Terrassendielenbohrer

Handwerkzeugforum für Holzwerker

H&R Restaurierung *MIT BILD*

Hallo allerseits,

Ich vermute die H&R Hobel sind aus dem frühen 20. oder späten 19. Jahrhundert. Auf dem kompletten Satz sind die Namen "Higgs" und "H. Harper" eingeschlagen, wobei der "Higgs" Einschlag älter wirkt. Kennt jemand den Hersteller?

Bei einem näheren Blick fällt auf...

Normalerweise mag ich Pattina auf Holzhobeln aber in diesem Fall sind die Oberflächen doch recht speckig. Das Finisch muss also weg.

Mit Waschbenzin bin ich nicht weit gekommen aber Beize, eingerieben mit Stahlwolle hat Wunder bewirkt. Auf dem unteren Bild habe ich den linken Hobel schon gereinigt.

Die Keile sitzen an beiden Hobeln viel zu eng, Ich habe die Form der Keile auf eine schmale Leiste übertragen und diese mit 320er Schmirgelpapier beklebt. die Öffnung zu weiten hat nur ein paar Minuten gedauert.

Die Form beider Eisen passt recht gut zum Profil aber die Eisen sind komplett stumpf und recht rostig. Die meißten Forumsteilnehmer halten wahrscheinlich nicht viel von Schmirgelpapier zum Schärfen. Für die Bearbeitung der Spiegelflächen habe ich aber bisher keinen schnelleren und effektiveren Weg gefunden. Benutze ich auch ganz gerne bei breiteren Hobeleisen. Für die Fase benutze ich bei normalen Hobeleisen die üblichen Wassersteine aber in diesem Fall habe ich mich auch für die Fase an das Schmirgelpapier gehalten. Für das konvexe Eisen, flach auf ein Brett geklebt und für das Konkave auf ein Rundstab (das Selbstklebende vom Hausherrn finde ich ausgezeichnet)

Der konkave Hobel war etwas gebogen und die Lauffläche ziemlich ramponiert, desshalb habe ich zuerst bei dem konvexen die Lauffläche mit einem Einhandhobel begradigt. Anschließend immer wieder das Eisen eingesetzt und nach und nach mit schmirgelpapier die Lauffläche an das Eisen angepasst (macht man vermutlich normalerweise andersherum aber ich habe das Eisen leider zuerst geschärft und hatte keine Lust das nochmal zu wiederholen :-(

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Der Konkave Hobel war dann doch einiges schwieriger und aufgrund der vielen Nacharbeit inzwischen 2mm niedriger als sein Partner...macht nichts...zuerst wurde die seitliche Biegung mit dem Blockhobel und einem Ziehklingelhobel egalisiert. Daraufhin mit dem konvexen Hobel die Laufflläche wieder hergestellt

Die Eisenform passt leider nicht 100% zum Hobelprofil aber ich denke es ist ausreichend. Besser als vor der Restaurierung ist es allemal.

Zum Abschluss habe ich beiden Hobel ein Schellackfinisch verpasst (werksvermischt) und sie mit Wachs eingerieben.

Ein paar Probespäne sind auch schon geflogen..wir müssen uns noch anfreunden aber ich glaube das liegt eher an mir...jetzt bin ich gespannt ob sie sich beim Rahmen bewähren.

viele Grüße und einen guten Start in die Woche

Michael

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