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Hobelbank aufmöbeln - ein Kurzbericht

Geschrieben von: Stefan Wagner
Datum: Sonntag, 13. 2. 05, um 19:50

Eigentlich wollte ich meine jetzige Bank nicht mehr groß überarbeiten, und stattdessen eine neue, schwerere Bank bauen.

Aber nachdem das Bauen einer Hobelbank auf einer Hobelbank viel einfacher geht, hab ich die von den Vorbesitzern arg zerrupfte Vorderzange doch nochmal aufgemöbelt.

Die "alte" Bank ist nach dem zweiten Weltkrieg anscheinend aus vorhandenem, minderwertigem Holz (Wurmfraß ohne Ende!) vom Erstbesitzer selbst gebaut worden.
Die Platte ist eine Buchenbohle von ca. 50mm Stärke, mit Baumkanten auf der Unterseite. Die Hinterzange ist in der klassischen Form gebaut, jedoch aus Weichholz. (Ich nehme an, Fichte.) Die Vorderzange ist aus Buche, mit zwei hölzernen Führungen. Die Spindeln sind aus Metall.

Zustand: Abgekämpft. Viele Sägeschnitte und zum Teil zentimetertiefe Krater und Kerben in der Vorderkante. Leider sind auch sehr viele Nägel in der Platte versteckt.

Was habe ich gemacht: Entlang der Vorderkante der Platte habe ich einen Falz gehobelt und eine Buchenleiste eingeleimt. Damit ist die Vorderkante wieder einigermaßen gerade. Ansonsten habe ich die Platte gelassen, wie sie ist, es sind zu viele Nägel drin.

Die Vorderzange war ähnlich angenagt, zum Glück aber nur an einem Punkt. Hier habe ich ausgestemmt und Füllstücke eingeleimt, anschließend alles erst einmal abgerichtet und plan gemacht. Sowohl die Wange als auch die Oberseite benötigten eine Auflage (Buche), die ich jeweils mit Übermaß aufgeleimt habe und anschließend mit Schlichthobel und Doppelhobel auf Maß gebracht habe. Die Oberkante habe ich, weil es sowohl schön aussieht als auch härter ist, aus einem Rest Bangkirai gemacht.

Zu meinem Leidwesen ist die Leimfuge des "großen" Anleimers trotz insgesamt 10 angesetzten Zwingen an den Enden etwas aufgegangen (man sieht es im großen Foto). Vielleicht hätte ich die Seite etwas hohl hobeln sollen. Was meint ihr?

Auf jeden Fall schließt die Zange jetzt wieder dicht und bis oben hin. Und das war das eigentlich Wichtige.

Arbeitszeit: Fünfmal etwa eine Stunde Arbeit und anschließendes Warten bis zum Abbinden des Leims (sprich: bis zum nächsten Tag).

Bei dieser Gelegenheit: Man sieht beim Vergleich der Fotos "vorher/nachher", dass ein weißer Anstrich der Wände viel ausmacht. Beton im "Naturgrau" schluckt viel Licht!

Zum Schluß die Bank noch einmal "in der Totalen". Leider ist die Qualität meiner alten Digicam nicht gut.

Gruß

Stefan

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