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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Japanische Schnitzmesser

Hallo Friedrich,

auch Dir vielen Dank fürs Feedback.

In der Anwendung der Messer arbeitet man mit beiden Händen am Schnitzgut. Die rechte Hand führt und die Linke gibt Druck auf die Klinge. Das Holz ist eingespannt. Diese Messer werden im Verbund mit weiteren Schneidwerkzeugen eingesetzt. Das Internet hat explizit keine Detailanwendung ausgespuckt. Bei einer Zusammenkunft von Holzverrückten war ein Könner anwesend, der diese Messer beherrschte und einen kleinen Eindruck vermittelte. Wie immer wurden die Werkzeuge nicht aus der Hand gegeben, sodass ich sie nur betrachten konnte und aus der Erinnerung später in einer Skizze für Gerd anfertigte und ihm schickte konnte.

Die Maße: Länge 215mm, Höhe 25mm und Stärke 3,3mm. Fasenwinkel 15°. Schleifmaterialien, quer durch den Garten. Diamantplatten 220, 325, 600 zur Formung und Anfangsschärfung, 1200 und 3500erter Nassschleif. Dann Wechsel auf 8000ender Diamantschleifplatte um die Schneidkante ggfs. gerade zu halten. Dann mit 8000 und 12000ender Nasschleif abgezogen. Zum Schluß den gefühlten feinsten Grat mit Leder und Chromoxid/Öl, mit der Schneide gleitend geführt, entfernt. Wenige leichte Züge waren dazu notwendig. Insgesamt alles von Hand mit einigen Andruckhölzern.

Die Messer haben die erste Ausformung eines neuen Halses hinter sich. Wie bereits beschrieben, ist es ein tolles Werkzeug, das die Arbeit sehr gut unterstützt. Die hohe Schleif- und Schärfarbeit hat sich gelohnt. Wenn sich eine vergehende Schärfe einstellt hat man mit wenigen Zügen auf dem Leder wieder eine praktikalble Schneide. Um das Messer sauber zu führen, muss man sich aber mit dem Schneidverhalten vertraut machen. Dank der Präsentation fiel mir das aber leichter und aus Fehlern lernt man schnell. Mahagoni ist auch ein guter Lehrmeister, da das Holz "leicht" zu bearbeiten ist aber einen falschen Schnitt selten verzeiht. Eine neue Schärfung der Fase ist mit passenden Schärfsteinen machbar und bei diesem Stahl verhältnismäßig schnell wiederholbar da die Fase komplett auf dem Stein/Platte aufliegt. Die Spiegelseite wird analog der Hobeleisenbearbeitung hergerichtet. Die Schneidfase wird ja nur von Hand benutzt. Kein Hammer oder starker Stoß und Schwung wird verwendet. Dafür habe ich ja meine Beitel.

Herzliche Grüße

Uwe

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