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Re: Zahnhobel - wie verwenden? - Wofür?

Geschrieben von: Wolfgang Jordan
Datum: Mittwoch, 31. 7. 02, um 08:15

Antwort auf: Zahnhobel - wie verwenden? - Wofür? *MIT BILD* (Berthold Cremer)

Ich vermute mal, daß du versucht hast, mit dem Zahnhobel Weichholz zu hobeln. Das führt aber nur dazu, daß Fasern ausgerissen werden, die dann die Zähne zusetzen. Solche steilen Winkel, wie sie beim Zahnhobel oder auch bei der Ziehklinge auftreten, lassen sich mit Vorteil nur beim Bearbeiten von Hartholz nutzen.

Zum Einsatzbereich habe ich mal in einigen älteren und neueren Büchern nachgeschlagen, weil ich selbst dazu keine Erfahrung habe. Einstimmig wird berichtet, daß der Zahnhobel früher benutzt wurde, um Oberflächen zum Furnieren vorzubereiten. Man hat geglaubt, daß die rauhe Oberfläche dem Leim eine höhere Haltekraft verleiht. Heute weiß man, daß zu verleimende Flächen möglichst glatt sein sollten. Vielleicht gibt es da aber auch einen Unterschied zwischen Knochenleim und Weißleim.

Eine zweite wichtige Anwendung ist das Putzen von (Hart-)Hölzern mit wilder Maserung. Wegen des hohen Anstellwinkels (80-90 Grad) kann man eine Oberfläche unabhängig vom Faserverlauf hobeln, ohne Ausrisse befürchten zu müssen. Die feinen Rillen werden dann mit der Ziehklinge entfernt. Die Amerikaner benutzen statt dieser Kombination gleich einen Ziehklingenhobel.

Zum Schärfen des Eisens ist noch zu sagen, daß wegen der Rillen auf der Spiegelseite nur die Fase des Eisens geschliffen wird. Um den beim Schleifen entstandenen Grat zu entfernen, wird das Eisen mit der Schneide in einen Hartholzklotz geschlagen. Zum Fasenwinkel wird in meinen Büchern nichts gesagt. Ich vermute aber, daß er nicht zu klein sein sollte wegen der beim Schaben auftretenden seitlichen Kräfte, also ca. 30 Grad.

Schöne Grüße, Wolfgang

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