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Qualität des Simshobel Clifton 420
Geschrieben von: Rolf Richard
Datum: Samstag, 8. 10. 05, um 16:57
Hallo!
Letztlich wurde im Marktplatz ein Clifton 420 angeboten. Neu und unbenutzt. Wir wurden uns handelseinig, ich hab mir das Werkzeug sozusagen zum Geburtstag geschenkt! Dem Verkäufer nochmals ein herzliches Dankeschön für die gute Abwicklung! Gestern gleich das Eisen abgezogen (zuletzt mit einem 8000er)
Eines möchte ich vorweg erwähnen - alles was ich hier schreibe hat nichts mit dem Verkäufer zu tun!
So, gestern kam also der Hobel, der für mich als Immernochanfänger schon ein "Nobelhobel" ist. Entsprach der Beschreibung - neu und ungebraucht. Die technischen Daten hatte ich von der Simshobelseite des Hausherrn. Wusste also worauf ich mich einlies - oder glaubte das zumindestens!
Dann hab ich mir den Hobel detailliert angeschaut. Ganz offen gesagt, für den handelsüblichen Preis ist er miserabel verarbeitet!
- die Messerklappe hat an allen möglichen und unmöglichen Stellen Lunker. So ein Teil wäre normalerweise Ausschuss. Zugegeben, wahrscheinlich keine Funktionsbeeinträchtigung. Aber bei dem Preis?
- die Fläche, der Klappe, die auf das Eisen drückt ist in beiden Richtungen sehr deutlich ballig.Eine der hinteren Ecken ist durch einen "Ausrutscher" noch weiter weggeschliffen, -die fehlt regelrecht. Echte Handarbeit!
- die beiden Haltenasen der Klappe werden durch einen durchgetriebenen Stift gebildet. Den hat wohl ein Lehrling eingesetzt. Überstand links 3,1 mm, rechts 5,4 mm. Man kann froh sein, dass man die Klappe so einsetzen kann, dass der Stift rechts nicht übersteht.
- der Hobelkasten ist deutlich asymmetrisch bearbeitet. Das wird zwar nicht die Funktion stören, sieht aber aus wie Fertigungstechnik des 19. Jh. Insgesamt scheint die Gussform ihre besten Jahre hinter sich zu haben.
- in den tieferliegenden Teilen des Hobelkastens, die die Beschriftung tragen, hat sich niemand die Mühe gemacht, mal mit einer Drahtbürste die vom Giessen kommenden Schlackerückstände auszubürsten.
Mein Fazit: für den verlangten Preis eine hundsmiserable Fertigungsqualität. Meine 08/15 - Stanley-Hobel sind da weitaus besser! Verlange ich im vorliegenden Fall zuviel? Sehe ich da etwas falsch? Ist ja alles möglich!
Noch etwas zum Eisen. bzw zum Schnittwinkel:
Nach des Hausherren Angaben hat der Hobel einen Schnittwinkel von 43°. Beim Abziehen des Eisens fiel mir auf, dass das Eisen auf 23° vorgeschliffen war. Die Schräge der Bettung beträgt aber nur 18,5°. Auf 43° komme ich nicht. Das ist etwas, was mich im Moment wenig stört.Auch schon mal gehobelt! Und hier rechne ich mal ein, dass ich noch viel lernen muss. Trotzdem ist auffällig, dass der fehlende Vorschneider wirklich fehlt! Im Winkel des Falzes kann man das deutlich sehen. Hier fällt die Qualität des Schnittes ab, weil das Holz abgerissen und nicht abgeschnitten wird. Auch mit ganz fein eingestelltem Eisen wirds nicht wirklich sauber. Kann aber auch an mir liegen.
Gerne würde ich Kommentare zum Geschriebenen bekommen, denn derzeit bin ich irgendwie hin- und hergerissen.
Gruss
Rolf
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