|
| Bildhauerfeilen - so schnell wie eine Raspel, so sauber wie eine Feile |
|
woodworking.de - Handwerkzeugforum für Holzwerker
Neandertalerreservat! Hier ist Platz für die stromlose Bearbeitung von Holz und allem was dazugehört!
|
Re: die unendliche Geschichte
Geschrieben von: Andreas Winkler Antwort auf: Re: die unendliche Geschichte (Christian Otto)
Datum: Samstag, 29. 3. 03, um 13:52
Hallo chris,
zur Geschmacksneutralität bei Keramikmessern: ältere westliche Messer und die meisten japanischen Messer, die bei uns auf dem Markt sind, haben keine rostfreien (und somit auch keine säurebeständigen) Klingen. Schneidest Du mit einem solchen Messer etwas Säurehaltiges, wie z.B. einen Apfel (oder noch extremer: eine Zitrone, wird die Klinge von der Säure sofort angeätzt (natürlich nur ganz wenig von der äußersten Schicht). Beißt Du dann in den Apfel, wird er unangenehm nach Metall schmecken. Keramik = säurebeständig, deswegen gibt´s diese teuren, geschmacksneutralen, seelenlosen(?) Keramikmesser.
Du könntest aber auch gleich ein herkömmliches, westliches Küchenmesser aus Edelstahl (bekanntlich auch (haushalts)säurebeständig) nehmen und dabei einiges an Geld sparen.Um die unendliche Geschichte noch etwas fortzusetzen: meiner Meinung sind die Wellen bei einem Wellenmesser keineswegs zur Stabilisierung der Klinge da, sondern zur Verlängerung der Schneide und der Veränderung der Schnittwinkel der Klinge. Daraus folgt: ein einfacheres Schneiden bei harten Schnittmaterialien (eben Brot mit "knuspriger" Kruste) ohne ständig nachschärfen zu müssen.
Durch den speziellen Aufbau japanischer Messer läßt sich vieleicht eine höhere Schärfe erzielen, jedoch sind sie westlichen Messer einer europäischen Durschschnittsküche in der Praxis aus obengenanntem Grund unterlegen (man denke auch an die erforderliche Sonder"zeremonie" beim Abspülen). Außerdem ist die Klinge (wie von Vorrednern schon erwähnt) wesentlich empfindlicher.
Dazu kommt noch der höhere Preis. Soviel zur "Überlegenheit" japanischer Messer. Ich will jedoch keineswegs die Fertigkeiten der japanische Schmiede bzw. Metallindustrie in Abrede stellen, jedoch bin ich der Meinung, daß es sich bei einem Messer um einen (seelenlosen!!!) Gebrauchsgegenstand handelt, bei dem es nicht nur auf Schärfe ,sondern auch auf andere Eigenschaften (Alltagstauglichkeit, Robustheit) ankommt.
Seele (und manuelle Fertigung!) hin, Seele her, es kommt doch auf den Anwender an, was der aus einem Werkzeug macht ! Und das nicht nur bei Messern, sondern auch bei Stemm- und Hobeleisen usw..Gruß, Andreas
Werkzeugforum wird administriert von Neandertalern mit WebBBS 5.12.