Veritas Stemmeisen

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Ein kurzer Blick über den Tellerrand

Moin Andreas,

könnte man auch festbeissen oder bewusst fehlinterpretieren nennen. Nein, natürlich hat der "ziehenden Schnitt" nichts mit Sägen an sich zu tun, das hat auch niemand behauptet.

Meine bewusst überspitzten Aussagen zum Thema "Sägen" bezogen sich stets auf mikroskopische Ausbrüche, die jede reale Klinge besitzt, und die man nicht sehen kann.
Wenn eine Klinge mit mikroskopischen Ausbrüchen in Längsrichtung über einen harten faserigen Werkstoff wie Holz gezogen wird, und genau diese Bewegung ist Teil des "ziehenden Schnitts", dann werden mikroskopische Ausbrüche automatisch eine bestimmte Wirkung auf die Holzfasern haben, die man nennen kann wie man will. Ich nenne es halt "sägend", bewusst in Anführungszeichen, wie soll man sowas sonst nennen? Vielleicht ein "Schneiden im mikroskopischen Massstab durch Bewegung der Klinge in Längsrichtung"? Und so eine Wirkung steht halt im krassen Gegensatz zu der rein keilartigen Wirkung beim Stossen eines Hobeleisens, bei dem so ein Mechanismus prinzipbedingt nicht vorkommt.

a) Stossendes Hobeleisen: nur Keilwirkung, sehr gute Klinge nötig

b) Gedrehtes Holbeleisen, ziehender Schnitt: je nach Drehwinkel teils Keilwirkung und teils "Schneiden im mikroskopischen Massstab durch Bewegung der Klinge in Längsrichtung", Verhältnis lässt sich mit dem Drehwinkel stufenlos varirieren, funktioniert auch noch, wenn die Klinge bereits gelitten hat.

Sind wir soweit einer Meinung? Gut, denn mehr muss man ja nicht wissen, um den "ziehenden Schnitt" in der Werkstattpraxis für sich nutzen zu können.

Gruß

Carsten

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