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Kell Schleifführung

Geschrieben von: Matthias
Datum: Samstag, 8. 3. 03, um 22:44

Der erste Eindruck der Führung ist sehr positiv. Kein überflüssiger Schnickschnack bei solider Verarbeitung.

Die Handhabung anhand der beiliegenden Anleitung ist einfach.

Den Winkel messen, Abstand aus Tabelle (Anleitung) ablesen und mittels Maßstab einstellen.

Etwas schwierig ist die Unterbringung der Finger, da kaum Raum zum Festhalten vorhanden ist. Ich kann lediglich den Zeigefinger (rechte Hand) vorne auf das Eisen legen , während die andere Hand die Vorrichtung führt.

Vorsicht ist geboten, weil sich, wie hier schon angesprochen, die Schneide bei der Vorwärtsbewegung in den Stein „beißt“. Das spricht aber eigentlich dafür, das die Führung sehr präzise arbeitet. Deshalb zum Schluss besser nur noch ziehende Bewegungen machen. Beim Handschärfen würde man dieser Tendenz m. E. unmerklich nachgeben, d.h. den Winkel verändern.

Ein Nachteil bei schmalen (2-8mm) Beiteln (Kirschen), die dünne Flanken haben ist, dass sich der Beitel während des Schleifens leicht verdrehen kann, mit der Folge das die Fase versaut ist. Dies gilt gleichermaßen für konische Beitel; auch hier können die beiliegenden Scheiben keinen ausreichenden Ausgleich schaffen. Im Kombination mit der oben geschilderten Platznot beim Festhalten ist vorsichtiges Arbeiten gefordert, zwischendurch öfters kontrollieren ob das Eisen vollständig auf der Führung aufliegt. (Ganz andere Erfahrung hierzu von Christian, werde hier noch mal weitertesten!?)Ab ca. 10mm tritt dies nicht mehr auf.

Mit der Führung kann einfach und haargenau eine zweite Fase angeschliffen werden (zum Sinn oder Unsinn siehe ausführlich im Schärfprojekt).

Eine weitere Beobachtung ist, dass der „Schleifbrei“ auf den Wassersteinen durch die Rollen festgewalzt wird, hier muß regelmäßig nachgewässert werden, da sich der Stein sonst schnell zusetzt. Das trifft aber wohl auch auf alle Führungen zu.

Fazit: Einfache Handhabung, etwas Übung erforderlich. Sehr genau.
M.E relativ hoher Preis bei vergleichsweise eingeschränkter Verwendungsmöglichkeit (2-26m Beitel, keine Hobeleisen).

Zum direkten Vergleich habe ich nur die Führung von Stanley, das Ding ist echter Murks, da eine Einstellung mit der dranschlabbernden Winkeleinstellung nicht mal annähernd möglich ist. Für den Ansatz eines Kontrollwinkels ist kein Platz.

Grüße
Matthias

P.S. Ich benutze einen harten Wasserstein, Körnung ca. 1200 oder 1500 zum Schärfen und zum Abziehen einen weichen, Körnung 6000. Zum sehr groben Formschliff haben sich die billigen Diamantplatten von Westfalia (3 Stück ca. 15 Mark) gut bewährt.

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