesst bereits eine spiegelnde Flaeche.
Die urspruengliche "scary sharp" Methode sieht vor mehrere Streifen verschiedener Koernungen auf der Glasscheibe aufzukleben, ich halte es fuer praktischer ein Blatt nach dem anderen aufzulegen, mit einer Hand festzuhalten und das Messer im spitzen Winkel in wiegender Bewegung mit geringem Druck ueber das Blatt wegzuziehen immer mit dem Ruecken voraus. Mit etwas Uebung gibt das ein sehr gutes Ergebnis ueber die ganze Laenge der Schneide hin. Die Glasunterlage gibt eine ebene, ausreichend grosse Flaeche, keine ungleichmaessige Steinabnutzung, Steinausrichten, Oel- und Wassergepansche faellt weg. Bin damit recht zufrieden.

Viel Spass und neugierig zu hoeren wie ihr das macht,
Thomas

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