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Knackpunkte beim Hobelbau
Geschrieben von: Oliver Montué Antwort auf: Re: Selbstgebauter Hobel (Wolfgang Jordan)
Datum: Freitag, 21. 6. 02, um 11:17
Hallo Wolfgang,
folgende Punkte waren ein bischen schwierig, schon deshalb weil ich nur Handwerkzeuge benutzt habe.
- die Seiten habe ich mit der Hand vom Block abgesägt und mit dem Hobel geputzt. Eine möglichst unsichtbare Fuge hinzubekommen ist mir nur bedingt gelungen.
- Die Rampen der Mittelteile müssen rechtwinklig zu Block sein und absolut eben, besonders die hintere, da dort das Messer aufliegt. Von Hand gesägt und mit dem Hobel geputzt. Hört sich einfach an, ist es aber nicht so ganz. Hier sollte man nicht schlampen, da sonst das Hobelmesser schlecht aufliegt, was die Funktion stark beeinträchtigt.
-das Widerlager für den Keil hängt von der Werkzeugausstattung ab. Wer drechseln kann, für den ist das nicht schwierig. Ich habe das Widerlagerholz längsgebohrt und eine Metallstange eingeschoben, die in den Hobelkörperseiten in Löchern sitzt. Leider war das Metall nachgiebig und wurde durch biegesteiferes ersetzt.
- Der Keil ist sehr wichtig. Der Keilwinkel darf nicht zu steil und nicht zu flach sein, damit er das Messer gut festklemmt aber es auch wieder einfach zu lösen ist. Da das Messer recht kurz ist, ist der Hobel recht flach und somt der Keil auch recht kurz. Er muß sowohl am Widerlager als auch am Messer satt aufliegen.
- Die Sohle sollte so gerade wie möglich sein. Schleifpapier auf Glas fürs Grobe und später sollte man die Glasfläche mit Lippenstift, Graphit o.ä. einschmieren und die gefärbten Hochpunkte auf der Hobelsohle mit der Ziehklinge entfernen.
- Das Hobelmaul sollte bei einem Putzhobel sehr eng sein. Wenn es zu groß wird, kann man einen Flicken in die Sohle einsetzen.Der Hobel funktioniert recht gut und ist einer meiner 'Lieblinge' wobei dies sicherlich ein bischen auf den 'Vaterstolz' zurückzuführen ist. Sehr vorteilhaft bei diesem Projekt ist, daß man die Knackpunkte eines guten Hobels sehr schnell begreift, was einem auch bei fertig gekauften Hobeln zu Gute kommt. Denn diese müssen auch von Zeit zu Zeit 'getunt' werden.
Bis dann,
Oliver
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