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Re: Abrichten eines Brettes II

Geschrieben von: Oliver Montué
Datum: Montag, 17. 6. 02, um 10:10

Antwort auf: Abrichten eines Brettes II (Christof Hartge)

Hallo Christof,
anbei eine alternative Möglichkeit, die ich ab und zu mal gerne anwende:
- wenn das Brett nicht zu groß ist, spanne ich es auf einer geraden Unterlage fest und benutze ein Streichmaß, dessen Kopf an der geraden Unterlage aufliegt und ziehe an den Werkstückkanten zwei Linien, die die endgültige Dicke des Brettes bestimmen. Statt eines Steichmaßes kann man sich auch mit einem Holzblock und zwei Nägeln ein profisorischen Anreißwerkzeug bauen, was den Vorteil hat, daß die Unterlage größer als das Werkstück sein kann. Diese Linien haben zwei Vorteile: erstens kann man von beiden Seiten Material abnehmen, was gegen weiteres Werfen hilft - und zweitens muß man weniger mit Richthölzern und Lineal hantieren.
Um die Ausbrüche am Rand zu verhindern, kann man eine Fase an der Längskante bis fast zur Linie anhobeln. Dann kann man unbesorgt die Späne fliegen lassen.
Ich benutze einen Bleistift zum Markieren von Unebenheiten. Ganz zum Schluß ziehe ich parallele Linien um zu prüfen, ob auch gleichmäßig Material weggenommen wird.
Die Referenzseite wird markiert um jederzeit identifiziert werden zu können. Die Referenzseite bildet das Innere des Möbels.
Man sollte das fertig gehobelte Brett nicht auf der Bank liegen lassen, sondern so lagern, daß die Luft gleichmäßig überall zirkulieren kann, da sie das Brett ansonsten wieder wölbt.
Einige Anmerkungen zur Auswahl der Hobel: Ich selber bevorzuge Metall-Hobel abgesehen vom Schrupphobel. Ein Jack - #5 - ist der Hobel, der nach dem Schrupphobel zum Einsatz kommt. Je nach Brettlänge kann man zum Schluß noch die Rauhbank -#7- nehmen. Da diese Hobel i.d.R. ein verstellbares Maul haben, kann man mit einem eng eingestelltem #7 auch schon ein recht gutes Finish erzielen. Die Sohlen von Metallhobeln sollte man mit einer Kerze abreiben, damit sie besser gleiten.

Bis dann,
Oliver

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