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Das ist Kundendienst! Bsp. Lee Valley
Geschrieben von: Philipp Antwort auf: Re: Qualtät von eisernen (Edel) Hobeln (Bernhard)
Datum: Donnerstag, 29. 12. 05, um 15:09
Hallo Friedrich und andere,
ein interessanter Beitrag, wie ich finde. Mein Erfahrungsschatz mit Edelhobeln ist sehr gering, sei aber dennoch kurz erwähnt:
(Alle u.g. LV-Hobel waren Mitbringsel aus Kanada und dort beim "reichen Onkel aus Amerika" bestellt, ehe es sie in D zu kaufen gab.
LV Mittlerer Simshobel: perfekt! Ein Traumwerkzeug!
LV Flachwinkelschweifhobel: perfekt von der Verarbeitung her. Über das eine oder andere Konstruktionsmerkmal kann man streiten, hat aber nichts mit Qualität zu tun.
LV Flachwinkelbankhobel: dieses Beispiel will ich nutzen, um die Diskussion auch auf den Kundendienst von hochwertigen Herstellern zu lenken.Nachdem ich einiges mit diesem Hobel gearbeitet hatte, befiel mich der Eindruck, daß seine Sohle nicht "vollkommen" (was heißt das schon?), sondern leicht konkav war. Damit griff der Hobel besonders am Anfang und am Ende eines Hobelzuges und leicht Konvexität war das Resultat. Diese Thematik hatte ich hier im Forum (s. mein Beitrag v. 01.12.05) bekanntgegeben und auch einiges an Rückmeldung erhalten. Auch im englischsprachigen Forum fragte ich um Rat.
Und nun kommt's: der engl. Forumsadmin nahm sich die Freiheit, meinen Beitrag direkt an Rob Lee zu schicken. Nach ca. 10 (in Worten: zehn!) Minuten hatte dieser sich eingeschaltet und mich um Kontaktaufnahme gebeten (darauf bezieht sich wohl auch Bernhards Erwähnung weiter oben: "Allerdings kann man auch in allen Foren von einer vorbildlichen Reklamationshaltung sowohl von LV, LN als auch Clifton lesen. In England schaltete sich Rob Lee direkt im Forum ein").Da war ich zunächst mal baff. Außerdem hatte Rob Lee CONGER per Epost gebeten, mich zu kontaktieren und mir Robs Unterstützung zuzusichern (vielleicht glaubte er, daß ich kein gutes Englisch und daher deutsche Hilfestellung gebrauchen könne).
Mir war die Sache zunächst einmal peinlich, weil ich weder meinen Verdacht auf unplane Hobelsohle nicht einwandfrei bestätigen konnte, noch LVs Fertigungstoleranzen kannte, die schließlich der Maßstab zur Reklamationsanerkennung/-ablehnung sind.
Rob, also der Chef persönlich, schrieb mich mehrmals an und ließ mir nahezu keine andere Wahl, als einen neuen Hobel zugeschickt zu bekommen ("don't care about costs!"). Der kan dann auch prompt, begleitet von einem ausführlichen Schreiben, das die Ergebnisse der CMM-Vermessung dieses Hobels beinhaltete. Meinen alten schickte ich auf LVs Kosten zurück und bekam versprochen, über die Nachmessung informiert zu werden.
Später fragte Rob nochmals nach, ob alles ok sei, und ich mit dem neuen Hobel zufrieden wäre.Ich glaube, ich habe fast jedem von diesem Erlebnis von Kundenorientierung erzählt, schlicht, weil ich so überrascht und nahezu peinlich berührt war. So etwas hatte ich vormals noch nicht erlebt!
Langer Rede kurzer Sinn: solange die Edelhersteller ihre hochpreisigen Produkte mit einem solchen Kundendienst begleiten, darf ihnen in meinen Augen auch mal ein Ausrutscher passieren. Nach dieser Erfahrung würde ich immer wieder blind zu einem Lee Valley-Hobel greifen.
Viele Grüße
Philipp (der immer noch rote Ohren bekommt, wenn er an Lee Valleys Besorgtheit um meine Zufriedenheit denkt)
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