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Re: Ölfinish Gitarrenbordy - Naturbelassen

Hallo Christian,

wo hast du denn gelesen dass Tungöl giftig sei (kannst ja mal Sicherheitsdatenblätter z.B. bei Kremer sichten)? Das ist so unbedenklich wie Leinöl oder Walnussöl.

Gereinigtes Leinöl (z.B. Lackleinöl bei Streichgut) oder Walnussöl (auch dort) hat meines Wissens weniger Schwebstoffe, also Restproteine und ähnliches, was für die Oberflächenbehandlung nicht benötigt wird. Das Ergebnis ist eine klarere und hellere Oberfläche die weniger Anfällig für Pilzbefall sein soll.

Trockenzeiten musst du in Kauf nehmen, wenn du keine Sikkative verwenden möchtest, geht halt nicht beides. Sind dann eben nochmal ein paar Wochen, was aber bei üblichen Projektdauern von Einzelanfertigungen mMn nicht ganz so sehr ins Gewicht fällt.

Van Dyck Kristalle sind im Grunde einfach getrocknete Wallnusshüllen (also die grüne Hülle um die eigentliche Nussschale herum), wenn man das an die Finger bekommt färbt das sie dunkel. Ich habe die von Liberon gekauft, gibt es auch bei Kremer in kleineren Mengen. Der Farbton dürfte dann schnell in Richtung Walnuss gehen, probier's doch mal auf einem Reststück aus.

Weitere naturnahe Einfärbung kannst du mit Essig und Stahlwolle erreichen, Eiche lässt sich damit nahezu schwarz färben. Ich weiß nicht wie gut das bei Pappel funktioniert, du kannst das Holz aber mit einem "Tee" aus Eichenholz oder -rinde behandeln abwechselnd mit der Essig-Eisenlösung. Beispiel hier das Untergestellt ist Eiche auf diese Weise behandelt: https://www.theenglishwoodworker.com/the-side-table-bridle-guides/

Über beide Beizen kannst du dann recht problemlos mit Ölen arbeiten.

Es dürfte auch möglich sein in den genannten Ölen natürliche Pigmente einzubringen und so eine Lasur zu erreichen. Damit habe ich aber keine praktische Erfahrung.

Beste Grüße,
David

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