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Re: Schritt Porenfüllen

Geschrieben von: Joachim Lehmann
Datum: Sonntag, 21. 10. 07, um 15:45

Antwort auf: Re: Schritt Porenfüllen (Ottmar)

Moin Ottmar,

uns liegt anscheinend dasselbe Werk von Allen vor, meins ist eine 2005 erschienene Übersetzung Deiner Ausgabe. Allen schreibt zwar vollständig, aber in der Tat etwas verwirrrend und manchmal fehlen die Details.
Die Angaben der Schellackmengen beziehen sich also auf Pfund pro Gallone. Ich war mit der Berechnung sehr genau, damit ich später dasselbe Verhältnis wieder herstellen kann.
1:1 sind also 120g/l, 2:1 240g/l.

Mein Bimsmehl ist "pulverfein", bis zu 90µ, es soll aber noch feineres (bis 50µ) geben. Für das grobporige Pyramidenmahagoni scheint es aber geeignet (wenn man denn die Auftragetechnik noch etwas effektiver machen könnte).

Anfeuern bedeutet, so habe ich es aus anderen deutschsprachigen Quellen entnommen, das Holz vor dem Grundieren (mit 2:1 Schellack) einmal einzuölen.
Die Maserung soll durch diesen zusätzlichen Schritt stärker hervortreten. Nach dem Ölen soll man das Brett ein paar Tage stehenlassen.

Für das Porenfüllen gibt es nun verschiedene Ansichten. Einige Polierer verzichten ganz auf das Öl, auch bei dem Polierballen werden verschiedene Stoffe genutzt. Ich habe es mit einem Feudel probiert (hält schön lang) und mit einem alten Baumwoll-T-Shirt. Einmal habe ich Leinöl als Gleitmittel genommen, einmal nicht. Beide Bretter sehen inzwischen trocken aus, doch ist das Brett, bei dem ich Öl zum Gleiten nahm, etwas tiefer rot, weil das (wie ich ja anfangs meinte) zu viele Öl wohl durch die Grundierung (drei schnell aufgetragene Schellackschichten 2:1) durchgedrungen ist.

Den Alkohol habe ich zusätzlich in den Ballen getropft, weil es bei Allen heißt:

Wenn der Ballen trocken wird, fügen Sie mehr Alkohol und Schellack hinzu. Bei diesem Arbeitsgang wollen Sie noch keinen Politurfilm aufbauen, geben Sie daher nicht zuviel Schellack hinzu.

Ohnehin rät Allen immer, erst Alkohol und dann Schellack in den Ballen zu tropfen. Warum man dann noch mit verschiedenen Mischungen arbeiten soll, frage ich mich, da ich mit jeder Ballenfüllung die Mischung ändern kann.

Was ist also prinzipiell besser? Ein recht feuchter Ballen mit wenig Schellack oder ein trockener? Am feuchten Ballen klebt deutlich weniger Bimsmehl an, aber in jedem Fall muß ich recht lange auf ein und derselben Stelle unter der weiteren Zugabe von Bimsmehl auf das Holz polieren, bis die Poren zuschlämmen.
Ist es also normal, daß jeder Arbeitsgang (wovon man bei grobporigem Holz nach der Durchtrocknung meist noch zwei weitere braucht) durchaus eine halbe Stunde dauern kann?

Vielen Dank schon einmal, Ottmar, für Deine Mühe.

Besten Gruß,
Joachim

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