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Re: Holz und Handwerk 2003 / ULMIA
Geschrieben von: Bernhard Dirr Antwort auf: Re: Holz und Handwerk 2003 (Jörg Ed. Hartge)
Datum: Donnerstag, 27. 3. 03, um 15:16
Hallo,
zu ULMIA: Ich habe mich auf dem Messestand länger mit einem der ANKE-Mitarbeiter unterhalten und schon den Eindruck gewonnen, dass sich ANKE *weitgehend* darüber im Klaren ist, welcher Qualitätsanspruch mit dem Namen ULMIA verbunden ist. Übrigens sind angeblich alle ausgestellten Stücke schon aus der neuen Produktion gewesen.Inwieweit sich der Qualiltätsanspruch aber realisieren läßt, ist abzuwarten. Ich habe da schon noch Zweifel. Noch ein paar Details:
1. Da auch eine ULMIA 4 ausgestellt war, habe ich mein Lieblingsthema "Vorspannung der Vorderzange" angesprochen. Immerhin war bekannt, "dass es da wohl irgendwas gibt", und offensichtlich war das auch von anderen schon angesprochen worden, denn "man sei der Sache auf der Spur und würde demnächst ein entsprechendes Informationsblatt herausbringen". (Nur nebenbei: auch bei DICK habe ich nachgefragt. Dort hat man dieses Thema als Marketing-Gag abgetan. Ich hab mir die beiden ULMIA 4 auf dem DICK-Stand genau angesehn. Die hatten auch keinerlei Vorspannung)
2. Mein zweites Lieblingsthema an der ULMIA 4: Hier im Forum habe ich gelernt, dass das Querholz an der Stirnseite der Hobelbank so bemessen sein muss, dass es auch bei sehr trockener Luft nicht über die Bankplatte hinausragt. Damit ist sichergestellt, dass sich dieses Querholz nicht ins eingespannte Holz abdrücken kann, wenn man in der Vorderzange was einspannt.
Auch hier weit gefehlt: die ausgestellte ULMIA 4 war das krasse Gegenteil davon und in dieser Form schlicht nicht zu benutzen.
3. Die ULMIA 3 hat eine "billige" (ANKE-?)Bankplatte, 45mm stark und aus kurzen Stücken zusammengesetzt. Das hatte die frühere ULMIA 3 - glaube ich - nicht.
4. Im Nachhinein habe ich auch den Anschein bekommen, als ob die ausgestellten neuen ULMIA-Hobelbänke nicht mehr aus gedämpftem Buchenholz hergestellt worden wären, steht auch nichts mehr davon im Katalog. Allerdings muss ich auch zugeben, dass auch die bei DICK stehenden Hobelbänke so hell aussehen, als ob die Buche nicht gedämpft sei. Ist auch sicher nicht so entscheidend, mir persönlich gefällt halt die gedämpfte Variante einfach besser.Was ich sonst noch an Neuigkeiten (für mich) von der Messe mitgenommen habe:
- Zum ersten Mal die Firma Ashley entdeckt - haben wirklich ganz nette Sachen! Auch einen hübschen Nachbau eine Norris-Hobels. Wenn jemand 980 € über hat und mir was schenken will....
- Endlich mal die Tormek in Aktion gesehen und erkannt, dass das nicht das richtige für mich ist. Die Tormek ist sicher gut, um bei Ausbrüchen oder Änderungen der Schneiden-Geometrie schnell voran zu kommen. Ist aber halt wirklich ein Grobschliff uns spart mir nicht das Arbeiten an den Wassersteinen (und das entprechen Geplantsche in meiner Werkstatt).
- Es gibt doch jede Menge anderer Holzwerker, die sich mit den gleichen Fragen und Problemen rumschlagen, wie ich selbst.
- Viele haben auch das gleiche Problem wie ich, geeignetes Holz (ausser Fichte und Kiefer vom Baumarkt) in kleinen oder mittleren Mengen zubekommen. Und zwar sowohl als Schnittholz, aber auch vielleicht schon abgerichtete Bretter oder Bohlen. Wenigstens gängige Holzarten, wie Kirsche, Ahorn, ....
Ich denke immer noch, dass sich hier auch ein Zusatzgeschäft im Internet aufbauen lassen würde. Wenn ich auch sonst nicht gern Amerika als Beispiel nehmen will (gerade in diesen Tagen), aber gerade sowas gibt es "drüben" schon an jeder "Internet-Ecke". Für Drechselholz geht das auch bei uns ja schon so ein bisschen los.So, genug für jetzt!
Bernhard
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