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Re: Das Abrichten eines Brettes I

Geschrieben von: Dieter Schmid
Datum: Sonntag, 9. 6. 02, um 17:32

Antwort auf: Das Abrichten eines Brettes I (Christof Hartge)

Hallo Christof,

Zum Ablängen:
Im Prinzip muß man beim groben Ablängen überhaupt nicht genau sägen. Ich zeichne mir den Ablängriß nur grob und freihändig an. Aus Deinem Text geht hervor, daß Du nur 1 cm dazugibst, sprichst aber von einem 81 cm langen Brett. Wahrscheinlich hast Du 1 cm gemeint und Dich verschrieben. Ich würde aber im Gegenteil da etwas großzügiger sein, da sich hinterher bei Deiner vorgeschlagenen Lagerung noch Hirnholzrisse bilden können und man beim Ansetzen des Hobels an den Enden noch einiges ausreißen kann.

Besäumen:
Da stimme ich zu, ist schon manchmal eine tückische Angelegenheit. Auch hier sollte man in der Breite etwas Spielraum einkalkulieren. Lieber hinterher mit dem Hobel noch einen halben cm von der Kante runternehmen als aus Versehen in das zukünftige wertvolle Möbel schneiden. Einmal wußte ich nicht mehr weiter, als meine Ryoba vollkommen verlaufen war. Hatte zwar noch nicht in den Teil geschnitten, den ich brauchen würde, es ging aber auch nicht mehr weiter. Die rettende Idee war die Hand-Stichsäge. Die ist dicker im Blatt aber dieses ist schmal. Damit wurde der Schnitt so korrigiert, daß dann wieder mit der Ryoba weitergearbeitet werden konnte. Da habe ich gelernt, wie wichtig es ist, mit dem Holz nicht zu geizig zu sein.

Abrichten, d. h. hobeln:
Da würde ich anders vorgehen. Die wenigsten Bretter sind völlig gerade, eine leichte Propellerform ist häufig. Woran soll man sich ausrichten, wenn man die Kanten zuerst macht? Man hat noch keinen Bezug. Ich würde zuerst eine Breitseite machen, dann die beiden Kanten im rechten Winkel dazu und erst dann die zweite Breitseite.

Die Berge auf der Breitseite erst mal mit dem Schrupphobel abnehmen, bis alles sägerauhe weitgehend verschwunden ist. Nach den Regeln des deutschen Tischlerhandwerks kommt dann der Schlichthobel, den man aber getrost auslassen kann. Mit der Rauhbank geht es auch und man hat das Brett damit gleichzeitig abgerichtet. Dann folgen die beiden Kanten, die ich ausschließlich mit der Rauhbank machen würde, die es erlauubt, bei auf der Sohle aufgespanntem rechtwinkligen Klotz eine saubere 90° Kante herzustellen.

Was ganz anderes: Gibt es hier im Web nicht jemanden, der gut skizzieren kann? Mit ein paar Skizzen wäre vieles noch anschaulicher.

Grüße
Dieter

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