Juuma Ganzstahlzwingen

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Ein kurzer Blick über den Tellerrand

Moin,

ein kurzer Blick über den Tellerrand zu dem Thema "ziehender Schnitt":

Es gibt natürlich nicht nur Holzwerker, die sich traditionell mit dem Schneiden von Objekten beschäftigen.
In der Mikroskopie werden extrem dünnen Präparate mit sehr scharfen Messern erzeugt. Das geht per Hand, oder mit speziellen Geräten, den Mikrotomen.
Es kommt dabei auf eine besonders gute Qualität der "Hobelspäne" an.
Für das Erzeugen einer guten Klinge werden die gleichen Hilfsmittel wie bei uns genutzt, und natürlich ist auch der "ziehende Schnitt" ein wichtiges Thema und wird auch dort in den Foren diskutiert;-)
Die Stoßlade sieht schon fast wie ein Selbstbau-Mikrotom aus und Hirnholzspäne wären die Schnittpräparate.

Romeis - Mikroskopische Technik: Abschnitt 6.4.3.1 "Deklination":
"Als Deklination wird die Stellung der Messerschneide in Bezug zur Schneiderichtung angegeben........Bei Querstellung des Messer beträgt der Deklinationswinkel 90° und das Messer trifft ruckartig auf den Block. Bei der Schrägstellung des Messers ist der Deklinationswinkel größer als 90° und das Messer bewegt sich beim Schneiden ziehend durch den Block. Dadurch sind die beim Kontakt der Messerschneide mit dem Block auftretenden Schneidekräfte geringer und die Schnittdeformationen reduzieren sich."
Eine Google-Suche "Schneide Deklinationswinkel" zeigt die entsprechenden Seiten in dem Buch bei books.google.de.

https://www.univie.ac.at/mikroskopie/1_grundlagen/praeparation/7e2_messer.htm
"Deklination
Um auch beim Mikrotom einen ziehenden Schnitt zu erreichen darf das Messer nicht im rechten Winkel zum Objekt geführt werden, sondern etwa in einem Winkel von 30°.
Ein planes Ansetzen des Messer würde zum Quetschen des Präparates führen."

https://www.leicabiosystems.com/de/histologiegeraete/schlittenmikrotome/leica-sm2500-messerhalter-und-messer/
"Zur Reduzierung der Schneidekräfte stehen optional spezielle Deklinationsblöcke zur Verfügung, mit denen das Messer permanent um 45° schräg gestellt wird. Besonders empfehlenswert für das Schneiden von Holzproben."

Gruß

Carsten

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