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Abrichten eines Brettes III

Geschrieben von: Christof Hartge
Datum: Samstag, 22. 6. 02, um 13:11

4. Die Schmalseiten des Brettes

Unser Brett hat jetzt eine plane Seite und leidlich gerade abgesägte Kanten. Als nächste Aufgabe steht es an die Aschmalseiten abzurichten und dami ddem Bret seine entgültige Breite zu geben, sowie die beiden Hirnholzkanten zu bestoßen, bzw auch zu sägen und das Brett damit auf Länge zu bringen.

a) Abrichten der ersten Schmalseite

Bei der ersten Schmalseite besteht die Aufgabe zunächst nur darin eine gerade Kante zu hobeln die rechtwinklig zur linken Seite steht. Das sind zwei Anforderungen, die nicht leicht gleichzeitig zu erfüllen sind.

Meine Vorgehensweise:
Berge beseitigen: Das Brett wird mit einer Schmalseite nach oben in Faserrichtung in die Vorderzange eingespannt. Über die Kante hinwegpeilen und schauen wo die größeren Berge und Täler liegen. Diese werden zuerst mit dem Doppelhobel beseitigt. Man sollte an dieser Stelle schon mit Augenmaß darauf achten, den Hobel rechtwinklig zur linken Seite des Brettes zu halten.
Hohlhobeln: Es ist leichter am Schluß, bei dem entgültigen besto0en mit der Rauhbank eine leichtes Tal zu beseitigen als einen sanften Hügel. Mit dem Doppelhobel hebe darum ich einen kurzen Span in der Mitte ab, dann einen zweiten, den ich nach beiden Seiten verlängere, einen dritten, bis ich über die volle länge des Brettes hobele (4-5 Stöße). Es ensteht eine leicht hohle Schmalseite.
rechter Winkel: Nach einiger Übung wird man feststellen, daß auch die Augen ganz gut einschätzen können, ob der Hobel rechtwinklig steht Mit dem Winkel prüfe ich auf Rechtwinkligkeit. Oft ist es so, daß man eine leichte Verdrehung hineingehobelt hat. Um sie zu beseitigen winkele ich nicht den Hobel an, sondern halte ihn nach Augenmaß rechtwinklig und schiebe den Hobel so, daß nur ein Teil des Hobelmessers, den fraglichen Bereich der Kante abhobelt. Bei einer 87° Kante bedeutet das, den zu hohen Teil mit 3-4 mm des Hobeleisens zu hobeln. Ist viel Ungenauigkeit zu beseitigen. nehme ich wenig Eisenbreite, ist es nur noch Haaresbreite die fehlt, nehme ich viel von der Breite des Eisens. Auf diese Weise läßt sich die Korrektur sehr gut steuern.Ist die Kante verdreht, lasse ich das Hobeleisen über die Länge von einer Kante der Schmalseite zur anderen wandern. Dazu brauche ich 1-2 Stöße. Wichtig ist, daß das Hobeleisen wirklich parallel zur Hobelsohle steht, sonst wird man nicht fertig. Ein Tip: Wenn das Brett nur wenig, 0,5 cm, über die Hobelbank schaut ist es leichter die Rechtwinkligkeit einzuschätzen. Nun ist die Schmalseite rechtwinklig aber noch nicht gerade, eher etwas hohl.
Abrichten: Ich lege die Rauhbank auf und informiere meine Hände mit leichtem Druck, wann sie satt aufliegt, dann gebe ich Druck auf den Bug, schiebe und wechsele den Druck auf das Heck des Hobels. Am besten macht man die Augen zu - kein Scherz. Auch hier sollten 1-2 Stöße genügen.

Fertig ist die gerade und winklige Kante. Dies ist eine gute Vorübung zum Fügen.

Schon oft habe ich gelesen, unter die Hobelsohle eine rechtwinklige Leiste zu halten oder zu spannen und auf diese Weise, den rechten Winkel anzuschlagen. Ich willes hier erwähnen, weil ich weiß, dass viele damit zurecht kommen. Ich nicht. Ich arbeite, ohne dem einen besonderen Wert geben zu wollen, schneller und zuverlässiger freihand. Im Holzwerken gibt es immer viele Wege zum Ergebnis.

Forstetzung folgt, Korrrekturen und Anmerkungen erwünscht. Grüße, Christof.

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