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Meine erste perfekte Spiegelseite

Geschrieben von: Friedrich Kollenrott
Datum: Sonntag, 11. 5. 03, um 11:52

Ich weiss, das Thema ist alt, trotzdem für Viele ein Problem. Wie stelle ich eine ordentliche Spiegelseite her? Ich habe es jetzt zum ersten Mal geschafft, eine nicht nur ordentliche, sondern wirklich perfekte Spiegelseite an einem Hobeleisen herzustellen. Die braucht man nicht wirklich, klar, aber es ist sinvoll, einen Weg dahin zu kennen. Man kann ja früher aufhören und mit einem ordentlichen Ergebnis zufrieden sein.

Also, in Stichworten:

- Eisen: Altes 50 mm Stanley- Eisen, laminiert (die sind toll! Bei ebay für 4,95$ erwischt), leider leichte Rostnarben auch auf der Spiegelseite.

- Grober Vorschliff zum Enfernen der Rostnarben: Ganz vorsichtig auf Bandschleifer, mit sehr wenig Druck, Eisen darf sich nur leicht erwärmen. Es ist fast hoffnungslos, bei einem laminierten Eisen mit entsprechend sehr harter Spiegelseite Narben von Hand ausschleifen zu wollen! Vorsicht, Ein Bandschleifer schleift sehr schnell ballig (vermutlich vor allem infolge eines Durchwölbens des Eisens durch die einseitige Erwärmung, wie beim Boden einer von unten beheizten Bratpfanne), auch das ist nur mühsam zu entfernen.

- Schliff auf grobem Stein (bei mir ein 800er Wasserstein), zuerst mit viel Druck bis die Fläche gleichmäßig erscheint. Dazu als Griff ein Holzklotz mit aufgeschraubter Scheibe, die in das runde Schlüssellochende im Hobeleisen passt.
Stein bleibt plan, wenn er überall gleichmäßig benutzt wird, man fühlt auch wo er hochsteht. Zur Kontrolle Stein aber doch mehrfach abgerichtet (Ich benutze einen planen Klinkerstein). Später mit weniger Druck, ohne Handgriff, damit Eisen nicht mehr durch Druck verformt und somit wirklich plan wird. Jetzt fühlt man schon sehr genau, wo der Stein einen Buckel hat, und kann ihn dort gezielt abarbeiten. Am Ende noch eine Zeitlang mit sehr leichtem Druck, damit die so erzielten flacheren Schleifriefen auf dem feinen Stein leichter entfernt werden können.

- Abziehen auf feinem Stein (bei mir: 6000er Wasserstein). Problem dabei: Stein neigt zum Zuschmieren, dadurch kaum Abtrag, u. U. auch Bildung neuer Riefen durch verschleppte gröbere Körner. Lösung:
a)Stein mit Nuten versehen (mit einem kleinen Winkelschleifer mit Diamantscheibe, Rautenmuster mit ca. 20 mm Weite). Effekt: Stein greift viel besser und gleichmäßiger, grobe Körner werden sofort von der Fläche geschoben.
b) langsam, sehr langsam schleifen! Viel langsamer als auf dem groben Stein! Der Abtrag geht erheblich schneller voran, weil das Eisen nicht mehr auf der Schleifbrühe (dem Gemisch von Wasser und Abrieb) aufschwimmen kann.
Der Stein muss zwischendurch abgerichtet werden, er lässt sich nicht so gut planhalten wie ein gröberer.

Ergebnis: Spiegelseite ist wirklich wie ein Spiegel, die ersten 10 mm von der Schneide aus absolut kratzerfrei.
Gesamt- Zeitaufwand: Ca. 2 bis 3 Stunden. Aber, wie gesagt, man muss es ja nicht soweit treiben, dann gehts auch schneller.

Friedrich

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